petras 280 Fabian SchellhornArmin Petras © Fabian Schellhorn

Stuttgart, 20. Juli 2016

"Dann gibt's ein Problem."

Krise am Schauspiel Stuttgart? In seiner dritten Spielzeit als Intendant steht Armin Petras in der Kritik. Die Zuschauerzahlen sinken, das Theater sei unpolitisch und interessiere sich nicht für die Probleme der Stadt. Nachtkritik-Korrespondentin Verena Großkreutz erklärt im Gespräch mit Georg Kasch, wie Petras in der kommenden Spielzeit gegensteuern will. Zum Podcast.

25. Juni 2016: Falk Richters Saarbrücker Poetikvorlesung zum Rechtspopulismus

Die alten europäischen Gewissheiten zerfallen, die offene Gesellschaft ist unter Druckvon rechts geraten. Kaum einer hat sich in seiner Theaterarbeit dezidierter mit diesem Phänomen auseinandergesetzt als der Dramatiker und Regisseur Falk Richter. Die AfD versuchte vergeblich, eine seiner Inszenierungen zu verbieten. Im Januar hat Richter im Rahmen der 5. Saarbrücker Poetikdozentur seine künstlerischen Strategien gegen den Rechtspopulismus erläutert. Für nachtkritik.de hat er jetzt einen Auszug daraus aktualisiert.

18. Juni 2016: Palmyra oder die Arbeitsbedingungen an den Münchner Kammerspielen

Das Programm der Münchner Kammerspiele ist unübersichtlich, voller kleiner Serien. Eine davon heißt The Rest and the West, gehostet vom Kollektiv Göthe Protokoll. Ihre wohl letzte Folge war als Palmyra, eine Recherche zu Syrien angekündigt – stattdessen ging es um die Arbeitsbedingungen für Freischaffende an den Kammerspielen. Über eine wutgetriebene Veranstaltung: Sabine Leucht.

9. Juni 2016: Podcast zur aufgeladenen Situation am Theater Trier

Erst seit dieser Spielzeit ist Triers Intendant Karl Sibelius im Amt, doch in der ist viel passiert. Künstlerisch, weil das Haus mit aufsehenerregenden Abenden polarisiert. Finanziell und personell allerdings gibt es Vorwürfe und viele offene Fragen. Warum es für Sibelius allmählich eng wird, erklärt nachtkritik.de-Korrespondent Rainer Nolden im Gespräch mit Georg Kasch.

30. Mai 2016: Was läuft schief bei den Mülheimer Theatertagen

Wer öffentlich die Vergabe eines Preises diskutiert, macht sich angreifbar. So wie die Jury des Mülheimer Dramatikerpreises Freitag Nacht: Im Kommentarthread zur Preisträgermeldung hagelt es Kritik. Was ist schiefgelaufen? Die nachtkritik.de-Redakteure Christian Rakow und Georg Kasch suchen im Podcast nach Antworten – und werden im Fußball fündig.

28. Mai 2016: Mely Kiyaks Eröffnungsrede der 3. Bürgerbühnentagung

"Macht Platz, rückt zur Seite, gebt den neuen Bürger*innen des Landes Raum, Zeit und Geld, damit sie ihre Geschichten erzählen können". So stellen sich die Forderungen des Tages, wie sie die Publizistin Mely Kiyak zur Eröffnung der 3. Bürgerbühnentagung  in Karlsruhe beschreibt.      

25. Mai 2016: Interview mit Regisseur Oliver Frljić

Er ist einer der herausragenden Köpfe des neuen europäischen Theaters: Oliver Frljić. Im Interview für nachtkritik.de spricht Frljić über die prekäre Situation als politischer Theatermacher in einem Kroatien, das sich mit Vehemenz in den Rechtspopulismus verabschiedet. Oliver Frljić im Interview mit Michael Isenberg.

28. April 2016: Matthias Lilienthals erste Spielzeit an den Münchner Kammerspielen

Dass der Berliner Volksbühnen-Mitmacher und Freie-Szene-HAU-Mann Matthias Lilienthal zum Intendanten der Schauspieltheater-Hochburg Münchner Kammerspiele gekürt wurde, war eine der aufregendsten Personalien im Theaterbetrieb der letzten Jahre. Heute stellt er in München die Pläne für seine zweite Spielzeit vor. Gründe genug für Georg Kasch, in Podcast V mit Cornelia Fiedler und Michael Stadler Bilanz dieser ersten Spielzeit zwischen Freier Szene und Stadttheater zu ziehen.

