HinterderFassade2 280 Oliver Fantitsch u"Hinter der Fassade" © Oliver FantitschHamburg, 6. Dezember 2016

Lob der Gewohnheit

In seinen Komödien, Hits in Boulevard- wie Stadttheatern, feiert der französische Dramatiker Florian Zeller die Lüge als Kit, der Beziehungen und Gesellschaften zusammenhält. Auch in Hinter der Fassade (Die Kehrseite der Medaille), die Ulrich Waller am Hamburger St. Pauli Theater als deutschsprachige Erstauffühung inszenierte – mit Herbert Knaup und Cristin König. Mit dabei: Jens Fischer.

Stuttgart, 5. Dezember 2016: Armin Petras inszeniert Orpheus in der Unterwelt

Gerade erst hat Armin Petras angekündigt, Stuttgart vor der Zeit den Rücken zu kehren, da ist der Noch-Intendant des Staatsschauspiels als Regisseur zu Gast in der Staatsoper und inszeniert Orpheus in der Unterwelt von Jacques Offenbach. In welcher Laune sind Petras und die Operettengötter anzutreffen, Verena Großkreutz?

Coburg, 4. Dezember 2016: Axel Sichrovsky inszeniert Wut von Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek schrieb Wut nach dem Anschlag auf die Redaktion der Zeitschrift Charlie Hebdo. Axel Sichrovsky und sein Ensemble haben am Landestheater in Coburg ihrer Fantasie Zucker gegeben und große Bilder im kleinen Raum gefunden. Antworten gab es keine, weil, wie Jelinek sagt, niemand Antworten liebt. Andreas Thamm berichtet.

Berlin, 4. Dezember 2016: Endspiel von Robert Wilson

Der Herr des Lichts ist zum letzten Mal am Berliner Ensemble beim scheidenden Intendanten Claus Peymann: Theatermagier Robert Wilson mit Samuel Becketts Menschheitsabgesang Endspiel. Wie hell oder dunkel es wurde, weiß Sascha Ehlert.

Bochum, 4. Dezember 2016: Neues Stück von Ayad Akhtar – Die unsichtbare Hand

Sein erstes Stück "Geächtet" wird rauf und runter gespielt, nun bringt Anselm Weber an seinem Schauspielhaus Bochum Ayad Akthars nächsten Streich heraus und verbindet die deutschsprachige Erstaufführung von Die unsichtbare Hand mit Am Boden von George Brant – mehr von Sascha Westphal.

Ingolstadt, 4. Dezember 2016: Hansgünther Heyme inszeniert Maria Stuart

Bunt sind nur die Fahnen der Länder, deren Herrscherinnen aufeinandertreffen in Hansgünther Heymes textkonzentrierter Schiller-Inszenierung Maria Stuart am Theater Ingolstadt. Ansonsten changieren die Farben im Graubereich, was Christian Muggenthaler aber alles andere als antiquiert findet.

Mainz, 4. Dezember 2016: Begehren – eine Feldforschung von Gesine Schmidt

Begehren nannte Gesine Schmidt ihre "doku-fiktionale Feldforschung", für die sie mit Menschen allen Alters über Sex und Begehren gesprochen hat. Den Theaterabend, der draus entstand, sah Shirin Sojitrawalla.

Hamburg, 3. Dezember 2016: Christoph Marthalers Die Wehleider am Schauspielhaus

Schauspielermassiv Josef Ostendorf trägt ein vogelnestförmiges Trump-Toupet in schrillem Blond. Auch darüber hinaus streut Christoph Marthaler in seinen neuen Abend Die Wehleider Great-again-Momente ein. Mehr über diese abendländische Höllenfantasie mit Angstpatienten am Deutschen Schauspielhaus von Falk Schreiber.

Zürich, 3. Dezember 2016: Gísli Örn Garðarssons Die Verwandlung nach Kafka

Eine spektakuläre Bühnenfassung des isländischen Film- und Theatermachers Gísli Örn Garðarsson von Franz Kafkas Die Verwandlung tourt seit Jahren um die Welt. Nun hat Garðarsson die Sache fürs Schauspielhaus am Pfauen neu angerichtet. Valeria Heintges schaute zu.

