Dienstag, 22. Juli 2014

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Zum Tod des großen Schauspielers Gert Voss

In den Wunderkammern der Illusion

von Dirk Pilz

Wien, 14. Juli 2014. Er saß da zum Beispiel geschlagene zwanzig Minuten auf einer Kiste, neben Angela Winkler. Sie taten wenig, aber sie äugten, wimperzuckten, fingerspielten gemeinsam, und es schien dabei, als erhebe er jede Regung nur deshalb in schwindelnde Silbenhöhen hinauf, um sie als Blitze aus den heiterste Himmeln herausfallen zu lassen. Das war vor 14 Jahren, er war der Johannes Rosmer in Peter Zadeks Ibsen-Abend am Wiener Akademietheater.

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Das Zentrum für politische Schönheit macht Theater im öffentlichen Raum und fordert Politiker dazu auf, sich als Künstler zu verstehen

"Wir wollten Blut und bekamen Liebe"

von Sophie Diesselhorst

Berlin, 15. Juli 2014. Beim Abhören des Interviews mit Philipp Ruch, André Leipold und Cesy Leonard vom Zentrum für politische Schönheit fällt die Neigung aller Beteiligten zu Slogans auf; kein Mangel an Überschrift-Material. Siehe oben, weitere Beispiele: "Kunst darf Menschenleben retten", "Besinnung auf Humanität ist die stärkste Waffe", "Wir reden von Welt verändern. Von der Korrektur der Welt".

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Zur Burgtheaterkrise – Die Abwicklung der Ära Hartmann ermöglicht einen tiefen Blick in die österreichische Seele

Fort mit dem Schuft

von Thomas Miessgang

Wien, 25. Juni 2014. Also sprach Zarathustra zur Sonne: Siehe! Ich bin meiner Weisheit überdrüssig, wie die Biene, die des Honigs zu viel gesammelt hat, ich bedarf der Hände, die sich ausstrecken. Ich möchte verschenken und austheilen, bis die Weisen unter den Menschen wieder einmal ihrer Thorheit und die Armen einmal ihres Reichthums froh geworden sind. Dazu muss ich in die Tiefe steigen: wie du des Abends thust, wenn du hinter das Meer gehst und noch der Unterwelt Licht bringst, du überreiches Gestirn! Ich muss, gleich dir, untergehen, wie die Menschen es nennen, zu denen ich hinab will.

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Excess Yourself: Das Hamburger Live Art Festival sucht auf Kampnagel den Exzess zwischen Theater, Musik und Tanz

Weichsingen des Hirns

von Falk Schreiber

Hamburg, 14. Juni 2014. Exzess ist eine gefährliche Sache. An der Bar in der Kampnagel Music Hall hängt jedenfalls ein Ausschnitt aus einer Klatschzeitschrift mit der Überschrift "Beauty-Killer Alkohol", was einem exzessives Verhalten schon im Vorfeld vermiesen soll. Andererseits sind Beauty, Würde, Struktur ohnehin Konzepte, die man mal hinterfragen sollte, und das "Ja!" zum Exzess ist wohl der erste Schritt zu diesem Hinterfragen.

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Schweizer Theatertreffen – Männerbilder und Sprachräume dominieren den Abschluss des ersten Schweizer Theatertreffens in Winterthur

Jammerlappen und Motorradhelden

von Claude Bühler

Winterthur, 31. Mai 2014. Hat nun das erste Schweizer Theatertreffen den "Berliner Deutungsanspruch" (des Berliner Theatertreffens) angegriffen, wie es die Berliner Zeitung schrieb? Wohl kaum. Gibt es überhaupt genügend Theater in der kleinen Schweiz für eine regelmäßige, relevante Leistungsschau, wo die beiden bestimmenden Schauspielstädte Zürich und Basel, die mit Karin Henkels Amphitryon und Christoph Marthalers Das Weiße vom Ei präsent waren, nur eine Zugstunde auseinander liegen? Das wird sich mit den nächsten Jahrgängen erweisen. Eher bescheidene 2130 Eintritte wurden dieses Mal in Winterthur verzeichnet. Die mehrsprachig zusammengesetzte Kritiker-Jury hat aus 200 Vorschlägen sieben Produktionen ausgewählt, davon zwei französisch- und eine italienischsprachige. Letztere wurden mit Übertitelungen übersetzt.

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Theater der Welt 2014 – Jacob Appelbaum's opening speech

The social pressure of conformity

by Jacob Appelbaum

23 May 2014. Around the age of nine, my father punished me for following other children thoughtlessly. In doing so, he introduced me to two of my favorite theater pieces, requiring me to read them as part of my punishment: "Rhinoceros" by Eugene Ionesco and "Biedermann und die Brandstifter" by Max Frisch. Both greatly influenced me about the danger of following along without making room to think for oneself, about collective madness in society, about self-certainty, about values and rights, about power and violence but most importantly about loyalty to ideas without reflecting on the larger impact of the actualities at hand.

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Jacob Appelbaums Rede zur Eröffnung des Festivals Theater der Welt 2014 in Mannheim

Wider den sozialen Druck des Konformismus

von Jacob Appelbaum

23. Mai 2014. Ich war neun Jahre, als mein Vater mich dafür bestrafte, dass ich blind anderen Kindern gefolgt war. Er forderte mich auf, zwei Theaterstücke zu lesen, und führte mich so an zwei meiner Lieblingswerke für die Bühne heran: Eugène Ionescos "Die Nashörner" und Max Frischs "Biedermann und die Brandstifter". Beide Dramen ließen mich erkennen, wie gefährlich es ist, gedankenlos zu tun, was andere vorgeben. Sie vermittelten mir wichtige Erkenntnisse über die Konsequenzen des kollektiven Wahnsinns in der Gesellschaft, über Selbstgewissheit, Werte und Rechte, Macht und Gewalt, aber vor allem über die Treue zu Ideen, ohne die jeweils aktuellen Folgen zu reflektieren.

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