mount olympus1 280 wonge bergmann uDas 24h-Antiken-Spektakel "Mount Olympus" von Jan Fabre – dessen Festival-Planung kam in Griechenland nicht gut an © W. Bergmann15. April 2016

Where is the revolution now?

Von Griechenland sehen wir ja nur noch die Inseln, wo Flüchtende anlanden. Wie es dem Land im ökonomischen Kollaps sonst geht, kriegen wir kaum mit. Neulich jedoch warf ein kleiner Theater-Skandal ein Schlaglicht: Der belgische Regisseur Jan Fabre war gerade mal einen Tag Intendant des Theaterfestivals Athen und Epidauros – und trat dann zurück. Die Regisseurin Lena Kitsopoulou schreibt über die griechische Situation.

25. Februar 2016: Anna Burzyńska über das polnische Theater unter politischem Druck

Seit die rechtskonservative Partei PiS von Jarosław Kaczyński die Macht in Polen übernommen hat, gibt es in der polnischen Kulturpolitik klare Feindbilder: Nicht-Polen, Nicht-Katholiken, Nicht-Heterosexuelle, Linke, Vegetarier und Fahrradfahrer. Kein Witz! Und das Theater steht unter Generalverdacht. Von Zensur- und Einschüchterungsversuchen berichtet Anna R. Burzyńska.

16. Dezember 2015: Griechenlands Theaterszene im (Nach-)Krisenmodus

Was ist eigentlich in Griechenland los? Während die Krisenberichterstattung längst weitergezogen ist, müssen die Menschen dort nicht nur gegen die Folgen der Wirtschaftskrise kämpfen, sondern auch gegen das politische Vakuum nach Syriza. Das betrifft natürlich auch die Theatermacher, wie Michael Beron im Theaterbrief aus Athen berichtet.

Kiew, 10. Dezember 2015: Aufbruchstimmung in der Theaterszene von Kiew

Was ist eigentlich in der Ukraine los? Krise, sagen die einen, Krieg nennen es die anderen. Fest steht, dass die Theatermacher*innen vor allem der bisher unterförderten Freien Szene sich nicht entmutigen lassen in ihrer Arbeit und auf versprochene neue Strukturen hoffen. Von Aufbruchstimmung in Kiew berichtet Oliver Kranz.

Paris, 29. November 2015: Das Pariser Theater nach den Attentaten vom 13. November

Wie reagieren die Pariser Theater und ihr Publikum auf die Attentate vom 13. November? Einige Vorstellungen verzeichnen mehr Besucher, wie Joël Pommerats "Ça ira", einem Diskursmarathon durch die Französische Revolution, als Stück der Stunde gehandelt. Und dann hielt noch Alain Badiou eine große Erklär-Vorlesung. Mehr im Bericht aus Paris, zwei Wochen danach, von Lena Schneider.

London, 12. November 2015: Die Gruppe Belarus Free Theatre und ihr Exil-Festival in London

Belarus Free Theatre ist auch deshalb frei, weil ihre Leiter mittlerweile im Exil in Großbritannien leben. Ihre Schauspieler aber sind im Land geblieben, das oft als Europas letzte Diktatur bezeichnet wird. Jetzt hat das Freie Theater in London das Festival Staging a Revolution organisiert, wo es seine Produktionen zeigt. Eine Theater-Explosion, findet Alice Saville.

Edinburgh, 16. August 2015: Das Internationale Festival im schottischen Edinburgh

Atemholen? Fehlanzeige. Das Internationale Festival im schottischen Edinburgh ist ein Marathon mit hunderten Aufführungen quer in der Stadt. Die Großmeister müssen sich hier erstmal behaupten: Robert Lepages neues Stück 887 war zu sehen oder Simon McBurneys The Encounter. Gegen diese Mischung ist Salzburg ein viel zu teurer Witz, findet Michael Laages.

Avignon, 18. Juli 2015: Das Festival d'Avignon 2015 wil mehr Politik erzeugen

Hätten die Avignoner letztes Jahr den Front National-Kandidaten zum Bürgermeister gewählt, so wäre der Direktor des Festival d'Avignon Olivier Py mit dem Festival aus der Stadt gezogen. Py musste seine Drohung nicht wahrmachen und hat nun für dieses Jahr ein Festivalprogramm kuratiert, das mehr Politik erzeugen soll. Er selbst steuert einen "König Lear" bei. Lena Schneider berichtet aus Avignon.

Bratislava, Juni 2015: Das 2. Eurokontext-Festival des slowakischen Nationaltheaters

Beim diesjährigen Festival Eurokontext des slowakischen Nationaltheaters in Bratislava ging es um unterschiedliche (Theater)Blicke aus Europa auf die allerjüngste Vergangenheit. Aus dem Post-Maidan-Europa, muss man vielleicht sogar sagen. Es gab Perspektiven aus Ost und West – Und viele offene Fragen. Sophie Diesselhorst war vor Ort.

Bujumbura, 16. April 2015: Clemens Bechtel über Burundi und das Festival Festival "Buja Sans Tabou

über Das Land Burundi, wo der Bürgerkrieg zwischen Hutus und Tutsis in den 90er Jahren Hunderttausende das Leben kostete, ist heute nach dem Welthunger-Index das ärmste Land der Welt. Es gibt dort so gut wie niemanden, der vom Theatermachen leben kann. Und doch hat sich in den letzten Jahren eine lebhafte Szene entwickelt. Mehr im Theaterbrief des Regisseurs Clemens Bechtel, der auch beim Festival "Buja Sans Tabou" zu Gast war.

Tallinn, 12. März 2015: Politspektakel Marke Schlingensief – die estnische Gruppe NO99 mit Savisaar

Theater, das Stachel im Hintern der Mächtigen ist, so richtiger "pain in the ass", das gibt es in Tallinn/Estland. Dort ist das NO 99 mitten im Wahlkampf ausgezogen, einen Spitzenpolitiker mit einem Musical zu …, ja was eigentlich …, zu karikieren, zu glorifzieren? Der schillernde Politabend Savisaar samt gewiefter Werbe-Maschinerie hat den Wahlkampf jedenfalls mächtig aufgemischt. Über das Politspektakel Marke Schlingensief berichtet Christian Römer.

18. Krakau, 18. Dezember 2014: Das Theaterfestival "Boska Comedia"

In Polen tobt ein Kampf um die kulturelle Deutungshoheit. Vom scharfen Wind aus der rechtskonservativen Ecke war beim 7. Internationalen Theaterfestival "Boska Comedia" in Krakau allerdings wenig zu spüren. "Weniger Schlachtfeld, mehr Ideenaustausch" lautete der Slogan des Programms, aus dem nur einer herausragte: Regisseur Krystian Lupa. Simone Kaempf berichtet.