Niemand1 280 arnoDeclair h"Niemand" am DT Berlin © Arno DeclairBerlin, 26. März 2017

... und der universale Niemand lacht

Erst vor zwei Jahren tauchte Ödon von Horváths Erstlingsdrama Niemand als Typoskript bei einer Berliner Auktion auf. 2016 in Wien uraufgeführt, kommt es nun ans Deutsche Theater, wo Horváth als Dramatiker einst durchgesetzt wurde. Dušan David Pařízek inszeniert. Und, Christian Rakow?

Hamburg, 26. März 2017: Michael Thalheimer mit Kleists Der zerbrochne Krug

Amusement war bislang nicht die Sache von Michael Thalheimer. Nun inszeniert er Kleists Der zerbrochne Krug am Schauspielhaus. Und was wurde dort aus dem Lustspiel? Katrin Ullmann berichtet.

Hannover, 26. März 2017: Tom Kühnels Erkundung des Revolutionsjahrs 1917

Tom Kühnel nimmt sich in seinen Arbeiten oft historische Ereignisse vor und analysiert sie mit den Mitteln der Revue. Am Schauspiel Hannover ist es jetzt das russische Revolutionsjahr 1917. Tim Schomacker weiß mehr.

Hamburg, 25. März 2017: Katie Mitchell zeigt 4.48 Psychose von Sarah Kane

Sarah Kane gilt als eine der wichtigsten Dramatikerinnen der 1990er Jahre. Und das, obwohl sie nur fünf Stücke schrieb. Kurz nach der Fertigstellung ihres letzten Texts 4.48 Psychose brachte sie sich um. Nun inszeniert Katie Mitchell den Text am Schauspielhaus mit biographischem Fokus. Falk Schreiber berichtet.

Stuttgart, 25. März 2017: Marie Bues mit How To Sell A Murder House von Sibylle Berg

Der Investor klopft schon an. Noch aber wuchern Bäume auf dem Industrie-Campus, auf dem Marie Bues/Nicki Liszta Sibylle Bergs Text How To Sell A Murder House in einen Performance-Parcours setzen. Zum Gefallen von Steffen Becker.

Stuttgart, 25. März 2017: Ryan McBryde mit Goethes Faust an den Schauspielbühnen

Bei ständig gespielten Klassikern wie Goethes Faust stellt sich Regisseur*innen die wichtige Frage: Für wen inszeniere ich das überhaupt? Ryan McBryde gibt an den Schauspielbühnen Stuttgart eine klare Antwort. Verena Großkreutz berichtet.

Basel, 24. März 2017: Felicitas Brucker mit Ewald Palmetshofers die unverheiratete

Mit seinem Stück die unverheiratete hat Ewald Palmetshofer vor zwei Jahren den Mülheimer Dramatikerpreis gewonnen. Nun ist dieses komplexe Spiel der Schuldigkeiten erstmals in der Schweiz zu sehen, am Theater Basel, an dem Palmetshofer als Dramaturg tätig ist. Felicitas Brucker führt Regie und Christoph Fellmann schreibt die Nachtkritik.

Berlin, 24. März 2017: Satellites am Ballhaus Ost

Das multimedial verspielte Post Theater und das bulgarische Subhuman Theatre haben sich am Ballhaus Ost gemeinsam auf eine Kalte-Kriegs-Mission ins Weltall begeben – in welcher Umlaufbahn die Satellites dabei ankamen, weiß Sophie Diesselhorst.

Heilbronn, 20. März 2017: Jens Kerbel zeigt Sinan Ünels Familienepos Pera Palas

Es gibt viel Unverständnis zwischen der Türkei und dem Westen. Zeit, ein wenig davon abzubauen: Am Theater Heilbronn zeigt Regisseur Jens Kerbel das große west-östliche Generationen- und Familienepos Pera Palas von Sinan Ünel aus dem Jahr 1995 und taucht tief in die türkische Geschichte. Steffen Becker reist mit zum Bosporus.

Hamburg, 19. März 2017: Leander Haußmann begeistert mit Cyrano de Bergerac

Cyrano de Bergerac fordert alle, die ihm über den Weg laufen, zum Duell heraus – dem Fechten ist in diesem Stück also nicht aus dem Weg zu gehen. Und Leander Haußmann stürzt sich am Thalia Theater gleich doppelt drauf, lässt Jens Harzer als Cyrano und die anderen im wörtlichen sowie im übertragenen Sinne die Degen schwingen. Zur Begeisterung von Michael Laages.

Wien, 19. März 2017: Antú R. Nunes mit einer soghaften Orestie an der Burg

Die Orestie des Aischylos handelt von der Geburt des Gesetzes aus dem Geist der Rache. Antú Romero Nunes macht im Burgtheater einen soghaften Abend daraus, in dem abstrakte Rechtsphilosophie und theatrale Körperlichkeit sich kongenial ergänzen. Mehr von Leopold Lippert.

Neuss, 19. März 2017: Michel Decars preisgekröntes Stück Jenny Jannowitz

Michel Decars Parabel auf die beschleunigte Zeit Jenny Jannowitz gewann den Kleistförderpreis und wurde 2014 bei den Ruhrfestspielen uraufgeführt. Jetzt zeigt am Landestheater Nicole Erbe ihre Version. Und überzeugte Friederike Felbeck.

Eisenach, 19. März 2017: David Gieselmanns Luther-Stück Ablass

Es ist Lutherjahr, und im Landestheater Eisenach bringt Boris C. Motzki ein Stück von David Gieselmann zur Uraufführung, das den Titel Ablass trägt. Was es enthält, weiß Henryk Goldberg.

Berlin, 18. März 2017: Bastian Kraft mit Tod eines Handlungsreisenden am DT

Der Mann stirbt am Kapitalismus, an den er bis zuletzt glaubt – in Arthur Millers Drama Tod eines Handlungsreisenden, das Bastian Kraft jetzt am Deutschen Theater inszeniert hat. Für Ulrich Matthes ist die Figur des Willy Loman Schauspielerfutter mit Premium-Garantie. Michael Wolf war bei der Premiere.

Leipzig, 18. März 2017: geister sind auch nur menschen von Katja Brunner uraufgeführt

In Katja Brunners neuem Stück geister sind auch nur menschen spricht eine Gruppe gealterter Menschen am Rande des körperlichen Siechtums. Claudia Bauer inszeniert Schönheit, Witz und Elend der Demenz in Leipzig als konsequent körpersprachlich gedachtes Endspiel, Tobias Prüwer ist angetan.

Berlin 18. März 2017: Sebastian Nübling inszeniert Zucken von Sasha Marianna Salzmann

Es ist eine Lost Generation mit angewachsenem Smartphone, die Sasha Marianna Salzmann in ihrem Stück Zucken vom spießigen Ledersofa in diverse heilige Kriege aufbrechen lässt. Sebastian Nübling hat mit Darsteller*innen vom Jungen Theater Basel im Berliner Gorki Theater die Uraufführung inszeniert. Ließ Sophie Diesselhorst sich bekehren?

Wien 18. März 2017: Philipp Preuß inszeniert am Volkstheater Kasimir und Karoline

So genau wie er konnte keiner die Stille aufschreiben, die die Sätze der Menschen erfüllt. Noch wenn sie sprechen. Ödön von Horváths Figuren verstummen von je her vor dem Leben, das ihnen widerfährt. Jetzt hat Philipp Preuss Horváths Kasimir und Karoline am Wiener Volkstheater inszeniert. Eva Biringer sah dort Lametta verglühen.

