Allein mit Gott

19. Januar 2017. Anlässlich der Premiere von The Who and the What war der amerikanische Dramatiker Ayad Akhtar in Hamburg, und Peter Kümmel hat in der "Zeit" ein sehr lesenswertes Interview geführt über Donald Trump, das Weltbild vieler Amerikaner und wie man Stücke schreibt, ohne immerzu Trumps Gesicht vor Augen zu haben.

Ein bisschen ungerecht

12. Januar 2016. In der Münchner Abendzeitung spricht Andreas Kriegenburg, der gerade am Residenztheater "Macbeth" probt, im Interview mit Michael Stadler u.a. über Stadttheater-Traditionen und die Münchner Kammerspiele, an denen er über viele Jahre regelmäßig arbeitete.

Utopie überholt Realität

5. Januar 2017. In der Zeitschrift Merkur schreibt Theater heute-Redakteurin Eva Behrendt eine Entgegnung auf den im November im Lettre-Magazin erschienenen Generalangriff auf den Theater-Performer des Soziologen und Rektor der Berlin Schauspielschule "Ernst Busch" Wolfgang Engler – in dessen Kerbe jüngst der Dramaturg Bernd Stegemann in der Süddeutschen Zeitung haute. Um Englers "Vorwurf der Authentizitätsfetischisierung, zur Bedrohung der künstlerischen Autonomie" angemessen zu antworten, schaut Behrendt ausgiebig auf zwei Inszenierungen der letzten Monate zurück: Lola Arias' Atlas des Kommunismus am Berliner Gorki-Theater und Empire, den dritte Teil von Milo Raus "Europa-Trilogie".

Theater wie Trump

3. Januar 2017. Bernd Stegemann kritisiert in der Süddeutschen Zeitung (3.1.2017) das Performance-Theater. Die "Schauspieler werden für ihre Leistungen im Film bewundert, auf der Bühne gehören sie ebenso wie das Drama zum alten Eisen. An ihre Stelle ist der Performer getreten, der seine eigene Existenz zum Thema macht und die mimetische Kunst des Schauspielens durch Performativität ersetzt."

Was wäre, wenn?

30. Dezember 2016. An den Beispielen Volksbühne und Berliner Ensemble denkt Ulrich Seidler in der Berliner Zeitung laut über vermeintlich unumstößliche, eigentlich widersprüchliche Theaterbetriebs-Wahrheiten nach: "Es gehört zum Berufsbild des Schauspielers, dass seine soziale und berufliche Existenz der künstlerischen Entfaltungsfreiheit des Intendanten untergeordnet ist. Oft ist dies auch von Schauspielern so gewollt. Sie möchten nicht gebunden und von einem Theater absorbiert werden − sie wollen mit anderen Regisseuren arbeiten, an anderen Häusern gesehen werden, ihren Marktwert bei Film- und Fernsehen aufbessern."

"Ich sehe manchmal tagelang keinen Schauspieler"

29. Dezember 2016. Auf die Frage "Ist Ihr Optimismus in Düsseldorf schon geklaut worden?" antwortet Wilfried Schulz, Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses im dpa-Interview, das u.a. die Ruhrnachrichten bringen: "Schwere Frage (Schulz atmet durch und überlegt). Ich gehe nach wie vor davon aus, dass die Aufgaben, für die ich nach Düsseldorf gekommen bin und die verabredet worden sind, weiterhin zu erfüllen sind. So lange ich eine Chance sehe, dass das in einem überschaubaren Zeitraum passiert, ist das gut."

Ausgangspunkt der Reformation?

23. Dezember 2016. "Das, was ich hier am Haus, während der letzten Spielzeit und jetzt bei den Proben zum 'Kirschgarten' erlebe, hat wirklich nichts zu tun mit dem, was in der Presse verhandelt wird", sagt Nicolas Stemann im Interview mit Michael Stadler in der Münchner Abendzeitung, und sein Regisseurskollege Christopher Rüping pflichtet ihm bei und sagt auf die Frage zum in diesem Zusammenhang vieldiskutierten Unterschied zwischen Schauspieler und Performer: "Die gängige Definition würde wahrscheinlich so ähnlich lauten wie: Ein Schauspieler ist jemand, der sich auf der Bühne verwandelt, und ein Performer ist jemand, der auf der Bühne er selbst bleibt." Ihm scheine diese Unterscheidung allerdings viel zu schematisch, so Rüping "insbesondere an einem Ort wie den Kammerspielen mit seinen Schauspielerpersönlichkeiten". Beides mische sich immer: "Jemand kommt auf die Bühne, ist er selbst und setzt sich ins Verhältnis zu einer Figur, zu einem Text."

Rhetorische Nebelschwaden oder Reformprogramm?

20. Dezember 2016. Der designierte Intendant der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Chris Dercon und seine Programmleiterin Marietta Piekenbrock haben heute zum ersten Mal über ihre Pläne für die Berliner Volksbühne ab Sommer 2017 gesprochen. Offenbar  gaben sie mehreren Journalisten unterschiedlicher Organe Audienzen in ihrem Vorbereitungsbüro, darunter waren Rüdiger Schaper vom Berliner Tagesspiegel wie ein Dreier-Frageteam der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Soziale Gerechtigkeit und Dialogbereitschaft

21. Dezember 2016. Berlins neuer Kultursenator Klaus Lederer will die Gehälter der Berliner Intendanten, Museumsleiter und Generalmusikdirektoren öffentlich machen. Das war bereits bekannt. Jetzt begründet Lederer dieses Vorhaben noch einmal in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (20.12.2016). Außerdem spricht er über den Stand der Auseinandersetzung mit dem designierten Intendanten der Volksbühne Chris Dercon.