Wien, 3. Dezember 2016: Die Stunde zwischen Frau und Gitarre im Werk X

Tanzeinlagen, Zeitlupen-Abläufe, spießige Garderoben: wir befinden uns in der Pflegeinrichtung, in der Clemens J. Setz seinen Roman Die Stunde zwischen Frau und Gitarre angesiedelt hat. Beziehungsweise im Werk X, wo Thirza Bruncken den Stoff nun auf die Bühne brachte. Und, Theresa Luise Gindlstrasser?

Aachen, 3. Dezember 2016: Ludger Engels inszeniert Die Ereignisse von David Greig

In jeder Stadt, in der das Stück Die Ereignisse inszeniert wird, wünscht sich Autor David Greig einen lokalen Chor als Teil seiner Reflexion über einen Amoklauf wie ihn Anders Breivik auf der Insel Utøya ausübte. Ludger Engels befolgte die Vorgabe, setzt das Kollektiv gegen das ruhelose Individuum – und weicht sie trotzdem auf. Genaueres von Gerhard Preußer.

Wien, 2. Dezember 2016: Thomas Bo Nilssons Horor-Installation JINXXX

Der alte SIGNA-Compañero Thomas Bo Nilsson ist bekannt für bizarre Horror-S/M-Finsterlust-Installationen. Mit JINXXX lädt er zum zweiten Mal in diesem Jahr ins Schauspielhaus Wien ein, auf eine Krabbeltour durch Geheimgänge bis zur "Waldhütte", wo Mutti wohnt. Martin Pesl hat sie überlebt, aber knapp.

Graz, 2. Dezember 2016: Secondhand-Zeit – Leben auf den Trümmern des Sozialismus

Postkommunismus revisited. Den O-Ton-Roman Secondhand-Zeit – Leben auf den Trümmern des Sozialismus von Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch inszeniert Alia Luque in Graz, wo Reinhard Kriechbaum zuschaute.

Frankfurt, 2. Dezember 2016: Dieudonné Niangouna / Les Bruits de la Rue mit Nkenguégi

Der kongolesische Theatermacher Dieudonné Niangouna verlieh seiner Companie einen Namen, der dafür steht, dass er sich mit der Gewalt in seiner Heimat auseinandersetzt: Les Bruits de la Rue. Ihr Abend Nkenguégi erzählt von Lärm, Verwerfungen, Taumel zwischen den Welten. Esther Boldt ist im Schwebezustand.

Berlin, 28. November 2016: Stefan Pucher inszeniert Peter Weiss' Marat/Sade am DT

Marat / Sade, genauer: "Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe ..." usw. von Peter Weiss war in den sechziger Jahren ein Schlag ins Kontor der revolutionsseligen Rebellen. Gleichheit oder Individualismus?, fragte Weiss. Veränderungsoptimismus oder Skepsis gegenüber der Umstürzlerei? Was ist davon geblieben, Simone Kaempf?

Hamburg, 28. November 2016: Jan Bosses Glitzerwelt-Dostojewski Der Spieler

Fjodor Dostojewskis Kurzroman Der Spieler hat mittlerweile eine bereits recht illustre Bühnenkarriere hingelegt, von Frank Castorf bis Christopher Rüping reichen die Namen derer, die ihn inszeniert haben. Am Thalia Theater reiht sich nun auch Jan Bosse ein. Ob ihm das Spielerglück hold ist, weiß Falk Schreiber.

Wien, 27. November 2016: Tina Lanik inszeniert Geächtet am Burgtheater

Ein amerikanischer Muslim, der sich nichts mehr wünscht, als in der Gesellschaft anzukommen. US-Dramatiker Ayad Akhtar hat 2013 für sein Stück Geächtet den Pulitzer Preis erhalten. Nun besorgt Tina Lanik im Burgtheater die österreichische Erstaufführung. Mehr von Reinhard Kriechbaum.

Bautzen, 27. November 2016: Wir sind keine Barbaren von Philipp Löhle

Am Bautzener Kornmarkt machten Rechtsradikale Jagd auf Flüchtlinge. Nur ein paar Steinwürfe entfernt versucht das Deutsch-Sorbische Volkstheater nun mit dem Stück Wir sind keine Barbaren von Philipp Löhle auf die angespannte Situation zu reagieren. Lukas Pohlmann berichtet.

