Sonntag, 21. Dezember 2014

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Jedermann – Bastian Krafts Version des Salzburger-Festspiel-Klassikers beim Young Director's Project

Die Sanduhr läuft auch digital

von Reinhard Kriechbaum

Salzburg, 6. August 2013. Es wird zunehmend eng für Jedermann, auch wenn alle Nebenrollen beiseite geräumt sind und Philipp Hochmair im Wortsinn schalten und walten kann: Er hat einen Fußtaster. Wenn er den betätigt, leuchtet in roter Schrift auf, wessen Rolle er gerade spricht: Armer Nachbar, Guter Gesell, Schuldknecht, und so fort. Kein Problem also, beim Young Director's Project der Salzburger Festspiele dem von Bastian Kraft zum Einpersonenstück abgespeckten "Jedermann" zu folgen.

Mitspieler gibt es doch: Mit dem lebensgroßes Skelett lässt sich herrlich totentanzen und Zwiesprache halten. Aber im Schädel des knöchernen Gesellen verbirgt sich eine Kamera. Der allgegenwärtige Knabe hat den Jedermann immer fest im Video-Auge, da gibt's kein Entkommen. Dann ist da noch die Multiinstrumentalistin und Stimmartistin Simonne Jones mit ihrem ansehnlichen Arsenal vom E-Bass bis zum Harmonium, vom Klavier bis zur singenden Säge. Letztere kommt zum Einsatz, wenn Jedermanns Mutter zur Moralpredigt ansetzt. Das allerwichtigste Requisit in der technisch aufgemotzten Jedermann-Welt auf der Pop-Bühne ist freilich die digitale Zeitleiste.

jedermannydp 560 wolfgangkirchner uJedermann alias Philipp Hochmair und Simonne Jones © Wolfgang Kirchner

Gott ist ein Techniker

Um 20:00:27 tritt Philipp Hochmair alias Jedermann auf mit den Worten "Mein Haus steht stattlich da" (die einleitenden Worte Gott des Herrn und dessen Dialog mit dem Tod sind weggeschnitten). Um 20:41 tauchen die ersten Wolken der Midlifecrisis auf, um 20:46 schmettern, begleitet von Glockenschlägen und Bühnennebel, die "Jedermaaannnn"-Rufe. Der Tod, der ist dann doch nicht Hochmair selbst, sondern die goldgewandete Sängerin mit amerikanischem Slang. "OK", dröhnt sie auf die wimmernde Bitte des Jedermann hin, ein Stündlein noch verweilen zu dürfen. Da wird die Bühne plötzlich zum kleinen Podest, und die Leuchtschrift "Live" über der Pawlatsche ist schon fast ein Hohn. Und jetzt kommt's: Noch kleiner wird die Bühne gemacht, reduziert zum Laptop, auf dessen Screen Hochmair als die verzwergten "Gute Werke" hockt und wie ein Käfer gestikuliert.

Genau da hat der aus dem Text gestrichene Gott den Theaterleuten bei der Premiere ein Schnippchen geschlagen und zuerst das blaue Fehler-Fenster von Windows erscheinen lassen. Wer nach einem solchen Signal von oben nicht katholisch wird, dem ist wirklich nicht zu helfen. Auftritt eines Technikers, bald war der Defekt behoben. Die unfreiwillige Pointe war die bei weitem stärkste des an optischen und akustischen Signalen keineswegs reizarmen Abends.

jedermannydp 280h wolfgangkirchner u© Wolfgang KirchnerJe nun: Bastian Kraft und sein wunderbar leiser, differenzierter Solo-Darsteller sind ausgezogen, die heutige Dimension des Hofmannsthal-Textes zu ergründen. Sie tun es mit viel Rotstift, aber insgesamt mit allergrößtem Respekt vor dem Text, dem kaum ein Wort hinzugefügt wird. Am materiellen Denken wird die Sache festgemacht. Die Anfangsworte "Mein Haus steht stattlich da" wiederholt Jedermann trotzig, wenn es ans Ziehen der Lebensbilanz geht. Diese fällt dann bemerkenswert kleinlaut aus. Hofmannsthals (gestrige) Antwort mit den Guten Werken und dem Glauben bleibt auch die heutige. Nicht mal ein buddhistisches Räucherstäbchen zündet dieser neue Jedermann für sich selbst an.