Düsseldorf, 18. März 2017: Jana Schulz als Medea, Regie: Roger Vontobel

Die Schauspielerin Jana Schulz und der Regisseur Roger Vontobel arbeiten schon lange an einer Galerie starker Frauen. Am Düsseldorfer Schauspielhaus widmen sie sich nun der allerersten weiblichen Hauptfigur des europäischen Theaters. Die Premiere der Medea von Euripides sah Gerhard Preußer.

Wien, 17. März 2017: Felix Mitterers Galápagos am Theater in der Josefstadt

Die Geschichte ist historisch verbürgt: 1934 wandern sieben Menschen auf die Galápagos-Inseln aus. Ein paar Monate später sind die meisten tot oder verschwunden. Bis heute weiß niemand warum. Felix Mitterer hat aus diesem Stoff ein Stück gemacht, Stephanie Mohr hat es an der Wiener Josefstadt inszeniert. Mit dabei: Martin Pesl.

Luzern, 16. März 2017: Alexander Giesches Endzeitvision White out

Alexander Giesche hat diesmal sein Bildertheater in Luzern aufgeschlagen, wo er von den letzten Dingen raunt: In seinem "Visual Poem" White out – Begegnungen am Ende der Welt schweben Eisblöcke und tanzt das Licht. Toll! Wenn da nur der Text nicht wäre, findet Geneva Moser.

Wien, 12. März 2017: Jan Bosse inszeniert Thomas Melles Die Welt im Rücken

Eine Tour de force durch sein Leben und seinen Kampf mit einer bipolaren Störung ist Thomas Melles autobiografischer Roman Die Welt im Rücken. Kann das gutgehen, so einen Stoff ins Theater zu bringen? Oder wird es zur geschmacklosen Ausstellung einer Krankheit? Im Burgtheater setzt Jan Bosse alles auf die Wucht des Joachim Meyerhoff als Melle und seine Dämonen – Eva Biringer ist beeindruckt.

Berlin, 12. März 2017: Sebastian Baumgarten zeigt Brechts Dickicht 

Ein "Bums ohne Inhalt" nannte Alfred Kerr Brechts "Dickicht der Städte". Nun hat Sebastian Baumgarten es am Maxim Gorki Theater inszeniert und auch noch den Titel gekürzt: Durchs Dickicht mit lief Gabi Hift.

Bochum, 12. März 2017: Marius von Mayenburg mit Shakespeares Romeo und Julia

Shakespeares Romeo und Julia ist das Stück des unbedingten Liebesüberschwangs. Aber vermag man diesem Gefühl heute überhaupt noch Sprache zu geben? Marius von Mayenburg hat es versucht, und Andreas Wilink wird grundsätzlich.

Wien, 12. März 2017: Frotzler-Fragmente von FUX erklären Ökonomie 

Am Anfang war Kuh. Dann eine Kuh, dann meine Kuh. So nahm das Verhängnis der Geldwirtschaft seinen Lauf. FUX haben im Wiener Schauspielhaus aus dieser Misere eine Doppelconference gefertigt. Theresa Luise Gindlstrasser war bei Frotzler-Fragmente zu Gast.

Stuttgart, 12. März 2017: Stephan Kimmig stellt Ehen in Philippsburg aufs Laufband 

Als nicht eben menschenfreundlich schilderte Martin Walser 1957 die Nachkriegsgesellschaft im Stuttgarter Kessel in seinem ersten Roman Ehen in Philippsburg. Den Roman hat Stephan Kimmig auf ein Laufband gestellt, Verena Großkreutz stand an der Strecke.

Plauen, 12. März 2017: Intendant Roland May inszeniert Medea in Plauen

Landauf, landab spielt man derzeit das Drama um die geflüchtete Medea. Auch am Theater Plauen-Zwickau, wo Roland May den Euripides-Text in die Jetztzeit geholt hat. Hier der Augenzeugenbericht von Kornelius Friz.

München, 11. März 2017: Tina Lanik inszeniert Euripides' Die Troerinnen

Er gilt als die Mutter aller Schlachten: der Trojanische Krieg. Euripides hat sich in Die Troerinnen besonders des Schicksals der Frauen angenommen: Andromache, Hekabe, Kassandra ... Diese Geschichte(n) hat Tina Lanik nun am Residenztheater in Szene gesetzt. Mit Mädchenchor und Starbesetzung. Tim Slagman berichtet.

Köln, 11. März 2017: Rafael Sanchez inszeniert den Tod eines Handlungsreisenden

Arthur Millers berühmtes Stück Tod eines Handlungsreisenden erzählt vom Sterben des Vertreters Willy Loman am Kapitalismus. Am Schauspiel Köln hat Rafael Sanchez der Story einen nihilistische Spin verpasst. Mehr von Dorothea Marcus.

Zürich, 10. März 2017: Alize Zandwijk mit Ibsens Wildente am Schauspelhaus

Henrik Ibsens Wildente ist ein Stück über Lebenslügen. Unbeirrbar halten vor allem die ehemals erfolgreichen Männer der Familie Ekdal an ihren Illusionen fest. Kann man ihnen die Augen öffnen? Soll man das überhaupt ? Oder ist es menschenfreundlicher, den Leuten die Selbsterkenntnis zu ersparen? Alize Zandwijk lässt am Schauspielhaus Zürich Hoffnung keimen. Christian Rakow staunt.

Augsburg, 10. März 2017: Die Welt ist schlecht! Und ich bin: Brecht

Patrick Wengenroth, Leiter des Brechtfestivals, wurden unerhörte Freiheiten mit Brechts Stücken gewährt. Zum Glück für seine Revue Die Welt ist schlecht! Und ich bin: Brecht, wie Willibald Spatz berichtet.

Hamburg, 9. März 2017: Just call me God mit John Malkovich in der Elbphilharmonie

John Malkovich spielt einen (fiktiven) Diktator in Just call me God, das Michael Sturminger diesem großartigen Hollywoodschauspieler auf den Leib geschrieben hat – fiesen Rollen eine Uneindeutigkeit zu verleihen gehört schließlich zu seinen Spezialitäten. In der Hamburger Elbphilharmonie orgelt dazu die Orgel und stellt Sophie von Kessel Fragen. Fragen hat allerdings auch Falk Schreiber.

Zürich, 9. März 2017: Der Fall Meursault am Zürcher Neumarkttheater

Kamel Daouds 2013 erschienener Roman Der Fall Meursault. Eine Erwiderung ist einer der stärksten Beiträge zu gegenwärtigen Fluchtbewegungen und ihren Konsequenzen. Entsprechend oft wird der Roman für die Bühne adaptiert – am Zürcher Neumarkttheater jetzt von Leila Soliman und Ruud Gielens. Maximilian Pahl ist beeindruckt.

Wien, 7. März 2017: mutterseele. dieses leben wollt ich nicht im Werk X

Der Vater gewalttätig und anderen Frauen zugeneigt, die Mutter trinkt und wünscht, ihr Kind wäre nie geboren: es ist die alte, immer wieder neue Geschichte, die Thomas Perles Familiendrama mutterseele. dieses leben wollt ich nicht erzählt. Lina Hölschers Uraufführung im Werk X sah Martin Pesl.

Konstanz, 6. März 2017: We Have A Situation Here - Vier Kurzdramen von Neil LaBute

We Have A Situation Here heißt es normalerweise in Actionfilmen, wenn es brenzlig wird. Am Theater Konstanz überspannt der Satz nun einen Abend mit vier Kurzdramen von Neil LaBute, inszeniert von ihm selbst sowie Ingo Putz, Andreas Bauer und Johanna Wehner. Unmenschlichkeit und Unterdrückung hinter heilen Fassaden sah Elisabeth Maier.