Heidelberg, 27. November 2016: Die Installation In deinem Pelz von Mikeska/Althoff

Ein stillgelegtes Gefängnis haben sich Bernhard Mikeska und Alexandra Althoff als Schauplatz für ihre neue Installation In deinem Pelz ausgewählt. Zuschauer dürfen nur einzeln eintreten. Ralf-Carl Langhals hat sich in Kunstuntersuchungshaft begeben. 

Hamburg, 26. November 2016: Johan Simons mit Theodor Storms Der Schimmelreiter

Eine drohende Katastrophe, der Teufel und ein undurchsichtiger Held. Theodor Storms Der Schimmelreiter ist der richtige Stoff für einen grauen Winterabend bei eisigem Ostwind. Nun inszeniert Regisseur Johann Simons die düstere Novelle um Aberglaube und Aufklärung am Thalia Theater Hamburg. Stefan Schmidt berichtet.

Leipzig, 26. November 2016: Grand Prix de la Vision von Laura Naumann

Wer hat den besten Notfallplan? Vier Castingteilnehmer liefern sich so einige Ideen in Laura Naumanns Grand Prix de la Vision. Nun müssen sie das ganze nur noch präsentieren. Wie Alexandra Wilke das Stück am Schauspiel Leipzig uraufführt, weiß Tobias Prüwer.

Wien, 26. November 2016: Kudlich von Thomas Köck, uraufgeführt von Marco Štorman

Marco Štorman besorgt die Uraufführung von Thomas Köcks Kudlich am Schauspielhaus Wien. Thema ist Hans Kudlich, der im 19. Jahrhundert für die Rechte der Bauern kämpfte. Gegenwartsbezüge gibt es dennoch zuhauf an diesem Abend, wie Theresa Luise Gindlstrasser berichtet.

Memmingen, 26. November 2016:  Tuğsal Moğuls Rechercheprojekt Die deutsche Ayşe

Das Rechercheprojekt Die deutsche Ayşe. Türkische Lebensbäume von Tuğsal Moğul läuft seit gestern in Memmingen. Kai Bremer sah die Uraufführung der Produktion in Münster.

Berlin, 25. November 2016: Herbert Fritschs Pfusch an der Volksbühne 

Herbert Fritsch hat mittlerweile fast alles fritschiert, so viel, das vielleicht nur noch Pfusch folgen kann – so heißt sein neuer Abend. Kunst-Pfusch, Spiel-Pfusch? Mehr von Wolfgang Behrens.

Meiningen, 25. November 2016: Patric Seiberts inszeniert und sampelt Medea

Durch die Zeiten musste sie immer wieder herhalten als Spiegel der jeweiligen Zustände, und ist nicht Medea, die Barbarin (= Nichtgriechin), auch heute als Figur aktueller denn je? Patric Seibert lässt sie am Südthüringischen Staatstheater sich in Richtung Utopie emanzipieren. Matthias Schmidt berichtet.

Bremen, 25. November 2016: Thomas Melles Ännie uraufgeführt von Nina Mattenklotz

Immer geht es nur um sie. Dabei ist sie seit zwei Jahren verschwunden, Ännie, die Titelfigur im neuen Stück von Thomas Melle. Regisseurin Nina Mattenklotz hat die Uraufführung inszeniert, Tim Schomacker hat zugeschaut.

Berlin, 25. November 2016: andcompany&Co.s Not my revolution, if ... am HAU

NGOs geraten in letzter Zeit zunehmend in die Kritik, weil sie sich oft mehr mit sich selbst als mit ihren Zielen beschäftigen. In Not my revolution, if ...: Die Geschichte der Angie O. machen sich andcompany&Co. im Berliner HAU auf die Suche nach einem Ort, der weder Regierung noch Nichtregierungsorganisation ist. Michael Wolf war dabei.

Luzern, 25. November 2016: Katja Brunners Man bleibt wo man hingehört uraufgeführt

Katja Brunner hat mit der Schweiz abgerechnet: In Man bleibt wo man hingehört... lässt sie das Heidi, Anna Göldi und den ältesten Igel Europas aufeinandertreffen. Christina Rast hat das Schweiz-ABC am Luzerner Theater uraufgeführt, Valeria Heintges berichtet. 

