Überfo(e)rdert

Wien/Darmstadt, 9. September 2009. Die für November geplanten und gemeinsam mit dem Deutschen Literaturfonds veranstalteten Werkstatttage für junge Dramatiker am Burgtheater Wien werden im Jahr 2009 erstmalig ausgesetzt. Die Jury begründet ihre Entscheidung mit einem Mangel an qualifizierten Bewerbungen.

Anhand eines fertigen Stückes und einer Arbeitsprobe sollten acht AutorInnen unter 35 Jahren ausgewählt werden, um ihre Texte an der Burg weiterzuentwickeln. Obwohl zu den Bewerbungsvoraussetzungen entweder die Teilnahme an einem Studiengang des Szenischen Schreibens oder eine Verlagsanbindung oder die persönliche Empfehlung von zwei Persönlichkeiten des Theaterlebens gehört, fand sich unter den Einsendungen keine ausreichende Anzahl von Bewerbungen mit erkennbarem Entwicklungspotential.

Bei fast allen eingereichten Stücken vermisste die Jury neben der fehlenden Dringlichkeit der verhandelten Themen szenische Phantasie und sprachliche Eigenständigkeit. Zudem stellte die Jury eklatante handwerkliche Schwächen fest. Der Jury gehörten die Dramaturgin Britta Kampert, die Journalistin Petra Kohse, der Dramaturg Erik Altorfer und der Literaturwissenschaftler Gunther Nickel an.

Von 1988 bis 1999 lud der Deutsche Literaturfonds in unregelmäßigen Abständen junge Dramatikerinnen und Dramatiker zusammen mit Lektoren, Regisseuren und Dramaturgen ein, um konkrete Arbeitsbeziehungen zwischen Autorinnen, Autoren und Theaterpraktikern herzustellen. Seit 2001 wird diese Arbeit mit einer veränderten Konzeption am Burgtheater Wien fortgesetzt. Auf eine erste Woche mit Autoren, Dramaturgen und Regisseuren folgt eine zweite, in der die noch unfertigen Stücke mit Regisseuren und Schauspielern szenisch umgesetzt werden.

Für das Jahr 2010 sind wieder Werkstatttage an der Burg geplant. Junge Autorinnen und Autoren unter 35 Jahren werden sich ab Frühjahr mit einem fertigen Stück und einer Arbeitsprobe für eine Teilnahme bewerben können.

(nachtkritik.de nach der Website des Deutschen Literaturfonds)

 

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