Freitag, 24. Mai 2013

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Zürich/Schauspielhaus Zürich

Tanz des Hauens und Schlachtens 

von Andreas Klaeui

Zürich, 28. Mai 2008. Während des Karnevals im stillen Tessiner Städtchen Locarno erschreckte eine dem Anschein nach ganz grundlose, einzig aus sich selbst heraus motivierte Prügelei Heranwachsender die Schweiz, bei der ein zufälliges Opfer zu Tode kam. Oder, anderes Beispiel: Im Programmheft der Zürcher Aufführung von "A Clockwork Orange" ist ein Anreißer des Schweizer Boulevardblatts "Blick" zitiert: "Kinder verprügeln ihre Eltern! Wegen Taschengeld, Ausgang, Internet". Und abermals fragt sich eine Öffentlichkeit: Was ist denn das? Was ist mit der "Jugend von heute"?




Mittwoch, 28. Mai 2008 | Drucken | Report | weiter ...
Zürich/Schauspielhaus Zürich

Über dem schwarzen Spiegel der Seele

von Andreas Klaeui

Zürich, 18. Dezember 2010. Ein kleiner Abend in der Schiffbau-Box, eine Petitesse – aber was für eine! Eine Annäherung an das Unheimliche, ohne im mindesten gruselig zu tun, ohne es irgendwie an der Oberfläche beschwören zu wollen. Drei kurze Texte von Edgar Allan Poe, ein Schauspieler, ein Schlagzeuger, und ein Bühnenbild, das sich erst unmerklich, dann unerbittlich zum dunklen Spiegel verwandelt.




Samstag, 18. Dezember 2010 | 1 Bemerkung | Drucken | Report | weiter ....
Zürich/Theater an der Winkelwiese

Gute Seife, schlechte Seife

von Felizitas Ammann

Zürich, 5. März 2008. Eine gute Soap zeichnet sich dadurch aus, dass man jederzeit ein- und nur schwer wieder aussteigen kann. Ersteres ist bei Folge 4 von "Absolut Züri" ganz klar der Fall, letzteres insofern, als man durchaus Lust hat, wieder reinzuschauen. Und noch etwas gehört zu Seifenopern wie die Lügen, Missverständnisse und Intrigen: Dass ein grosses Team rasch und günstig produziert. Bei der Zürcher Theatersoap sind das nicht nur mehrere Theaterautoren (verstärkt durch den deutschen Fernsehprofi Patrick Schuckmann) und wechselnde Regisseure, die in jeweils drei Wochen eine Folge auf die Bühne stemmen. Für "Absolut Züri" haben gleich acht Spielstätten zusammengespannt, vom Theater am Neumarkt über den Club Kaufleuten bis zum Migros-Restaurant Limmatplatz.




Mittwoch, 05. März 2008 | Drucken | Report | weiter...
Zürich/Schauspielhaus Zürich

Bis dass der Tod euch scheidet

von Beat Mazenauer

Zürich, 6. Februar 2010. Ein Traum, den Tod zu überwinden. König Admet handelt sich mit den Göttern diese Option aus, unter einer Voraussetzung: Jemand anderer muss für ihn sterben. Doch weder Vater noch Mutter opfern ihr Leben, so dass Admets Gattin Alkestis für ihn in den Tod geht.




Samstag, 06. Februar 2010 | Drucken | Report | weiter...
Zürich/Schauspielhaus Zürich

altMit dem scharfen Schwert der Freiheitsstatue

von Christoph Fellmann

Zürich, 18. April 2012. Von allen Antworten, die bisher auf den "Kulturinfarkt" gegeben wurden, ist dies die frohsinnigste. Sollen die vier Autoren dieses Buches ruhig die Schließung jeder zweiten Bühne fordern: Das Schauspielhaus in Zürich reagiert darauf, indem es seinen Regisseuren nicht eine Bühne, nein zwei Bühnen hinstellt. Ha! Anlass für den gesteigerten Kulissenbau ist: Frank Castorf kam in den Schiffbau, um "Amerika" zu spielen, angereichert durch Einträge aus den Tagebüchern von Franz Kafka.




Mittwoch, 18. April 2012 | 1 Bemerkung | Drucken | Report | weiter...
Zürich/Schauspielhaus Zürich

Warum geht er nicht an die Börse?

von Andreas Klaeui

Zürich, 1. November 2008. "Das ist aber ein schwieriges Stück. Ich bin mir nicht sicher, ob du das auch verstehen wirst", warnte mich eine respektlose Freundin. "Andorra", das Schweizer Lehrstück par excellence – durchgespielt und ausinterpretiert. Seit der Uraufführung 1961 am Zürcher Schauspielhaus war es auch an dieser Bühne manches Mal zu sehen, und es gibt kaum eine Schulklasse, die es nicht von der ersten bis zur letzten Szene durchgeackert und analysiert hätte.




