Samstag, 20. Dezember 2014

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Theaterbrief aus Istanbul – Das zeitgenössische türkische Theater zwischen Repression und Widerstand

Chaotisch und voller Hoffnung

von Bahar Çuhadar

Istanbul im Juni 2014. Die Türkei besitzt eine dynamische, hin und wieder chaotische, dennoch hoffnungsvolle Theaterlandschaft. Man kann sie grob in vier Bereiche unterteilen: Zum einen gibt es die Staatstheater, die 1949 gegründet wurden, aktuell in 21 Provinzen aktiv und dem türkischen Kultur- und Tourismusministerium unterstellt sind. Ferner haben mehrere Städte ihre Stadttheater, die an die Stadtverwaltungen gebunden sind und dessen ältestes sich in Istanbul befindet. Hinzu kommen die privat geführten Theater, die teilweise schon seit mehr als einem halben Jahrhundert bestehen und zu Institutionen wurden (Dostlar Tiyatrosu, Ankara Sanat Tiyatrosu, Kenter Tiyatrosu, Oyun Atölyesi, etc.). Darüber hinaus existieren die unabhängigen Theaterensembles, die – sowohl aus künstlerischer Perspektive als auch im Hinblick auf das Publikumsinteresse – nach den Gezi-Protesten eine Art Erwachen auslösten.

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Das Theaterland Türkei auf der Bonner Biennale

Geliebtes, leidgeprüftes Land

von Dorothea Marcus

Bonn, 16. Juni 2008. Dass in Deutschland rund 2,5 Millionen Türken leben, merkt man vor allem dann, wenn die Türkei unerwartet im Viertelfinale ist. In deutschen Stadttheatern hingegen ist davon noch nie groß etwas davon zu spüren gewesen. Die größte Einwanderungsgruppe im Land nimmt am deutschen Kulturangebot schlichtweg nicht teil. Meist wird es damit erklärt, dass damals eben keine weltmännischen Istanbuler nach Deutschland gekommen sind, sondern bäuerliche Ostanatolier, die es allenfalls zum Taxifahrer und Gemüsehändler gebracht haben.

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