Mehr Kontrolle, weniger Kosten?

17. Dezember 2016. Christian Kircher, Geschäftsführer der Bundestheater-Holding Wien, plant, die Buchhaltung und Personalverrechnung der zur Holding gehörigen Theaterhäuser in einem "Shared Service Center" zusammenzulegen, das seine Arbeit im September 2017 aufnehmen soll. Das berichtet die Wiener Tageszeitung Die Presse. Kircher beruft sich auf den Prüfungsbericht des Rechnungshofs des Burgtheaters und der Bundestheater-Holding nach dem Finanzskandal ums Burgtheater, in dessen Folge sein Vorgänger Georg Springer im Sommer 2014 zurücktrat.

Sowohl der Holding-Aufsichtsrat als auch Kulturminister Thomas Drozda trügen das Vorhaben voll mit, zitiert Die Presse Kircher. Die Mitarbeiter*innen von Staats-, Volksoper und im Burgtheater seien allerdings beunruhigt, so die Zeitung: "Warum will man den Töchtern Aufgaben wegnehmen, die dort einwandfrei erfüllt werden? Ist das womöglich der Anfang einer Rückeingliederung? Wird die Holding bald weitere Aufgaben an sich reißen? Wie viel Selbstständigkeit bleibt den Bühnen noch? Diese und viele andere Fragen erfüllen die Töchter-Mitarbeiter mit großer Sorge."

Der Zweck der geplanten Neuerungen sei nicht, den Mitarbeiterstand zu reduzieren, zitiert "Die Presse" noch einmal Christian Kircher – es werde auch "keinerlei Einmischungen in künstlerische Belange oder die Programmgestaltung geben".

(sd)

Unsere Chronik der Burgtheaterkrise

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