Ich glaube... ich glaube... äh

Fazit: Bastian Kraft und Philipp Hochmair (man muss die beiden als enges Projektteam sehen) wollten vielleicht zu neuen Denkufern aufbrechen und sind doch im Vertrauten angelandet. Sie erzählen hinter der durch und durch heutigen, trashigen Fassade von nichts anderem als dem kreuz-brav sich bekehrenden Jedermann. Das schaut freilich toll aus im Detail: Die Frage "Woran glaubst Du?" wird insistierend eingehämmert. Hochmair – natürlich auch der Glaube – rollt in überdimensionaler und mehrfacher Projektion die Augen und wirkt da wie sein eigener Exorzist. Der echte Jedermann-Hochmaier krabbelt davor auf dem Boden und stammelt "Ich glaube ... ich glaube, dass ich glaube ... der Glaube versetzt doch Berge". Jedenfalls macht der Glaube Schluss mit der Digital-Uhr und zieht den Stecker raus. Nach dem Abschied des Mammon waren die Minuten und Sekunden nämlich bedrohlich ins Laufen gekommen.

21:47 Uhr, ein Stündchen und eine Minute später (die Digitalanzeige läuft wieder): Jedermann ist ins Grab gestiegen, kommt wieder raus, klammert sich an einen Buchstaben der Lichtleiste "Live" und wird himmelwärts gezogen. Es ist, als sei nicht Montblanc, sondern die katholische Kirche der Sponsor dieses Gemeinschaftsprojekts von Young Director's Project und Hamburger Thalia Theater. Poppig, trashig – und einfach, wirklich einfach und einfach wirklich göttlich.

 

Jedermann
nach Hugo von Hofmannsthal
Regie: Bastian Kraft, Bühne und Video: Peter Baur, Kostüme: Dagmar Bald, Musik: Simonne Jones, Dramaturgie: Beate Heine.
Mit: Philipp Hochmair und Simonne Jones.
Aufführungsdauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

www.thalia-theater.de
www.salzburgerfestspiele.at

 

Alles über die Salzburger Festspiele auf nachtkritik.de hier entlang.

 

Kritikenrundschau

"Dass man die bestgehasste Altlast der Salzburger Festspiele, Hugo von Hofmannsthals 'Jedermann', auf sehr direkte Weise entkalken kann, beweist der Schauspieler Philipp Hochmair mit seiner furiosen OneJedermann-Show, die er in gebührendem Abstand zur neuen, großen Reform-Inszenierung vor dem Dom performt", lobt Christopher Schmidt in der Süddeutschen Zeitung (8.8.2013). Die Moritat nehme er mit "Verve, Witz und Wahn und eben auch immensem Können als barocke Sprechoper sensationell auf die eigene Narrenkappe". Und er bringe genau das halbseiden Schlawinerhafte mit für den Jedermann, bei ihm ein verstrahltes Party-Animal. Fazit: Er, die ihm ebenbürtige Musikerin Simonne Jones, und der Regisseur "versetzen den Festspielen einen Stromstoß an intelligentem Irrwitz, den man in Salzburg so oft vermisst".

Der wunderbare Philipp Hochmair, den die Wiener Burg fahrlässigerweise ziehen ließ, stellt sich dem Skandal unserer Zeitlichkeit, so Ronald Pohl im Standard (8.8.2013). "Die vielgeschmähten Verse spricht er gaumig und weich, jeder Endreim gerät ihm zur Pointe." Hochmair scheint an drei, vier Fronten gleichzeitig zu kämpfen, "er wäre für das Spiel am Domplatz eine kräftige Besetzung. Seinetwegen ist Bastian Krafts Inszenierung einen Besuch wert". Die habe sonst leider gar nichts mitzuteilen, außer: Gibt es keinen Gott, spielen wir halt Pop.