Basel, 24. November 2016: Lessons of Leaking von machina Ex im Roxy Birsfelden

Lessons of Leaking von machina Ex ist in der Schweiz zu Gast – im Roxy Birsfelden. "Als mitspielender Zuschauer wird man zugleich gut unterhalten und zum Denken gebracht", schrieb Sabine Leucht nach der Premiere beim "Europoly"-Festival der Münchner Kammerspiele im Februar. 

Wien, 21. November 2016: Stefanie Reinsperger als Medea am Volkstheater

Kommt nicht oft vor, dass man laut ausrufen möchte: DAS ist eine Medea! DAS ist eine Liebende, eine Furie, ein Mensch! Stefanie Reinsperger triumphiert am Wiener Volkstheater in der Regie von Anna Badora als Medea nach Franz Grillparzer. Und das, kurz bevor sie Wien verlassen wird, wie Eva Biringer berichtet.

Düsseldorf, 20. November 2016: S. Solberg Fantasy-Version des Käthchen von Heilbronn

Heinrich von Kleists Stück Das Käthchen von Heilbronn mixt Mittelaltergrauen wie Feuersbrunst, Giftmordpläne und Femegericht mit einer frommen Legende. Simon Solberg hat die schöne Geschichte einer bedingungslosen Liebe stilgerecht in eine Fantasy-Welt verpflanzt. Ob eher Game of Thrones oder Alien weiß Andreas Wilink.

Hamburg, 20. November 2016: Hubert Fichtes Versuch über die Pubertät

Sebastian Kreyer inszeniert am Schauspielhaus einen Versuch über die Pubertät und portraitiert den Schriftsteller Hubert Fichte. Christian Rakow begab sich auf eine "Sentimental Journey".

Göttingen, 20. November 2016: Maik Priebes sucht Schillers Don Karlos in der Abstraktion

Eine subtil fremde Atmosphäre prägt die Don Karlos-Inszenierung von Maik Priebe am DT Göttingen. Ob der Schiller-Abend darüber hinaus auch mit Aktualität punktete, weiß Jan Fischer.

Greifswald, 20. November 2016: Dominik Günther mit Molières Der eingebildete Kranke

Molières Der eingebildete Kranke bietet viel Stoff für eingefleischte Theatertiere. Am Theater Vorpommern hat sich Dominik Günther der Klistiere und von ihnen verursachten Effekten angenommen. Annemarie Bierstedt berichtet.

Stuttgart, 19. November 2016: Sebastian Hartmann und Der Raub der Sabinerinnen

 Der Schwank ist berühmt und sein Humor ziemlich rabiat: Der Raub der Sabinerinnen der Gebrüder Schönthan. Jetzt hat sich mit Sebastian Hartmann ein Regisseur ans Werk gemacht, der es normalerweise nicht so mit der leichten Muse hat. Und bringt das Publikum zum Brüllen. Was war da los,  Steffen Becker?

Graz, 19. November 2016: Lily Sykes' eigenwillige Inszenierung von Romeo und Julia

Romeo und Julia sind keine Kinder von Traurigkeit, und außerdem bewegen sie sich eher durch einen Sommernachtstraum als durch eine Tragödie. Lily Sykes hat Shakespeare im Schauspielhaus Graz sozusagen ein Eigenblutdoping verpasst, berichtet Reinhard Kriechbaum.

Regensburg, 19. November 2016: Shakespeares Schädel ... von Werner Fritsch

Nochmal Shakespeare, und zwar Shakespeares Schädel in Fausts Faust. So heißt das Stück von Werner Fritsch, das Bernd Liepold-Mosser am Theater Regensburg psychedelisch uraufgeführt hat. Hier sollen Macbeth, Shylock und Co. rauschhaft zum Frieden bekehrt werden – Andreas Thamm ist ganz verkatert.

Frankfurt, 18. November 2016: 50 Grades of Shame von She She Pop im Mousonturm

Let's talk about sex – AND show it! She She Pop haben nach Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen" und dem Sadomaso-Bestseller von E.L. James einen "Bilderbogen" namens 50 Grades of Shame gemacht, der jetzt am Mousonturm Frankfurt angekommen ist – hier Tim Slagmans Nachtkritik von der Premiere in den Münchner Kammerspielen im März.