17. April 2016: Podcast über die komplizierte Lage am Volkstheater Rostock

Wer ans Rostocker Volkstheater denkt, denkt meist an Krise. Seit Intendant Sewan Latchinian 2014 angetreten ist, eben diese Krise mit der Kraft der Kunst zu beenden, hat sich der Abstiegskampf des Theaters zu einem Drama in vielen Akten ausgeweitet – Christian Rakow und Georg Kasch erklären im Podcast IV den Konflikt zwischen Intendant und OB, den aktuellen Stand der Sparpläne und warum die Wellen in Rostock stets so hoch schlagen.

31. März 2016: Podcast über User*innen-Kommentare und die Heimsuchung Internet

Die User*innen-Kommentare sind ein Diskussions-Dauerbrenner bei nachtkritik.de. Sie gehören seit der Gründung dazu – wie auch die Debatte darüber, was in den Kommentaren geschrieben werden darf. Ist es Zensur, wenn die Redakteur*innen eingreifen? Oder wenn Theaterleute sich bei der Redaktion melden, um auf die Löschung von Posts zu dringen? Die Redakteure Georg Kasch und Nikolaus Merck suchen im nachtkritik-Podcast nach Antworten.

17. März 2016: nachtkritik-Podcast über den Finanzskandal am Wiener Burgtheater

Was war da noch mal mit dem Wiener Burgtheater? Bei diesem Finanzskandal, der zuerst Vizedirektorin Silvia Stantejsky mit sich riss und dann Intendant Matthias Hartmann aus dem Amt katapultierte? Jetzt gibt's neue Erkenntnisse, die politischen Sprengstoff bergen. Für alle, die eine Zusammenfassung brauchen, erklären die Redakteure Georg Kasch und Nikolaus Merck Hintergründe und Ermittlungsergebnisse im nachtkritik-Podcast.

3. März 2016. Märki vs. Gräve – nachtkritik-Podcast über personelle Turbulenzen in Bern

Wie war das jetzt noch mal mit dem Konzert Theater Bern, seinem Intendanten Stephan Märki und der freigestellten Schauspieldirektorin Stephanie Gräve? Die nachtkritik.de-Redakteure Nikolaus Merck (redaktionsintern verantwortlich für die Schweiz) und Georg Kasch sprechen im Podcast über die Hintergründe des zerschlagenen Porzellans – und ob sich daraus etwas lernen lässt.

29. Februar 2016: Der Sozialpsychologe Harald Welzer im nachtkritik.de-Interview

Allgemeine Aufgeregtheit prägt die Debattenkultur dieses Landes. Als Reaktion darauf sind der Politologe Alexander Carius und der Sozialpsychologe Harald Welzer mit der Gesprächsreihe "Die Offene Gesellschaft" auf Tour gegangen. Warum gerade Theater gute Orte für solche Gespräche sind, man Pegida lieber hätte ignorieren sollen und das Zentrum für politische Schönheit totalitär ist, sagt Harald Welzer im Interview.

 27. Januar 2016: Der Philosoph Kai van Eikels über das Anstoßen von Debatten im Theater

Sobald es politische Veränderungen gibt, versichert das Theater lauthals, "eine Debatte anstoßen" zu wollen, ohne etwas Eigenes beitragen zu können. Die Botschaft lautet: Macht es doch hier bei uns, im Theater! Gegenfrage: Warum ausgerechnet dort? Der Philosoph und Theaterwissenschaftler Kai van Eikels macht sich Gedanken.

28. Januar 2016: Christian Holtzhauer über Das Zeitalter der Dramaturgie

Wir befinden uns im Zeitalter der Dramaturgie (nicht der Dramaturg*innen, was einen Unterschied macht). Es ist die Zeit derer, die von der Permanenz der Krise des Theater ausgehen und ihr neue Begegnungs-, Produktions- und Ausdrucksformen abgewinnen wollen. Wie das ausschaut? Christian Holtzhauer, Leiter des Kunstfests Weimar und Vorsitzender der Dramaturgischen Gesellschaft (DG) umreißt das in seinem Beitrag zur Stadttheaterdebatte, pünktlich zur Eröffnung der DG-Jahreskonferenz in Berlin.

15. Januar 2016: Mark Terkessidis' Gedanken zum Stadttheater

Unproduktive Hierarchien, seltsamer Geniekult um Regisseure und eine Nomenklatura, die derart betonierte Strukturen zum Bollwerk gegen den Neoliberalismus verklärt. Dabei könnte Stadttheater vieles sein, könnte als lernende Institution alternative Öffentlichkeiten herstellen. In einem Umfeld, in dem die traditionellen Organe der demokratischen Öffentlichkeit dies immer weniger leisten. Ein Plädoyer von Mark Terkessidis.