Halle, 6. März 2017. Uraufführung der Oper Sacrifice von Dirk Laucke und Sarah Nemtsov

Zwei Teenager-Mädchen aus Sachsen-Anhalt ziehen nach Syrien in den "Heiligen Krieg" – aus diesem Thema haben der Dramatiker Dirk Laucke und die Komponistin Sarah Nemtsov eine Oper namens Sacrifice gemacht, deren Uraufführungsinszenierung von Florian Lutz Janis El-Bira um die Ohren flog.

Frankfurt, 5. März 2017: Drei Tage auf dem Land in Andreas Kriegenburgs Inszenierung

Bei Patrick Marbers Novität Drei Tage auf dem Lande handelt es sich um eine Übermalung von Iwan Turgenews "Ein Monat auf dem Lande". Der deutschen Erstaufführung half nun Andreas Kriegenburg auf die Bühne. Ganz in Weiß bewegen sich die Figuren im Wiegeschritt zwischen woodyallenesker Sex-Komödie und Stillleben aus Seelenschmerz. Shirin Sojitrawalla war bei der Premiere.

Freiburg, 5. März 2017: Acht Künstlerteams erforschen Eurotopia

Die Ära Barbara Mundel neigt sich dem Ende entgegen, und noch einmal geht es am Theater Freiburg ums große Ganze, nämlich um die Utopie von Europa. Acht Künstlerteams haben sich auf die Fährte von Eurotopia gesetzt, Jürgen Reuß ist ihnen dabei gefolgt.

Nürnberg, 5. März 2017: Sascha Hawemann inszeniert Die Ratten

Sind sie eine Komödie? Sind sie eine Tragödie? Wer sich an Gerhart HauptmannsRatten wagt, wird das Pendel in eine der beiden Richtungen ausschlagen lassen müssen. Sascha Hawemann hat den Weg der Brachialkomik gewählt. Mehr von Dieter Stoll.

Berlin, 4. März 2017: Frank Castorf inszeniert seinen Faust

25 Jahre und nochmal sieben Stunden. Frank Castorf setzt zum Abschied von seiner Intendanz an der Berliner Volkbühne Goethes Faust als verschwenderische, aberwitzig großartig besetzte Kolossalinszenierung auf den Spielplan. Die Erwartungen waren immens. Ob dieser fiebertraumatische Faust-Trip in die europäische Kolonialgeschichte sie halten konnte, weiß Wolfgang Behrens.

Augsburg, 4. März 2017: Die Maßnahme zur Eröffnung des Brechtfestivals

Das Brechtfestival ist unter neuer Leitung radikal modernisiert. Zur Eröffnung gibt's das umstrittene Brecht-Eisler-Oratorium Die Maßnahme: von Selcuk Cara ins Szene gesetzt. Willibald Spatz ließ sich begeistern.

Dortmund, 4. März 2017: Marcus Lobbes dialogisiert Mike Daiseys Trump

Im US-Wahlkampfs schoss Mike Daisey seinen kritischen Monolog Trump hervor. Jetzt ist Trump gewählt, und Wunden müssen geleckt werden. Regisseur Marcus Lobbes tut's, sehr zum Gefallen von Sascha Westphal.

Essen, 4. März 2017: Thees Uhlmanns Sophia, der Tod und ich

Der Tod steht vor der Tür – damit beginnt Thees Uhlmanns Roman Sophia, der Tod und ich, der einen eher lustigen als diabolischen Roadtrip erzählt. Als solchen bringt ihn Tilman Gersch nun auf die Bühne. Mehr von Ulrike Gondorf.

Graz, 4. März 2017: Jan Christoph Gockels Büchner-Müller-Mix Der Auftrag: Dantons Tod

Der Engel der Verzweiflung sitzt hier auf dem Rücksitz. Denn Jan-Christoph Gockel läßt die Revolutionäre in seinem Büchner-Müller-Fluch-der Karibik-Mix Der Auftrag: Dantons Tod im SUV nach Jamaica reisen. Mehr von Reinhard Kriechbaum.

Rendsburg, 3. März 2017: Kristian Smeds' Eisbilder am Landestheater Schleswig-Holstein

Sie verzweifeln aus Liebe, hassen aus Überforderung, schweigen aus Hilflosigkeit. Kristian Smeds' Stück Eisbilder erzählt Geschichten vom Ende der Welt. Grazyna Kania hat das Stück für das Landestheater Schleswig-Holstein inszeniert. Michael Laages ist hingerissen.

Bremen, 3. März 2017: Felix Rothenhäusler mit der TV-Serie Mr. Robot

Ein depressiver Hacker, eine zwielichtige Firma, ein geheimnisvoller Terrorist: Die TV-Serie Mr. Robot erzählt von einer Welt am Abgrund. Felix Rothenhäusler hat den Stoff adaptiert. Jens Fischer berichtet.

Berlin, 27. Februar 2017: Wut von Elfriede Jelinek am Deutschen Theater Berlin

Eigentlich könnte jedes Stück von Elfriede Jelinek Wut heißen. Dasjenige, das nun tatsächlich diesen Titel davongetragen hat, wurde gerade frisch zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Martin Laberenz hat dieses Stück der Stunde nun am Deutschen Theater Berlin inszeniert. Wie wütend mutet das Ganze denn an, Simone Kaempf?

Altenburg, 27. Februar 2017: Der Hauptmann von Köpenick mit Ouelgo Tene

. Nicht zuletzt wegen rassistischer Anfeindungen wird Ouelgo Tene das Theater Gera-Altenburg im Sommer verlassen. Vorher aber spielt er noch die deutsche Leib-, Magen- und Uniformkomödie Der Hauptmann von Köpenick. Selbstverständlich, meint Henryk Goldberg, und gut!

Hamburg, 26. Februar 2017: René Polleschs Ich kann nicht mehr am Schauspielhaus

Ich kann nicht mehr, behauptet Torpedodiskurs-Theatermacher René Pollesch, aber er kann tatsächlich ungeheuer viel, wie er am Schauspielhaus beweist: Redeberge stürmen, Guerilla gegen Karrierekollektive, Kathrin Angerer unter Kanarienvögeln tänzeln lassen und und und. Ein postbarockes Fest feiert Stefan Schmidt mit.

Zürich, 26. Februar 2017: Markus Werners Roman Zündels Abgang am Schauspielhaus

Markus Werners Roman Zündels Abgang erzählt vom Niedergang eines Mannes, der zu verletzlich ist für eine Welt voller Ecken und Kanten. Zino Wey inszeniert den Roman am Schauspielhaus Zürich. Zur Freude von Valeria Heintges.

Weimar, 26. Februar 2017: Robert Schuster legt einen neuen Hamlet vor

Seit mehr als 400 Jahren leidet Hamlet, woran auch immer. Nun hat Robert Schuster Shakespeares Stück am Nationaltheater inszeniert. Henryk Goldberg über Sein oder Nichtsein.

Berlin, 26. Februar 2017: Ilan Ronen inszeniert Alles muss glänzen am Ku'damm

Draußen droht die Sintflut, drinnen tanzt und plappert Maria Furtwängler als Hausfrau Rebecca. Ilan Ronen inszeniert Noah Haidles Alles muss glänzen. Aus dem Theater am Kurfürstendamm berichtet Gabi Hift.