Ingolstadt, 16. November 2016: Die Georgier von Werkgruppe 2

Das Georgische Kammerorchester tourte jahrelang um die Welt, dann zerbrach das Sowjetreich. Und die Musiker ließen sich in Ingolstadt nieder, wo sie bis heute spielen. Die Werkgruppe 2 um Julia Roesler erzählt eine unwahrscheinlichen Geschichte vom Ende der Geschichte. Willibald Spatz berichtet.

Berlin, 14. November 2016: Der Fremde von Camus an der Schaubühne Berlin

Die Erzählung Der Fremde von Albert Camus erlebt gerade auf den Bühnen eine Renaissance, allerdings in der Spiegelung von Kamel Daouds "Der Fall Meursault", der die Geschichte aus der Sicht des Opfers erzählt. Philipp Preuss ist an der Schaubühne nun zu Camus' Original zurückgekehrt und stellt so die Täterperspektive wieder her. Mit welchen Folgen, das weiß Sophie Diesselhorst.

Altenburg, 14. November 2016: Vom Gefühl her: Fuck u! von Dirk Laucke

Dirk Laucke, kunstfertiger Spezialist für nicht-kunstfertigen Jargon, hat ein Stück für Menschen ab 13 geschrieben: Vom Gefühl her: Fuck u! Es dreht sich um Jugend, Drogen, Schwangerschaft und Zuckerwatte. Im Altenburger Heizhaus sah Henryk Goldberg zu.

Berlin, 13. November 2016: Kühnel/Kuttner nehmen sich am DT Brechts Fatzer vor

Der Fortschrittsgedanke ist ziemlich in der Krise, für den der Protagonist von Bertolt Brechts Stück Der Untergang des Egoisten Fatzer am Ende vom Kollektiv liquidiert wird. Denn Brachialegoisten kommen gerade ziemlich weit. Am Deutschen Theater haben Tom Kühnel + Jürgen Kuttner sich den notorischen Stoff vorgenommen. Christian Rakow war vor Ort.

Mannheim, 13. November 2016: Uraufführung von Philipp Löhles Du (Norma)

Es ist nicht leicht, eine Frau zu sein. Davon erzählen uns zwei Männer, nämlich der Dramatiker Philipp Löhle, der das Stück Du (Norma) schrieb, und der Regisseur Jan Philipp Gloger, der es am Nationaltheater uraufgeführt hat. Mehr von Alexander Jürgs.

Frankfurt/M, 12. November 2016: Der kalte Hauch des Geldes von Alexander Eisenach

 Die Gier nach Geld und Gold trieb sie in den Wilden Westen. Jetzt sind die Minen leer und das Goldgräbernest soll zum Finanzplatz werden. Investmentbanking ist auf physische Präsenz von Geld und Gut ja nicht mehr angewiesen. Der kalte Hauch des Geldes nennt Alexander Eisenach seinen Mix aus Theorie und Slapstick am Schaupiel Frankfurt, der Alexander Jürgs hingerissen hat.

Düsseldorf, 12. November 2016: Jan Gehler mit Brechts Puntila und sein Knecht Matti

Der Großgrundbesitzer pöbelt und beleidigt, wenn er nüchtern ist. Betrunken ist er plötzlich ein guter Mensch. Jan Gehler liest Bertolt Brechts Puntila und sein Knecht – ganz zeitgemäß – als Parabel über einen Populisten. Die Premiere am Düsseldorfer Schauspielhaus sah Martin Krumbholz.

Berlin, 12. November 2016: Die Türkeibetrachtung Love it or leave it von Nurkan Erpulat

Immer Besorgnis erregendere Nachrichten erreichen uns aus der Türkei. Nun widmet das Maxim Gorki Theater der Situation dort einen eigenen Abend. Love it or leave it! von Nurkan Erpulat & Tunçay Kulaoğlu changiert zwischen Wut und Apathie. Sascha Ehlert berichtet.

Berlin, 12. November 2016: Der Tanzabend Khaos von Laurent Chétouane

Am HAU hat Laurent Chétouane sich vorgenommen, das Khaos zu bebildern. Ja, nicht mit C, sondern mit K – und mit vier Tänzern (von denen zur Premiere einer ausfiel) sowie drei Musikern, mit Bach, Cage. Und erstaunlich viel Ordnung, gar erkennbarer Form, schreibt Frauke Adrians.