"Kraft interessiert am Jedermann nicht nur das Laute, Schillernde und Leidenschaftliche, sondern auch dessen Schattenseiten", schreibt Hanna Pfaffenwimmer in der Presse (8.8.2013). So tanze Jedermann vor der imaginären Tischgesellschaft mit einem Skelett oder schaufele sich visionär schon frühzeitig sein eigenes Grab. "Jeder Gedankengang wird dabei von den mitreißenden Songs von Simonne Jones begleitet, die am Bühnenrand die ganze Zeit über als multifunktionelles Ein-Frau-Orchester wirkt. Durch ihre Melodien verleiht sie der fiebrigen Getriebenheit Hochmairs den Feinschliff an Energie, die von Minute zu Minute mehr ins Publikum schwappt."

 




Kommentare (27)

1. Jedermann, YDP Salzburg: Signal von oben?
@ Reinhard Kriechbaum: "Genau da hat der aus dem Text gestrichene Gott den Theaterleuten bei der Premiere ein Schnippchen geschlagen und zuerst das blaue Fehler-Fenster von Windows erscheinen lassen. Wer nach einem solchen Signal von oben nicht katholisch wird, dem ist wirklich nicht zu helfen."

Meinen Sie das wirklich ernst? Wer bzw. was ist Gott? Gibt es nur einen Gott? Warum ist ein Computerfehler ein "Signal von oben"? Warum muss ich dann gleich katholisch werden? Und ist der folgende Satz von Hochmair/Jedermann "Ich glaube ... ich glaube, dass ich glaube ... der Glaube versetzt doch Berge" nicht eher ein Indiz für den Glaubenszweifel, ein Indiz dafür, dass es nur deshalb etwas und nicht vielmehr nichts (wie die Nihilisten uns weismachen wollen) gibt, weil dieses etwas zwischen Menschen herstellbar ist? Die abstrakte Rede von der Macht Gottes und die katholische Kirche helfen da auch nicht weiter, sondern immer nur die Liebe zwischen Menschen.
Inga , 07. August 2013 - 12:25 Uhr
2. Jedermann, Salzburg: Vorschlag
Inga, ich schlage vor: Schweigepause für Menschen mit Ironieresistenz.
Thomas Rothschild , 08. August 2013 - 09:07 Uhr
3. Jedermann, Salzburg: liebevolle Details
Bastian Krafts Inszenierung hatte viele schöne und erfrischende Ideen. Das Gesamtkonzept hat sich mir allerdings nicht ganz erschlossen: Warum ist Jedermann nun ein alter Rockstar? Oder ist der Rockstar überhaupt Jedermann oder nur jemand, der die Geschichte des Jedermanns erzählt? Und warum erzählt er sie überhaupt?
Die zentralen Fragen blieben leider etwas ungeklärt, dafür waren die Details der Inszenierung um so liebevoller und in sich schlüssig konstruiert. Man wurde an diesem Abend mehr als gut unterhalten.
Philipp Hochmair hat seine Stärken, aber auch evidente Schwächen. (...) Er müsste phasenweise viel mehr Power geben und sich trauen mal nicht "schön" auszusehen, bei dem was er tut. So eine OneJedermann-Show lebt vom Schauspiel und das ließ an einigen Stellen zu wünschen übrig.
Nathan23 , 08. August 2013 - 11:35 Uhr
4. Jedermann, YDP Salzburg: das mit dem gut Aussehen
@ Nathan
Uhh , das ist hart ! Sind Sie auch Kollege ?
Wie sieht denn das aus wenn "das Schauspiel zu wünschen übrig lässt"
Was wünschen Sie sich denn ?
Gruß
PS : das mit dem gut aussehen gehört schon dazu !
Stellen Sie sich mal vor das alles sähe auch noch scheisse aus !
Kollege , 08. August 2013 - 20:50 Uhr
5. Jedermann, YDP Salzburg: Grufties auf der Bühne
Jürgen Kruse hat ja in Leipzig auch schon mal veruscht, den Jedermann zu rocken. Allerdings standen da passenderweise tatsächlich Gruftis auf der Bühne. Bei Hochmair denke ich eher an Tocotronic. Wie wir sterben wollen: "Höllenfahrt am Nachmittag"
Apropos, was ist eigentlich aus Kruse geworden?
Stefan , 09. August 2013 - 15:38 Uhr
6. Jedermann, YDP Salzburg: Kruse-Fan
Jaaaa ! Kruse ! Toll
!
Arbeitet jetzt glaube ich am Schauspiel Frankfurt . Hoffe ich !!!!
Kollege , 10. August 2013 - 12:17 Uhr
7. Jedermann, YDP Salzburg: Kruse-Info
Zur Info: Jürgen Kruse hat in Leipzig gearbeitet und macht jetzt in Frankfurt "Draussen vor der Tür" (was David Bösch so fabelhaft in Bochum machte). Premiere Mitte September.
rina , 11. August 2013 - 11:32 Uhr
8. Jedermann, YDP Salzburg: manchmal großartig
Böschs "Draußen vor der Tür" zeigte doch nur, dass der Text keinesfalls mehr auf die Bühne gehört, sondern nur ins Archiv. War das eine lahme und abgestandene Angelegenheit.