Samstag, 01. November 2008 | 2 Bemerkungen | Drucken | Report | weiter...
Zürich/Theater Neumarkt Zürich

Im Cocktailpartykerker

von Kaa Linder

Zürich, 26. März 2009. "Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich", heißt es bei Tolstoj zu Beginn von "Anna Karenina". Das Leitmotiv des 1000-seitigen Gesellschaftsromans aus dem Jahr 1875 nimmt das Ensemble am Theater Neumarkt zum Anlass, den heutigen, hyperindividualisierten Glücksanspruch zu hinterfragen. Gewiss wäre es verführerisch gewesen, die weltberühmte Lovestory in den Fleischwolf zu stecken und hemmungslos zu zerspielen. Regisseurin Barbara Weber beherrscht den Fleischwolf und macht genau das zum Glück nicht. Stattdessen nimmt sie Leo Tolstoj beim Wort und das Publikum drei Stunden lang in die Mangel.




Freitag, 27. März 2009 | Drucken | Report | weiter...
Zürich/Theater Neumarkt Zürich

Wer hat Angst vor dem Rausch?

von Christoph Fellmann

Zürich, 25. November 2010. Was für ein tristes Loch. Ein langer Möbelbandwurm gibt, grob zersägt, die mobile Infrastruktur einer Ehe: Couch, Lounge, Bett. Hierhin kehren George und Martha am Theater Neumarkt in Zürich zurück, um ihre Splatterversion einer Ehe aufzuführen und nebenbei das biedere Glück ihrer späten Gäste – Nick und Putzi – zu zertreten. Denn "bis zu einem gewissen Grad können Menschen Demütigungen einstecken, ohne auf der guten alten Leiter der menschlichen Evolution einige Sprossen zurückzufallen", wie es bei Edward Albee heißt. Dieser gewisse Grad wird in seinem "Who's Afraid of Virginia Woolf?" mit sadistischer Lust überschritten; das Stück ist eines der krassesten und wüstesten Ehedramen des Theaterkanons – ganz einfach darum, weil die Eheleute in jedem Moment genau das auch sagen, was sie höchstens denken dürften. "Aber", so Martha zu George, "das hältst du aus, darum hast du mich geheiratet."




Donnerstag, 25. November 2010 | 1 Bemerkung | Drucken | Report | weiter...
Zürich/Schauspielhaus Zürich

Über das eine Prozent

von Claude Bühler

Zürich, 4. Mai 2013. Wie bitte? Nirgendwo sei der Wohlstand "ungleicher verteilt" als in der reichen Schweiz? "Das reichste Prozent" besitzt mehr als die restlichen 99, schreibt das Schauspielhaus Zürich. Für wie viel Fallhöhe das bei Schweizer Verhältnissen auch sorgen mag: Grund genug jedenfalls für die städtische Bühne der Bankenstadt das Spezial-Programm "Arm und Reich. Schlaglichter auf die Ungleichheit" mit Theatervorstellungen, Vorträgen und Diskussionen durchzuführen.




Samstag, 04. Mai 2013 | 3 Bemerkungen | Drucken | Report | weiter ...
Zürich/Theater Neumarkt Zürich

Der Hass der Diven und ihre Voyeure

von Simone von Büren

Zürich, 20. November 2009. Diven bewundert man für ihr Talent. Und man fürchtet sie wegen ihrer Launen und exzentrischen Allüren. Beispiele gibt es genug – vor allem aus Hollywood. Bette Davis und Joan Crawford etwa. Entsprechend anstrengend müssen 1962 die Dreharbeiten für Robert Aldrichs "What ever happened to Baby Jane" gewesen sein, in denen die beiden, die hinterher nie wieder gemeinsam im Film auftraten, Jane und Blanche Hudson verkörperten, zwei Schwestern, die den Rausch des Ruhms kennen: Jane wurde als Kinderstar "Baby Jane" gefeiert, dann von Blanche überflügelt, die aber in Folge eines mysteriösen Autounfalls im Rollstuhl landete und dadurch vollständig abhängig wird von Jane, die dem Alkohol verfallen und zunehmend unberechenbar geworden ist.




Samstag, 21. November 2009 | 1 Bemerkung | Drucken | Report | weiter ...

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