Tübingen, 26. Februar 2017: Konstatnin Küsperts Believe Busters uraufgeführt

Wäre die Welt ohne Religion besser? In Konstantin Küsperts neuem Stück Believe Busters kämpft eine Gruppe Atheisten gegen den Glauben an. Thomas Rothschild war dabei.

Basel, 26. Februar 2017: Anja Hillings Mittagswende. Die Stunde der Spurlosen

Die abgründige Geschichte einer Liebe zu viert: Auf Basis eines Stücks von Paul Claudel schrieb Anja Hilling Mittagswende. Die Stunde der Spurlosen. Julia Hölscher inszenierte die Uraufführung. Maximilian Pahl durchlitt sie.

Hamburg, 25. Februar 2017: Perceval mit Falladas Wer einmal aus dem Blechnapf frisst 

Das Recht auf ein anständiges Leben erhoffen sich die Figuren in Hans Falladas Romanen. Regisseur Luk Peceval inszeniert ihn am Thalia Theater mit Wer einmal aus dem Blechnapf frisst zum dritten Mal. Und zwar jenseits aller Elendspornografie, mit Händchen für das Zarte im Groben. Setzt Perceval seine Erfolgsserie preisgekrönter Fallada-Arbeiten fort? Mehr von Falk Schreiber.

Berlin, 25. Februar 2017: Sebastian Hartmanns Ibsen-Strindberg-Collage Gespenster

. Gespenster gibt es nicht nur in Henrik Ibsens gleichnamigen Drama, sondern auch bei August Strindberg und Heinrich Heine. Am Deutschen Theater hat Sebastian Hartmann aus viel Familien-Material eine bildgewaltige Collage verdichtet. Mit dabei: Frauke Adrians.

Dresden, 25. Februar 2017: Der Graf von Monte Christo als Simon-Solberg-Mash-up 

Alexandre Dumas' Der Graf von Monte Christo ist nicht nur eine Räuberpistole über den Rachefeldzug eines Verratenen, sondern vor allem Gesellschaftskritik. Die greift Simon Solberg in Dresden dankbar für sein Mash-up auf. Christian Rakow berichtet.

Basel, 24. Februar 2017: Wilhelm Tell comic-komisch von Stefan Bachmann inszeniert

Gibt es einen besseren Stoff, um ein Comeback in der Schweiz zu feiern, als Schillers Wilhelm Tell? Es ging auf für Stefan Bachmann, der an seiner einstigen Wirkungsstätte in Basel Blankvers mit Beat unterlegt und dem Gründungsmythos eine Comic-Helden-Kur verpasst: Das Publikum johlte, schreibt Claude Bühler.

Hannover, 24. Februar 2017: Alexander Eisenachs Inszenierung von Die Gerechten

Dürfen für die Revolution Kinder sterben? Albert Camus fragt in Die Gerechten nach dem Preis politischer Veränderung. Alexander Eisenach inszeniert das Stück in Hannover. Christian Rakow berichtet.

Göttingen, 24. Februar 2017: Christian Friedels Regiedebüt mit Antigone

Schauspieler Christian Friedel, Protagonist in Dresden, Düsseldorf und in Michael Hanekes "Das weiße Band", führt erstmals seit Schultheatertagen Regie: in Göttingen Antigone. Bei ihm herrscht statt Kreon Eurydike, aber das Ende ist nicht so eindeutig wie bei Sophokles. Mehr von Jan Fischer

Bregenz, 24. Februar 2017: Rafael Spregelburds Bosch-artiges Inferno

Das Vorarlberger Landestheater in Bregenz macht durch Auftragswerke von sich reden, etwa von Rafael Spregelburd, der zum Hieronymus-Bosch-Jahr Inferno schrieb. Steffen Jäger inszenierte die Uraufführung. Mit dabei: Petra Nachbaur.

Wien, 20. Februar 2017: Valerie Voigt-Firon mit Drei sind wir von Wolfram Höll

Wolfram Hölls sprachmelodisch sensible Theater-Partitur Drei sind wir über das Leben mit einem Trisomie-Kind erhielt 2016 den Mülheimer Dramatikerpreis. Im Vestibül des Wiener Burgtheaters bringt Valerie Voigt-Firon das Stück jetzt zur österreichischen Erstaufführung. Leopold Lippert sah Pac-Man durchs Geister-Labyrinth rasen.

Stuttgart, 19. Februar 2017: Armin Petras' Schauspielerfest Eines langen Tages Reise...

Wenn schon Untergang, dann bitte in dieser Gesellschaft! Edgar Selge, Peter Kurth, Peter René Lüdicke, Julischka Eichel und Manolo Bertling versammelt Regisseur Armin Petras auf dem Deck der Titanic, um sie mit Eugene O'Neills Eines langen Tages Reise in die Nacht in den Schlund der Lebenslügen zu lotsen. Großes Schauspielerfest. Und mehr? Steffen Becker berichtet.

Düsseldorf, 19. Februar 2017: Matthias Hartmanns effektsicherer Michael Kohlhaas

Rauchsäulen und Sakralmusik, brennende Städte und klappernde Pferdehufe: Mit satten Theatermitteln erzählt Matthias Hartmann Heinrich von Kleists berühmte Geschichte vom fatalen Rachefeldzug eines kleinen Mannes Michael Kohlhaas. Mehr von Dorothea Marcus.

München, 19. Februar 2017: Toshiki Okadas minimalistisches Nō Theater

Toshiki Okada ist ein Meister der Entschleunigung. In Nō Theater an den Kammerspielen greift er Debatten um Finanzkrise und Feminismus auf und übersetzt sie in die Formensprache des traditionellen japanischen Theaters. Petra Hallmayer sah den Abend.

Moers, 19. Februar 2017: M. Y. Crowleys The Dead Inc. - Die Toten

The Dead Inc. - Die Toten heißt das neue Stück des New Yorkers Michael Yates Crowley. Es geht um eine Firma, die für Versicherung die Lebensdauer ihrer Kundschaft berechnet: Geschrieben fürs Schlosstheater Moers und seinen Intendanten Ulrich Greb, der es dort auch kongenial uraufführte. So Sascha Westphal.

Berlin, 18. Februar 2017: Ersan Mondtags Ödipus und Antigone im Zombie-Kabinett

Die bleichen Gesichter der Menschen sind von Aussatz gezeichnet. Sie schleppen sich in schriller Garderobe über die Szene: ihrem Untergang oder einem neuen Führer entgegen, der sie aus dem Elend reißt? Ödipus und Antigone heißt das Spektakel am Maxim Gorki Theater, das Ersan Mondtag nach Sophokles in Szene gesetzt hat. Michael Wolf berichtet.

Hamburg, 18. Februar 2017: Gintersdorfers Der Allmächtige Baumeister aller Welten

In Der Allmächtige Baumeister aller Welten bieten Gintersdorfer/Klaßen am Schauspielhaus Tanz-Rituale mit Knoblauch. Zu welchem Zwecke? Um in Geheimnisse der Geheimgesellschaften einzuführen, wie Katrin Ullmann weiß.

Oberhausen, 18. Februar 2017: Medea, neu geschrieben von Wihad Suleiman 

Medea, Verführerin, Kindsmörderin, Barbarin aus der Fremde. Ein mächtiger Problemkomplex. Ein archaischer. Ein antiquierter? Regisseurin und Autorin Wihad Suleiman macht sich an eine Neuschreibung, die Andreas Wilink sah.