Bei Kruse könnte das natürlich anders sein, weil er sich noch nie für die Texte interessiert hat, sondern immer nur den Inhalt seines wirren Hirns auf die Bühne kippte, was dann auch bei mäßigen Textvorlagen gelegentlich ganz großartige Abende ergibt.
Bösch-Zweifler , 12. August 2013 - 12:43 Uhr
9. Jedermann, YDP Salzburg: Perceval
Die Bösch Version kenne ich nicht, aber die Luc Perceval-Inszenierung hat zumindest mir bewiesen, dass das Stück noch lange nicht ins Archiv gehört ...
@Bösch-Zweifler , 12. August 2013 - 19:47 Uhr
10. Jedermann, YDP Salzburg: wärmer
Wenn anlässlich des "Jedermann" über Borchert diskutiert wird - was besagt das über die besprochene Inszenierung? Ich denke an den Schüler, der sich für eine Prüfung vorbereitet hat, indem er alles über Würmer las. Als er dann nach Afrika gefragt wurde, antwortete er: "In Afrika ist es wärmer. Die Wärmer teilt man ein in..."
Thomas_Rothschild , 13. August 2013 - 10:11 Uhr
11. Jedermann, YDP Salzburg: kalauernde Beweisführung
Aber Herr Rothschild, was eine kalauernde Beweisfürung. Hoppla. Nur weil auf Nachtkritik die Disskusionsteilnemer abschweifen, auf die Bedeutungslosigeit der Inszenierung zu schliessen scheint mir sehr Kühn.
Pinke Pinke , 14. August 2013 - 21:50 Uhr
12. Jedermann, YDP Salzburg: mangelnde Konzentrationsfähigkeit
Lieber Pinke Pinke, ich finde Ihre Antwort überaus interessant. Ich habe eine Frage gestellt, und Sie unterstellen mir eine Aussage: dass die Inszenierung bedeutungslos sei. Die Antwort auf meine Frage könnte ja beispielsweise lauten: die Diskussion über Borchert anlässlich des "Jedermann" bedeute, dass es thematische Bezüge gebe, dass ein Schauspieler an einen anderen erinnere, dass die Frage der Aktualität die Autoren verbinde. Aber um die Katze aus dem Sack zu lassen: ich fürchte, die "Abschweifungen" belegen dasselbe wie Ihr Verständnis meiner Frage: die Unfähigkeit oder zumindest die mangelnde Bereitschaft, sich auf Argumente (zum Beispiel einer Rezension) einzulassen und die Entschlossenheit, stattdessen kund zu tun, was man, unabhängig davon, gerade im Kopf hat - den lieben Gott, Borchert oder eben Würmer. Im Übrigen scheint mir das nicht ein Spezifikum der Nachtkritik-Kommentare zu sein.
Thomas Rothschild , 15. August 2013 - 09:14 Uhr
13. Jedermann, YDP Salzburg: strukturelle Ursachen
@ Thomas Rothschild: Nun ja, was Borchert hier zu suchen hat, weiss ich auch nicht. Aber mit Gott soll Hofmannsthals "Jedermann" ja angeblich schon etwas zu tun haben. Der Glaube als "Weg des Heils", auch wenn Hofmannsthal nicht wirklich gläubig war. Das spiegelt ja im Grunde auch sehr gut unsere Zeit wieder. Da es politisch nicht voran geht, da viele Menschen aus dem Mittelstand aufgrund der Finanzkrise ihr verspekuliertes Geld verloren haben, verlegen sie sich plötzlich auf den Glauben. Aber ändern sie damit auch ihre Konsumgewohnheiten? Worum es ja letztlich gehen müsste. Ändern sie damit auch ihre Haltung in Bezug auf die "soziale Sünde", die ungerechte Verteilung der Güter? Ich würde nicht sagen, dass wir jetzt wieder bei Adam und Eva anfangen, sondern vielmehr nach den strukturellen Ursachen der Finanzkrise und damit der sozialen Verwerfungen (Gewaltfrage) fragen sollten.
Inga , 15. August 2013 - 11:12 Uhr
14. Jedermann, YDP Salzburg: Glaubensfrage
@ Inga
Ich verstehe nicht, wonach Sie da noch suchen wollen. Aber: "... wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan." Auch so ein Spruch, nicht aus dem Jedermann, aber aus der guten alten Bibel. Matthäus - Kapitel 7. Von der Gebetserhörung und vom Tun des göttlichen Willens: "Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: HERR, HERR! haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, und haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter!" Soviel zu Ursache und Glauben. Woran glauben Sie eigentlich so?
Stefan , 15. August 2013 - 15:21 Uhr
15. Jedermann, YDP Salzburg: Aktualität
Ja und bei der Gewaltfrage ,dem Terror,den Kriegen in der Welt sind wir wieder bei Borchert und bei "DRAUSSEN VOR DER TÜR". Das Stück ist so erschreckend aktuell wieder,zumindest,wenn man es so Text konzentriert bringt ,wie Boesch ,dass es nicht verwundert,dass der Publikumspreis beim NRW Theatertreffen nach Bochum ging!