7. Januar 2016: Tobias Rausch und Ruth Fendel über Recherchetheater

Spätestens mit dem Erscheinen von Rimini Protokoll hat das Dokumentartheater seinen Siegeszug angetreten. Jetzt wird für diese Theaterform ein neuer Begriff geprägt: Recherchetheater – weil diese Kunst nicht bloß eine Wirklichkeit abbildet, bezeugt, dokumentiert sondern sie durchdringt, durchforscht, in ihren diversen Perspektiven spiegelt. Recherchetheater-Macher Tobias Rausch und Ruth Feindel über eine realistische Kunstform auf der Höhe der Zeit.

10. Dezember 2015: Thomas Oberender über Negativ-Effekte der Projektförderung

Verdirbt Fördergeld die Kunst? Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele, sammelt in zehn Thesen Indizien: Während sich die mäzenatische Förderung von einst loyal zu Künstlern verhielt, provoziert die Projektförderung von heute eine kunstfeindliche AngepasstheitZu den Thesen.

8. Dezember 2015: Kunst und Aktivismus – über die Wirksamkeit von Artivismus

Wie bemisst sich der Erfolg des Theaters, wenn es aktivistisch wird? Ist es erst dann erfolgreich, wenn sich die Wirklichkeit ändert? Oder kommt es – da sich die Inszenierungen des Artivismus in die virtuellen Räume verlagern – vor allem auf die Aufmerksamkeitsökonomie der Shares und Likes an? Lösungsvorschläge vom Zentrum für politische Schönheit übers Peng Collective bis zu Milo Rau diskutiert Sophie Diesselhorst.

23. November 2015: Die Berliner Konferenz Really Useful Theater

Die Fragen nach Nützlichkeit und Relevanz des Theaters werden brennender und schmerzlicher, wenn drumherum immer neue Krisen und neue Bedrohungen ausgerufen werden. Zeit für eine Standortbestimmung fanden die Theaterleute. Die wurde versucht bei der Konferenz Really Useful Theater in Berlin. Ein anstrengender Marathon, ein Kraftakt. Gleichwohl ein lohnender. Janis El-Bira berichtet.

8. November 2015: Über die Thüringer Theatersparpolitik

Die Thüringer Theater- und Orchesterlandschaft gehört zu den engmaschigsten des Landes. Aber die Städte, die sie bezahlen sollen, sind arme Kirchenmäuse. Also, sagt sich der Kulturminister, muss etwas geschehen. Seine Vorschläge hat Benjamin-Immanuel Hoff nun unterbreitet. Frauke Adrians hat die  Perpektiven 2015 gelesen.

14. Oktober 2015: Einwanderungs-Schland und das Theater

Inwieweit trägt die kulturelle Praxis hierzulande der Tatsache Rechnung, dass Deutschland schon lange ein Einwanderungsland ist? Am Wochenende haben drei Veranstaltungen in Berlin den aktuellen Stand der Dinge – auch im Zeichen der Flüchtlingskrise – diskutiert: der 3. Branchentreff der Freien Darstellenden Künste, eine Konferenz der Mind-the-Trap-Aktivisten und das Ballhaus Naunynstraße. Mehr von Janis El-Bira.

{slider=3. Oktober 2015: Stadttheaterdebatte – Das deutsche Theater ist besser, als ihr denkt|closed}Das deutsche Theater kranke an seiner Utopielosigkeit, hieß es zuletzt in der Stadttheaterdebatte. Alles Zombies! Zu wenig Mut! Zu viel Texthörigkeit! – Wirklich? Wer von außen hereinschaut, sieht hier stattdessen eine Theaterlandschaft blühen, die in ihrer Diversität auf der Welt ihresgleichen sucht, sagt Holger Syme.

24. September 2015: Frauke Adrians über Hintergründe der Spardebatte in Thüringen

Goethe, Schiller, Bach, Telemann… Thüringen ist die Kronjuwelen-Kammer der deutschen Theater- und Musiklandschaft. Wird es so bleiben? Aktuell droht der Wegfall wichtiger Orchester und Theatersparten. Immerhin: Die Spardebatte hat die Hinterzimmer des Ministeriums verlassen und ist öffentlich geworden. Welche Szenarien liegen auf dem Tisch? Frauke Adrians verschafft Überblick.

7. September 2015: Sabine Reich über die Selbstvergessenheit des Stadttheaters

Das Stadttheater nimmt sich das Recht, die Stadt zu befragen, doch niemals das Theater. Das Theater ist der blinde Fleck im ewigen Diskurs der Veränderung. Doch es macht zwei Fehler: Es folgt einem vergangenen Ideal und beschönigt seine realen Verhältnisse. Es ist weder das, wofür es sich hält, noch sollte es bleiben, was es war. Die Dramaturgin Sabine Reich liest dem Stadttheater die Leviten.

 

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