Wien, 13. Februar 2017: Klein Zaches – Operation Zinnober am Volkstheater

Wenn Feen und Kobolde unfähig sind, sich zu integrieren, dann müssen sie halt auf die andere Seite des Grenzzauns. Denn in Klein Zaches – Operation Zinnober, gedichtet von Péter Kárpáti nach E.T.A. Hoffmann, haben sie auf der Seite der Aufklärung erst einmal nichts zu suchen. Am Volkstheater Wien verhilft der Theaterzauberer Victor Bodo den Fabelwesen aber wieder zu ihrem Recht, nicht wahr, Theresa Luise Gindlstrasser?

München, 13. Februar 2017: Pinar Karabulut mit Achternbuschs Dogtown Munich

Eine Maria, die ihr Weißwurst-Herz an Hitler vergibt, und Neonazis, die von Herakles verprügelt werden – Herbert Achternbuschs wildes Stadtporträt Dogtown Munich, in der Regie von Pinar Karabulut, sah Tim Slagman am Volkstheater.

Heidelberg, 13. Februar 2017: Das Festival ¡Adelante! mit einer Gentrifizierungssatire

Beim iberoamerikanischen Festival ¡Adelante! bringt das gastgebende Theater Heidelberg gemeinsam mit dem chilenischen Colectivo Zoológico eine Gentrifizierungssatire raus: Nimby | Not in my backyard. Thomas Rothschild sah Ökos Mauern bauen.

Dortmund, 12. Februar 2017: Kay Voges' Fotografie-Theater hell /  Ein Augenblick

Fotos sind fixiert, tot? Klar, aber die Selfie-Kultur lebt. Kay Voges steigt tief in die Dunkelkammer für hell/Ein Augenblick. Greift die archaische Verwandlung des Fotografieren auf, das Vergängliche, Tote wie Lebensbejahende. 100 Fotos entstehen auf der Bühne, die ranwollen an unsere Sehgewohnheiten. Mehr von Gerhard Preußer.

Berlin, 11. Februar 2017: Claus Peymanns balancierender Prinz Friedrich von Homburg

Claus Peymann hat für seine letzte Inszenierung nach 17,5 Jahren am Berliner Ensemble Prinz Friedrich von Homburg von Heinrich von Kleist ausgewählt. Das Drama des vom Überleben träumenden Menschen. Esther Slevogt war beim letzten Walzer des großen Peymann am Schiffbauerdamm.

Zürich, 11. Februar 2017: Milo Raus Die 120 Tage von Sodom mit Hora-Schauspielern

Das Theater Hora und das Ensemble des Schauspielhauses spielen gemeinsam Szenen aus Pier Paolo Pasolinis Die 120 Tage von Sodom. Pasolinis Darstellung von Hochkultur und Massenmord wendet Regisseur Milo Rau auf die Pränatale Diagnostik von heute an. Christoph Fellmann berichtet.

Köln, 11. Februar 2017: Moritz Sostmann inszeniert Faust I

Moritz Sostmann inszeniert Faust I am Schauspiel Köln. In seinen Inszenierungen spielen regelmäßig nicht Schauspieler, sondern Puppen die Hauptrolle. Lässt er auch bei Hausvater Goethe die Puppen wieder tanzen, Friederike Felbeck?

Frankfurt, 11. Februar 2017: Sasha Marianna Salzmanns Ich, ein Anfang uraufgeführt

Das Festival Frankfurter Positionen gilt in diesem Jahr dem "Ich, reloaded" – dem "Subjekt im digitalen Netz". Im Rahmen des Festivals werfen die Autorin Sasha Marianna Salzmann und die Regisseurin Bernadette Sonnenbichler mit Ich, ein Anfang einen Blick auf eine zersplitterte Generation. Shirin Sojitrawalla war dabei.

Kassel, 11. Februar 2017: Uraufführung von Kricheldorfs Das blaue Licht / Dienen

Rebekka Kricheldorf vermag es meisterlich, der Gegenwart komisch-absurde Seiten abzugewinnen. Was aber passiert, wenn sie, wie in ihrem neuen Stück, Das blaue Licht / Dienen ins ganz schwere Fach wechselt? Michael Laages gibt Auskunft.

Zittau, 11. Februar 2017: Ivar Thomas van Urks Version von Endstation Sehnsucht

Tennessee Williams' Endstation Sehnsucht erzählt von einer abgehängten Südstaatfamilie. Hätten seine Figuren Trump gewählt? Ivar Thomas van Urk inszeniert den modernen Klassiker am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau. Lukas Pohlmann war vor Ort.

Karlsruhe, 10. Februar 2017: Martin McDonaghs Der Krüppel von Inishman

Kinoregisseur Martin McDonagh ("Brügge sehen ... und sterben?") wurde in den 1990er zunächst als Dramatiker bekannt. Am Staatstheater Karslruhe inszeniert Nicolai Sykosch nun sein tragikomisches Stück Der Krüppel von Inishmaan. Elisabeth Maier berichtet.

Düsseldorf, 5. Februar 2017: Willkommen von Hübner / Nemitz am Schauspielhaus

Ein Zimmer in der WG wird frei. Darf dort jetzt ein Flüchtling einziehen? Lutz Hübner und Sarah Nemitz beschreiben in ihrem neuen Stück Willkommen einmal mehr Deutsche am Rande des Nervenzusammenbruchs. Sönke Wortmann besorgt die Uraufführung. Sascha Westphal sah einen rasanten Abend.

Hannover, 5. Februar 2017: Lars-Ole Walburg mit Remarques Die Nacht von Lissabon

Erich Maria Remarques Roman Die Nacht von Lissabon handelt von der Flucht eines Verfolgten vor den Nazis. Taugt sein Stoff auch für die Beschreibung aktueller Fluchtschicksale? Lars-Ole Walburg inszeniert am Schauspiel Hannover. Zum Gefallen von Jens Fischer.

Bruchsal, 5. Februar 2017: Carsten Ramm zeigt den NSU-Stoff Schmerzliche Heimat

Schmerzliche Heimat erzählt Semiya Simsek, wie ihr Vater Enver Opfer der NSU-Mordserie wurde und die deutschen Behörden nach dem Mord mit ihrer Familie umgegangen sind. Auf der Badischen Landesbühne hat Intendant Carsten Ramm den Stoff nun als Denkstück inszeniert. Harald Raab berichtet.

Frankfurt, 4. Februar 2017: Ulrich Rasche mit Sieben gegen Theben und Antigone

Krieg und Verderben, wo man hinschaut. In der Welt, heute, aber auch in Aischylos' Sieben gegen Theben, das im Inneren einer belagerten Stadt spielt. Ulrich Rasche kombiniert es mit Sophokles' Antigone, Schwarz und grellem Licht. Außerdem dabei: Alexander Fehling nach mehrjähriger Bühnenabstinenz. Alexander Jürgs weiß mehr.

Potsdam, 4. Februar 2017: Grillparzers Das Goldene Vlies am Hans Otto Theater

Der Medea-Stoff ist das Stück der Stunde, in der sich eine Gesellschaft mit Fremden konfrontiert sieht. Nun inszeniert Alexander Nerlich Das Goldene Vlies von Franz Grillparzer am Hans Otto Theater. Wolfgang Behrens berichtet.

Hamburg, 4. Februar 2017: Trilliarden ... von Ingrid Lausund am Schauspielhaus

Ingrid Lausund, auch bekannt als "Tatortreiniger"-Autorin Mizzi Meyer, inszeniert ihr Stück Trilliarden. Die Angst vor dem Verlorengehn am Schauspielhaus. Mit "Tatortreiniger"-Hauptdarsteller Bjarne Mädel im Gepäck. Alexander Kohlmann berichtet.