Salzburg, 11. November 2016: Immersion. Wir verschwinden beim Open Mind Festival

Eben noch haben sie in Wien einen Nestroy-Preis erhalten, und nun sind sie schon beim Open Mind Festival in Salzburg: das aktionstheater ensemble von Martin Gruber und Co. Und sie forschen in Immersion. Wir verschwinden. den Losern und Frustrierten nach, den Großmeistern des Scheiterns. Das kann einen rasend machen, aber kalt lässt es zumindest einen nicht: Reinhard Kriechbaum.

Wien, 11. November 2016: Elmar Goerden inszeniert Die Verdammten

In seinem Film Die Verdammten ist der große Luchino Visconti den Geschicken einer Industriellen-Dynastie in finsterer Zeit gefolgt. Am Theater in der Josefstadt hat Elmar Goerden nun das fast 50 Jahre alte Meisterwerk zu neuem Bühnenleben erweckt. Wie lebendig es wurde, weiß Theresa Luise Gindlstrasser.

Hamburg, 10. November 2016: Ports – Vom Recht auf Meer von geheimagentur

Die Gruppe geheimagentur hat schon mehrfach den Hamburger Hafen bespielt. Jetzt lädt sie in Ports – Vom Recht auf Meer auf die MS Studnitz, um von den ökonomischen Zusammenhängen von Ozeanen und Schiffen zu erzählen. Angeheuert hat auch Falk Schreiber.

Berlin, 9. November 2016: Bloody, Medium oder durch von Anestis Azas

Sitzen ein Syrer, ein Grieche und eine Japanerin... am Tisch. Und schnippeln. Und essen. Und erzählen sich keine Witze. Diskutieren auch nicht. Sondern üben sich im Erzählen, Zuhören, Schweigen und Lächeln. Also im Tolerieren? Bloody, Medium oder durch von Anestis Azas im Ballhaus Naunynstraße – mehr von Gabi Hift.

Saarbrücken, 7. November 2016: Ich, dein großer, analoger Bruder... von Felicia Zeller

Ein neues Stück von Felicia Zeller. Die Wortkaskaden, die auf die Figuren hinunterpladdern wie ein Wasserfall, die Wortgirlanden, in denen sie sich verfangen - die sind die nämlichen. Aber diesmal sitzen Big Data Brother und sein Kater auf der Couch der Digital-WG. Bei der Uraufführung von Ich, dein großer, analoger Bruder, sein verfickter Kater und du  war Reingart Sauppe.

Gelsenkirchen, 7. November 2016: Schimmelpfennigs Kinderstück Die Biene im Kopf

Roland Schimmelpfennig hat sein erstes Kinderstück geschrieben. In Die Biene im Kopf sind Phantasie und Alltag eng verwoben, die Sprache ist im Fluss. Von Andrea Kramers Uraufführung am Consol Theater berichtet Sascha Westphal.

Wien, 6. November 2016: Nicolas Charaux zeigt Stefan Hornbachs Über meine Leiche

Krankheit ist...wenn das Leben weitergeht, aber einen mit allem möglichen Zeugs bewirft. So materiell surreal jedenfalls inszeniert Nicolas Charaux' das preisgekrönte Stück Über meine Leiche von Stefan Hornbach. Seine Inszenierung hatte jetzt offiziell Premiere am Wiener Burgtheater, mehr von Martin Pesl.

Bielefeld, 6. November 2016: Christian Schlüter tanzt Rondo mit Alan Ayckbourn

Mit dem Griff in die Lostrommel beginnt Alan Ayckbourns Rondo. Das Publikum darf nämlich als erstes über die Spiel-Reihenfolge der fünf Akte entscheiden. Christian Schlüter nimmt das Kaleidoskop-Stück in seiner Bielefelder Inszenierung mit voller Humorbreitseite. Kai Bremer wählte mit.

Frankfurt, 5. November 2016: Thalheimers düsterer Prinz Friedrich von Homburg

Ein Stoff wie für Michael Thalheimer gemacht: düster, streng, kriegsgesättigt, mit Bildern der Macht und Ohnmacht und einer Sprache, die ein sensibles Ohr braucht. Was also wurde aus Heinrich von Kleists preußischem Soldatendrama Prinz Friedrich von Homburg im Sensorium des Meisters? Aus dem Schauspiel Frankfurt berichtet Esther Boldt.