I
rina , 15. August 2013 - 17:46 Uhr
16. Jedermann, YDP Salzburg: Gott als Idol
@ Stefan: Ich glaube nicht an Formulierungen, die von anderen geschaffen wurden und die man akzeptiert, weil man sich der Macht dieser anderen - einer Bürokratie - unterwirft. Ich glaube nicht an Teufelsaustreibungen. Darin spiegelt sich für mich nur die Angst vor den eigenen, inneren Trieben bzw. der körperlichen Sinnlichkeit wider, siehe z.B. auch den Film "Requiem" von Hans-Christian Schmid. Ich glaube nicht an den moralisierenden, biblischen Lehrsatz, nach welchem es dem Gerechten gut gehe und dem Gottlosen schlecht. Ich teile die Welt und die Menschen nicht in "gut" und "böse" auf. Ich halte es da eher mit Erich Fromm:

"Sobald Gott zum Idol geworden ist, haben seine angeblichen Eigenschaften so wenig mit der persönlichen Erfahrung zu tun wie entfremdete politische Doktrinen. Das Idol mag als Gott der Barmherzigkeit gepriesen werden, dennoch wird jede Grausamkeit in seinem Namen verübt, so wie der entfremdete Glaube an die menschliche Solidarität die unmenschlichsten Taten nicht einmal in Frage stellt. In der Existenzweise des Habens ist der Glaube eine Krücke für alle jene, die Gewißheit wünschen, die einen Sinn im Leben finden wollen, ohne den Mut zu haben, selbst danach zu suchen."
Inga , 16. August 2013 - 11:44 Uhr
17. Jedermann, YDP Salzburg: Vorschlag
@ Inga: Siehe zu 2.
Stefan , 16. August 2013 - 12:23 Uhr
18. Jedermann, YDP Salzburg: diese Rock-Sexiness-Ästhetik, gähhhhhn!
es ist so langweilig: seit zwanzig jahren versuchen sich angeblich noch jung gebliebene, oder fühlende, regisseure und/oder schauspieler an klassikern, die sie dann "rocken", also die hauptperson ist ein rockstar...gähhhhhhhhhhhhhn....diese rock-sexieness-asthetik, weil man sich insgeheim über die spießige ambition, im bürgerlichen sprechtheater unbedingt karriere machen zu wollen, schämt, aber es zum musiker nicht geschafft hat (ist ja auch nur die attitüde, die man cool findet)..ist sowas von altbacken langwelig geworden, daß ich nur noch die augen verdrehen kann..ich denke da an stemann hartmann, bösch etc....alles alternde rockstars, fehl am platz. oh weia...
olga , 17. August 2013 - 13:30 Uhr
19. Jedermann, YDP Salzburg: richtig
@olga
Leider richtig !
Kollege , 17. August 2013 - 18:59 Uhr
20. Jedermann, YDP Salzburg: Pubertät
dass "jedermann" noch nie ein besonders kluges und interessantes Stück war dürfte unbestreitbar sein - aber dieser unmögliche, schauspielerisch total versagende Hauptdarsteller aus dieser angeblich so genialen schauspielerfamilie schlägt dem fass den boden aus und lässt alle anderen (auch schlechte Spieler) geradezu genial aussehen!!!! was soll dieses lächerliche spektakel!? hier agiert ein schauspieler wie ein pupertierender 12jähriger.