Siegen, 4. Februar 2017: Navid Kermanis Roman Große Liebe uraufgeführt

in Siegen Navid Kermani meditiert in seinem Roman Große Liebe über islamische Mystiker, Wiederaufrüstung und die Schönste vom Schulhof. Johannes Zametzer bringt den Stoff am Apollo Theater zur Uraufführung. Zum Gefallen von Sascha Westphal.

Magdeburg, 4. Februar 2017: Philipp Löhle inszeniert George Kaplan in Magdeburg

Unsere Zeit hängt uns zum Hals raus", das ist Ausgangsverdruss und Motivation der diffusen aktivistischen Gruppe, die Frédéric Sonntag in seinem Stück George Kaplan typische Volten machen und in Vollverwirrung enden lässt. Philipp Löhle hat es inszeniert – wohin geht's, Hartmut Krug?

Zürich, 3. Februar 2017: Alvis Hermanis inszeniert Mishimas Madame de Sade

Er ist wieder da! Alvis Hermanis, der einst in Hamburg vor den Flüchtlingen Reißaus nahm, inszeniert wieder Schauspiel, und zwar am Schauspielhaus Zürich: Madame de Sade von Yukio Mishima. Am Freitod des Letzteren bewundert Hermanis, dass er "ein Zeichen gegen die Selbstaufgabe nationaler Eigenheiten" gewesen sei. Hmm. Wird einem da nicht mulmig, Christoph Fellmann?

Wien, 3. Februar 2017: Daniel Kehlmanns Theaterkrimi Heilig Abend uraufgeführt

Herbert Föttinger bringt Daniel Kehlmanns Stück Heilig Abend am Theater in der Josefstadt zur Uraufführung: Ein Theater-Krimi um Terror, Schuld und Unschuld. Martin Thomas Pesl berichtet.

Linz, 3. Februar 2017: Ein Sommernachtstraum oder ... von Kurt Palm

Vor 9 Jahren inszenierte Kurt Palm im Theater Phönix sein Kultstück "Der Zwerg ruft". Nun tritt er mit Ein Sommernachtstraum oder Badewannengriffe im Preisvergleich mit derselben Besetzung erneut an. Klappt es noch mal, Reinhard Kriechbaum?

Wien, 2.  Februar 2017: Lisa Lies Kaspar Hauser-Fassung am Schauspielhaus Wien

Kaspar Hauser, dieser berühmte Zivilisationshinterfrager wider Willen, hat schon vielen zur Auseinandersetzung gedient, auch auf der Bühne. Jetzt hat sich die norwegische Regisseurin Lisa Lie des Stoffes am Schauspielhaus Wien angenommen und mit ihrer eigenen Bilderwelt überformt. Mehr von Eva Biringer

Leipzig, 29. Januar 2017: Philipp Preuss inszeniert Peer Gynt

Acht Peer Gynts fuhr Peter Stein vor Urzeiten in seiner legendären Berliner Schaubühnen-Inszenierung auf – Philipp Preuss kommt in Leipzig mit einem weniger aus. Peer Gynt mal sieben: Ein Schauspieler für jedes Zwiebelhaut-Ich. Wie Henrik Ibsens nordischer Glücksritter mit so vielen Ichs klarkommt, das weiß Kornelius Friz.

Berlin, 29. Januar 2017: Wengenroth treibt wieder Scherze: Love hurts in Tinder Times

Love hurts in Tinder Times, das klingt nach Großstadtsingletum und Chatroom-Melancholie – aber dann geht es erstaunlich lustig zu in der Schaubühne bei Patrick Wengenroth – Actionpainting-Gruppenselfies inklusive. Mehr von Simone Kaempf.

Freiburg, 29. Januar 2017: Gorkis Wassa Schelesnowa und  Brechts Die Mutter

Treffen sich eine Fabrikantenmutter und eine Arbeitermutter … Kein Witz, sondern ein Maxim Gorki-Projekt von Tom Kühnel, bei dem er Wassa Schelesnowa mit Brechts Die Mutter nach Gorki kombiniert. Vom Müttergipfel berichtet Steffen Becker.

Rudolstadt, 29. Januar 2017: Alejandro Quintana inszeniert Die Bibel

Die Menschwerdung als Fluch zeigt Niklas Radströms Dramatisierung eines nicht ganz unbekannten Buches: Die Bibel. Alejandro Quintana hat die deutschsprachige Erstaufführung des Stücks inszeniert – Henryk Goldberg gibt Kunde.

München, 29. Januar 2017: Eugene O'Neills Eines langen Tages Reise in die Nacht

Eugene O'Neills Familienzerreißspiel Eines langen Tages Reise in die Nacht ist in der Regel große Psychoschlacht und großes Schauspielerfest. Bei Thomas Dannemann im Cuvilliéstheater sah Willibald Spatz Seelen auf nervenblanker Spielfläche.

München, 28. Januar 2017: Nicolas Stemann inszeniert Debatten im Kirschgarten

Anton Tschechows Kirschgarten ist schon zu vielem gut gewesen – nun lässt Nicolas Stemann an den Münchner Kammerspielen die Performer-Debatte in ihm spielen beziehungsweise performen. In den Hauptrollen: Brigitte Hobmeier und der rote Vorhang. Was lernen wir dabei, Christian Rakow?

Wien, 28. Januar 2017: B. Frey mit Frauenmonologen: Ein europäisches Abendmal

Jenny Erpenbeck, Nino Haratischwili, Elfriede Jelinek, Terézia Mora, Sofi Oksanen – das Burgtheater hat Frauenmonologe bei fünf prominenten europäischen Schriftstellerinnen beauftragt, Barbara Frey setzt daraus Ein europäisches Abendmahl zusammen. Genaueres von Johannes Siegmund.

Hamburg, 28. Januar 2017: Philipp Becker zeigt Brechts Mutter Courage am Thalia

Es ist Luther-Jahr. Der Reformator hat aber leider keine Stücke geschrieben. Was tun? Das Thalia Theater behilft sich mit Bert Brechts Stück aus dem Dreißigjährigen Krieg: Mutter Courage und ihre Kinder. Philipp Becker inszeniert. Katrin Ullmann war dabei.

Frankfurt, 28. Januar 2017: Chris Kondek sucht digitale Doppelgänger: You are out there 

Achtung! Datensensible Zuschauer seien vor Chris Kondeks Performance You are out there gewarnt. Der Experte fürs Digitale macht Jagd auf Avatare des Publikums. Aus dem Mousonturm/Internet berichtet Esther Boldt

München, 27. Januar 2017: Kafkas Schloss am Münchner Volkstheater

Franz Kafkas Romanfragmente und Erzählungen gehen eigentlich immer – je aussichtsloser die Zeiten, desto besser. Jetzt hat Nicolas Charaux am Münchner Volkstheater Das Schloss inszeniert als expressionistischen Reigen um einen geheimnisvollen Kasten. Mit dabei und von den düsteren Tableaux durchaus beindruckt: Petra Hallmayer.

Wien, 26. Januar 2017: Herbert Fritschs Slapstick-Version von Die Komödie der Irrungen 

Die Komödie der Irrungen von William Shakespeare – eine Verwirrung stiftende Ausgangssituation, ein Text mit jeder Menge Slapstick-Potenzial. Ein Stück, wie gemacht für Herbert Fritsch? Das möchte man zumindest meinen. Aber treffen die Frisch-Ästhetik und die Gags des Abends auch ins Herz des Burgtheater-Publikums? Gabi Hift weiß mehr.