Dresden 5. November 2016: Oliver Frljićs Requiem für Europa 

Oliver Frljić ist ein unbequemer Regisseur. Er hält dem Publikum regelmäßig die Beteiligung an den Gräueln der Weltpolitik vor. Nun hatte sein Requiem für Europa Premiere in der Pegida-Stadt Dresden. Wolfgang Behrens ist erschüttert.

Basel, 5. November 2016: Felicitas Bruckers Sitcom Retten, was zu retten ist

Felicitas Brucker nimmt am Theater Basel in Retten, was zu retten ist mit Pointen-Geballer eine neoliberale Werbespot-Familie auseinander. Eine antikapitalistische Sitcom also? Claude Bühler weiß mehr.

Mülheim, 5. November 2016: Fin de Mission von Kainkollektiv / OTHNI-Ensemble

Die blutroten Routen des Sklavenhandels untersuchen das Kainkollektiv und das kamerunische OTHNI-Ensemble in Fin de Mission – ohne Auftrag leben. Dorothea Marcus war im Ringlokschuppen.

Oberhausen, 5. November 2016: Arbeitskampf-Stück GB 84 von Peter Carp inszeniert

GB 84 von David Peace erzählt vom Arbeitskampf britischer Minenarbeiter gegen die Schließung der Zechen. Peter Carp inszeniert den Roman in der Ruhrstadt Oberhausen. Glück auf, Gerhard Preußer.

München, 5. November 2016: Alexander Giesches 8 1/2 Millionen an den Kammerspielen

Als blutigen Ego-Shooter inszeniert Alexander Giesche Tom McCarthys Roman 8 1/2 Millionen an den Kammerspielen. Ein schmerzhafter Abend. Warum, erzählt Sabine Leucht.

Stuttgart, 4. November 2016: Christopher Rüping nähert sich Lolita mit adäquater Drastik

Stanley Kubrick scheiterte an Vladimir Nabokovs  Drehbuchfassung von Lolita. Nun versucht Christopher Rüping am Schauspielhaus Stutgart dieser Variante des Textes mit Drastik zu begegnen. Gelangt er so zum Kern des ehemals Skandal-umwitterten Stoffes? Steffen Becker weiß mehr.

Berlin, 4. November 2016: Die NSU-Monologe der Bühne für Menschenrechte

Michael Ruf inszeniert Die NSU-Monologe im Heimathafen Neukölln. Kriecht er dem Zuschauer unter die Haut? Esther Slevogt berichtet.

Berlin, 4. November 2016: theatrale subversion mit Die Kunst zu sterben

Wie wollen wir sterben? Die Theatergruppe theatrale subversion erkundet am Berliner Theaterdiscounter mit Die Kunst zu sterben den Tod, aber vor allen das Leben. Jan Fischer ließ sich bei der Premiere am LOT Braunschweig berühren. 

Chemnitz, 3. November 2016: Beate Uwe Uwe Selfie Klick in Chemnitz

 Regisseurin Laura Linnenbaum begibt sich am Theater Chemnitz Diskurs-Denkraum-stark auf die Suche im NSU-Komplex. Worüber in Beate Uwe Uwe SelfieKlick geredet und geschwiegen wird, berichtet Lukas Pohlmann.

Wien, 3. November 2016: Du schaust, und die Wolken ziehen im Werk X.

Das klassische Kammerspiel erzählt subtil von der türkischen Gesellschaft. Wie es Regisseurin Ülkü Akbaba inszeniert, sagt Johannes Siegmund.

Mannheim, 2. November 2016: Peter Michalziks Befragung Spiel ohne Grenzen

Im Oktober 2015 machten Peter Michalzik, Journalist, und der Intendant des Mannheimer Nationaltheaters Burkhard C. Kosminski zusammen einen Abend über in Mannheim ankommende Geflüchtete. Ein Jahr nach "Mannheim Arrival" haben sie sich wieder zusammengetan und konzentrieren sich in Spiel ohne Grenzen auf die Analyse unserer Vorurteilsproduktion. Resignation, Steffen Becker?


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