Par ordre du mufti

Berlin, 27. April 2010. Wie die tageszeitung heute schreibt, ist bei einem Gespräch zwischen Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD), dem Kudamm-Karree-Investor Ballymore (Irland), dem Architekten David Chipperfield und Theaterdirektor Martin Woelffer verabredet worden, dass es neue Pläne für die Theater am Kurfürstendamm geben soll.

Letzte Woche hatte sich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit gegenüber dem Investor, der eine halbe Milliarde Euro in den neuen Gebäudeblock in Berlin-Charlottenburg verbauen will, dafür stark gemacht, dass die beiden Boulevardbühnen ihren Eingang auf dem Kurfürstendamm behalten.

Chipperfields Entwurf, der im Kern Gefallen bei den beteiligtren Behörden gefunden hatte, sah die Verlegung des Haupteingangs in die den Boulevard kreuzende Uhlandstraße vor. Theaterdirektor Martin Wölffer dazu ganz trocken: "Wir haben eine Vereinbarung über ein Theater am Kurfürstendamm, nicht an der Uhlandstraße."

Nun habe man, so Rolf Lautenschläger in der taz unter Bezugnahme auf Staatssekretär Andrè Schmitz, in dem man wohl die Hauptperson dieses "man" vermuten darf, ... habe man Architekt Chipperfield sowie den Vorstand von Ballymore Group gebeten, "einen alternativen Entwurf" zu entwickeln. Nach Ansicht von Schmitz besteht die Chance, dass sowohl der Investor als auch Theaterleitung und Bezirk Charlottenburg sich auf eine "neue gemeinsame" Planung einigen können. Man habe Ballymore klargemacht, wie wichtig der Zugang für das Theater über den Boulevard Kurfürstendamm wäre. Doch wird es wohl in Zukuft nurmehr einen der beiden historischen Theatersäle geben. "Einen Bestand beider Bühnen hält auch Schmitz aus wirtschaftlichen Gründen nicht für sinnvoll", schreibt die taz.

 

Zur Genesis der Auseinandersetzung lesen Sie:

Skandal um die Ku'damm-Bühnen in Berlin, 4. Juli 2007

Für Geld geht alles aus, 7. Juli 2007

Für den Fortbestand des Boulevard-Theaters in Berlin!, 22. September 2007

Lasst das Theater!, 3. Dezember 2008

(taz/jnm)

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