elly , 17. August 2013 - 21:23 Uhr
21. Jedermann, YDP Salzburg: vor Ort gewesen?
@ elly
Waren Sie da ? Also vor Ort ? Also Domplatz mit allem Pipapo ?
Kollege , 18. August 2013 - 12:24 Uhr
22. Jedermann, YDP Salzburg: verschiedene Männer
Jetzt aber Obacht, dass die verschiedenen Männer nicht zu wild durcheinander diskutiert werden!
Jeder , 18. August 2013 - 13:04 Uhr
23. Jedermann, YDP Salzburg: Kunstaktion
Offensichtlich vermischen sich die Postings zu zwei verschiedenen Produktionen "Jedermann" in der Regie von Mertes und Crouch mit Cornelius Obonya und "Jedermann" in der Regie von Bastina Kraft mit Philipp Hochmair. Eine kleine Kunstaktion für sich...
Susanne Peschina , 18. August 2013 - 16:40 Uhr
24. Jedermann, YDP Salzburg: für beide zutreffend
Hallo !
Äh ,na ja . Kann ja auch sein dass das alles auch auf beide zutrifft .
Kollege , 19. August 2013 - 09:48 Uhr
25. Jedermann, YDP Salzburg: auf Luxus-Niveau
Es gab in Salzburg also tatsächlich zwei "Jedermann"-Inszenierungen? Wie langweilig ist das denn? Gibt's denn keine anderen, interessanteren Stoffe zu bearbeiten als diese abgegessene Geschichte "vom Sterben eines reichen Mannes"? Warum fragt sich eigentlich keiner, wie bzw. warum "arme Menschen" (und das sind - global betrachtet - beileibe nicht nur Männer!) sterben? Diese wehleidige Selbstbeweihräucherung auf Luxus-Niveau kann ja wohl nicht wahr sein! Und jedes Jahr dasselbe, mit dummdusseliger Buhlschaft usw. Ja ja, der reiche Mann stirbt am Liebsten beim Sex. Rolf Eden, das alte Schwein, lässt grüßen.
Inga , 19. August 2013 - 11:02 Uhr
26. Jedermann, YDP Salzburg: damals schon
Huh ! Wir haben Inga geweckt ! Kruse hatte damals
Schon jedermann /in ins Programm Heft geschrieben . Er gab mr Death und den buhlschafter .
Und sympathy for the ... Und das war weit vor blackfacing , anti blackfacing , gender crossing und alles .
Was wollte ich sagen ? Ach ja ! Hallo Inga !
Gruß
Kollege , 19. August 2013 - 17:04 Uhr
27. Jedermann, YDP Salzburg: das Böse
@ Kollege: Ich kann mit Ihrem komischen Geschreibsel leider wirklich gar nichts anfangen. Was genau wollen Sie eigentlich damit sagen?! "Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, / Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen." Den Teufel gibt es nicht. Das Böse geschieht immer nur und immer wieder durch den Menschen selbst. Und tschüss.
Inga , 20. August 2013 - 12:34 Uhr

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