Wien, 26. Januar 2017: Martin McDonaghs Hangmen (Die Henker) im Volkstheater

Für die Briten war Hangmen (Die Henker) von Martin McDonagh 2015 das Stück des Jahres. Schillert es auch noch, wenn Lukas Holzhausen einen nordenglischen Pub ins Volkstheater reinbauen lässt? Theresa Luise Gindlstrasser berichtet.

Mannheim, 23. Januar 2017: Roland Schimmelpfennigs Das große Feuer uraufgeführt

Ein bewährtes Team: Roland Schimmelpfennig verfasst einen Text, der zeitgenössische Problemlagen in märchenhaft träumerisches Erzählen übersetzt: Das große Feuer, eine Fluchtparabel. Und Regisseur Burkhard C. Kosminski übersetzt diesen Text in ein musikalisches Papierweltspiel. Einem klangvollen Abend lauschte Harald Raab.

Berlin, 22. Januar 2017: Jette Steckel inszeniert das Großprojekt 10 Gebote am DT

"Benehmt Euch!" gab Gott einst am Berg Sinai seinem Volk auf den Weg und als Leitfaden auf zwei Steintafeln gemeißelt die 10 Gebote. Mit deren Einhaltung jedoch hapert es bekanntlich seitdem. Zeit für die moralische Anstalt Theater, sich der Sache anzunehmen. Im Deutschen Theater machte sich also Jette Steckel im Verbund mit 15 Autor*innen ans Werk. Dirk Pilz berichtet.

Bochum, 22. Januar 2017: Hasko Weber inszeniert Biedermann und die Brandstifter 

Am Anfang fragt ein Schauspieler das Publikum arglos nach Streichhölzern. Am Ende lodern die Flammen in Hasko Webers Inszenierung von Biedermann und die Brandstifter in Bochum. Was zwischendurch geschieht, weiß Sascha Westphal.

Düsseldorf, 22. Januar 2017: Robert Lehnigers multimedialer Faust (to go)

Robert Lehniger arbeitet vornean, wenn es um Interaktivität, Videoeinsatz, Theater geht. Für seine neue Arbeit Faust (to go) hat er Goethes Vorlage in Düsseldorf medial aufgemischt, und zwar reise-fähig für verschiedene Spielstätten. Gerhard Preußer sah zu.

München, 21. Januar 2017: Situation mit Zuschauern in den Kammerspielen

Geht das, im Theater ein IS-Enthauptungsvideo zeigen? Im Kontext des Kongresses Sensible Daten – Die Kunst der Überwachung an den Kammerspielen macht das Kollektiv Hauptaktion um Oliver Zahn eine Situation mit Zuschauern auf. Mit dabei: Martin Jost.

Berlin, 21. Januar 2017: Anne Lenk feiert Das Fest von Thomas Vinterberg am DT

Noch perlt der Sekt in den Gläsern bei der Familienfeier. Aber dann sprengt die Anklage des Sohnes Das Fest in Thomas Vinterbergs berühmtem Film. Am Deutschen Theater hat Anne Lenk die Sache neu aufgerollt. Michael Wolf war dabei.

Dresden, 21. Januar 2017: Jan Gehlers Thomas-Freyer-Uraufführung kein Land. August

Oben auf dem unüberquerbaren Kamm lauern die Soldaten. Was vollzieht sich da in kein Land. August von Thomas Freyer? Ein Fiebertraum? Ein Schreckensmärchen? Lukas Pohlmann gibt Aufschluss.

Bremen, 21. Januar 2017: Stefan Otteni zeigt King Charles III. von Mike Bartlett

Endlich ist Prince Charles King Charles III., und betreibt Bürgerrechtspolitik mit harter monarchischer Hand. Im Drama von Mike Bartlett, das Stefan Otteni an der Bremer Shakespeare Company zeigt, wo es Jens Fischer sah.

St. Pölten, 21. Januar 2017: Julia Jost stemmt Josef Winklers Romanstoff Roppongi

Eigentlich ... eigentlich sind die Romane von Josef Winkler, Büchnerpreisträger, für's Theater nicht geeignet. Kein Drama nirgends. aber wenn eine Kärntnerisch kann, dann geht auch Roppongi in Tokio, Japan. Martin Pesl hat es erlebt.

Oberhausen, 21. Januar 2017: Pedro Martins Beja mit Goethes Faust

Mit starkem Schülerchor und einem unbedingten Willen, kräftig zuzupacken, geht Pedro Martins Beja Goethes Faust in Oberhausen an. Martin Krumbholz sah Burschikoses und Bizarres.

München 20. Januar 2017: Cold bloody Hamlet von Christopher Rüping

Cornelia Fiedler und Michael Stadler denken über die Premiere des "Hamlet" von Christopher Rüping in den Münchner Kammerspielen nach und schreiben es im Kritiker-Chat auf.

Basel, 20. Januar 2017: Thom Luz führt durch Dantes Inferno

Bei Dante geht's im Höllenschlund Inferno mehr als handfest zu. Wie sich ein in seiner Kunst eher sanfter Musenjüngling wie Thom Luz zu solchen Abgründen verhält, berichtet Claude Bühler.

Mülheim an der Ruhr, 20. Januar 2017: Roberto Ciulli spielt und inszeniert Peer Gynt

82 Jahre ist Roberto Ciulli, der Meister aus Italien, der im Ruhrgebiet sein Theater aufgeschlagen hat, inzwischen alt. Er allein und seine Kollegin Maria Neumann spielen sich durch das ganze Ibsen-Nordland-Welt-Märchen Peer Gynt. Wie sich das ausnahm, weiß Friederike Felbeck.

Hannover 20. Januar 2017: Amerika nach Franz Kafka und Claudia Bauer

Ein Amerika nach Kafka, in dem nur mit Lippenspreizern gelächelt wird, Menschen riesenhafte Masken tragen und überhaupt alle ständig viel zu laut, mit viel zu großen Gesten agieren. Kommt uns das bekannt vor, Jan Fischer?

Berlin, 19. Januar 2017: Der eingebildete Kranke, inszeniert von Michael Thalheimer

Eine Komödie von Moliére? Angerichtet vom Tragiker Thalheimer? Kann das gut gehen? Schon einmal stellte sich die Frage, die Antwort der meisten Zuschauer in der Schaubühne lautete: Ja, geht. Sehr gut. Das war bei "Tartuffe". Und dieses Mal beim Eingebildeten Kranken? War's eine Komödie, Michael Wolf?

Wiesbaden, 17. Januar: Der Spieler von Dostojewski am Originalschauplatz

Dostojewskis Roulettenburg ist Wiesbaden, die Spielbank, wo sich der Schriftsteller um Kopf und Kragen zockte, liegt direkt neben dem Staatstheater, wo Christian Franke jetzt Der Spieler auf die Bühne bringt. Shirin Sojitrawalla berichtet.

Mannheim, 16. Januar 2017: Clemens J. Setz' Dramendebüt Vereinte Nationen

Als Prosaautor hoch gehandelt, debütiert Clemens Setzt jetzt mit Vereinte Nationen am Theater. Alexander Jürgs war bei der Uraufführung von Tim Egloff.

Düsseldorf, 15. Januar 2017: Die Elfriede Jelinek-Uraufführung  Das Licht im Kasten ...

Elfriede Jelineks Das Licht im Kasten (Straße? Stadt? Nicht mit mir!) erinnert an ihr früheres Stück "Die Straße. Die Stadt. Der Überfall". Allerdings geht's jetzt nicht mehr um München, sondern um die Düsseldorfer Nobelmeile Königsallee. In Düsseldorf hat Jan-Philipp Gloger das Werk uraufgeführt, das Andreas Wilink beeindruckt.

Hamburg, 15. Januar 2017: The Who and the What von Ayad Akhtar

Pulitzerpreistärger Ayad Akhtar ("Geächtet") hat mit The Who and the What ein Stück über die Schwierigkeiten der Liebe im traditionellen Islam geschrieben. Karin Beier besorgt die deutsche Erstaufführung am Hamburger Schauspielhaus. Stefan Schmidt berichtet.

Zürich, 15. Januar 2017: Onkel Wanja am Schauspielhaus

Einen stringent farblosen Abend hat Karin Henkel aus Onkel Wanja gemacht: Grautöne untermalen den melancholischen Lebensüberdruss von Tschechows Figuren. Ob das aufgeht? Valeria Heintges weiß mehr.

Berlin, 15. Januar 2017: Der Mann, der Liberty Valance erschoss im Gorki Theater

Hakan Savaş Mican nutzt Der Mann, der Liberty Valance erschoss, einen Stoff von Dorothy M. Johnson, um in einer Westernstadt von der Demokratie zu erzählen. Ob sie dabei etwas Neues erfahren hat, erzählt Esther Slevogt.

Bielefeld, 15. Januar 2017: Mizgin Bilmens erste Opern-Regie bei Charlotte Salomon

Charlotte Salomon kennen eher Insider: als jene Künstlerin, die mit 26 Jahren in Auschwitz starb und mit der Bilderbuch-Novel "Leben? Oder Theater?" ein faszinierendes Werk hinterließ. Marc-André Dalbavies gleichnamige Schauspieloper hat jetzt Mizgin Bilmen inszeniert, mit Jana Schulz – und zur Begeisterung von Stefan Keim.

Graz, 15. Januar 2017: Der gute Gott von Manhattan von Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann wäre dieses Jahr neunzig geworden. Ein Stück hat sie nie geschrieben, aber das Hörspiel Der gute Gott von Manhattan. Claudia Bossard hat es in Graz inszeniert. Reinhard Kriechbaum war dabei.

Frankfurt, 14. Januar 2017: Eine Familie am Schauspiel Frankfurt

Gegen gute Familienlügen ist ein US-Wahlkampf schon mal ein Klacks. Jedenfalls kann man Tracy Letts' Eine Familie so betrachten, das Oliver Reese für seine letzte Inszenierung in Frankfurt gewählt hat. Im Sommer wechselt er nach Berlin. Ein Fest für Schauspieler ist der Abend und eine Demonstration ästhetischer Geländegängigkeit. Mehr von Shirin Sojitrawalla.

Dresden, 14. Januar 2017: Der Phantast. Leben und Sterben des Dr. Karl May

 Gerad gibt es neue Winnetou-Verfilmungen im TV. Die hat Philipp Stölzl gedreht. Jetzt wollte er mehr Karl May. Also brachte er Jan Dvoraks Stück auf die Bühne. Wolfgang Behrens besuchte die Villa Shatterhand in Radebeul und war danach im Theater.

München, 14. Januar 2017: Macbeth im Residenztheater

 Es könnte gut sein, dass Macbeth den Rekord im Kunstblut-Verbrauch hält. Auch Andreas Kriegenburg kommt im Residenztheater nicht ohne aus. Und sonst, Tim Slagman?

Wien, 14. Januar 2017: Diese Mauer fasst sich selbst zusammen... am Schauspielhaus 

Von der Ausschreibung zur Ausschreitung - diesen Weg soll das Künstlerprekariat beschreiten in Miroslava Svolikovas Stück, das mit vollem Titel Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt heißt. Franz-Xaver Mayrs Inszenierung am Schauspielhaus bereitet Eva Biringer hoffnungsfroh beste Laune.

Jena, 14. Januar 2017: Hannes Weilers Mein süßes Unbehagen! am Theaterhaus

Willkommen in der neuen Welt der Post-Wahrheits-Produktion! Am Theaterhaus Jena geht es in  um ein scheiterndes Filmprojekt und alles andere. Matthias Schmidt vermisst einen Zusammenhang.

Bremen, 14. August 2017: Golden Heart überschreitet Spartengrenzen

"Man muss mehr über das Gute in der Gesellschaft sprechen", findet Alize Zandwijk und hat einen "spartenübergreifenden" Abend über Nächstenliebe, Hingabe und Selbstlosigkeit komponiert. Tim Schomacker sah die Premiere.

Berlin, 13. Januar 2017: Auftakt von Utopische Realitäten im HAU

Wie lebendig ist die Russische Revolution, die in diesem Jahr 100 Jahre alt wird? Das Berliner Hebbel am Ufer untersucht zum Jubiläum Utopische Realitäten. Zum Auftakt zeigte das Festival Mariano Pensottis Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht und Marina Davydovas Eternal Russia-Parcours. Was bleibt vom großen Aufbruch, Sophie Diesselhorst?

Basel, 13. Januar 2017: Guillermo Calderón erzählt aus Blaise Cendrars Gold

In seinem Roman "Gold" von 1925 erzählt Blaise Cendrars von einem Schweizer, der auszog, in Kalifornien "Neu-Helvetien" zu gründen – und alles an den Goldrausch verlor. In Basel hat sich jetzt Guillermo Calderón ein Kapitel des Romans vorgenommen. Mit dabei: Christoph Fellmann.

Zürich, 8. Januar 2017: René Pollesch ist High (Du weißt wovon)

"Man geht ja fälschlicherweise davon aus, wenn man zwei Personen auf einer Bühne sieht, dass die miteinander sprechen; und wenn man eine Person sieht, dass sie denkt. Aber denken kann man nur zu zweit, und sprechen kann man nur alleine." Alles klar? Wir sind bei René Pollesch, und der ist diesmal High (Du weißt wovon). Aus dem Zürcher Schiffbau berichtet Christoph Fellmann.

Düsseldorf, 8. Januar 2017: Robert Gerloff mit Bov Bjergs Romanstoff Auerhaus

"Wir sollten alle im Auerhaus wohnen", hat der Schriftsteller David Wagner einmal das Lob seines Kollegen Bov Bjerg gesungen. Und nun wollen auch alle Theater den Roman Auerhaus spielen. Robert Gerloff macht in Düsseldorf den Anfang. Gerhard Preußer war dabei.

Schwerin, 7. Januar 2017: Steffi Kühnerts Regiedebüt mit Gerhart Hauptmanns Ratten

Früher war sie Theaterschauspielerin, u.a. bei Leander Haußmann. Mittlerweile trifft man sie eher in Kino oder Fernsehen. Aber jetzt ist Steffi Kühnert zum Theater zurückgekehrt, und zwar als Regisseurin. Mit Gerhart Hauptmanns Die Ratten gibt sie ihr Debüt am Mecklenburgischen Staatstheater – Michael Laages findet es vielversprechend.

Hamburg, 2. Januar 2017: Figure Humaine, Sasha Waltz' Elbphilharmonie-Eröffnung

Ihre Eröffnung war ursprünglich für 2010 geplant; nun ist sieben Jahre und einige Skandale später sehr viel Geld zu sehr viel Glas geworden, und in der Elbphilharmonie Hamburg zieht in den nächsten Wochen tatsächlich die Musik ein. Doch vorher wurde die Raumerkundungsexpertin Sasha Waltz gebeten, das Gebäude am Neujahrstag als Kunstort zu eröffnen. Falk Schreiber ist den Tänzer*innen ihres Stücks Figure Humaine durch die Flure und Räume der "Elphi" gefolgt.