Montag, 22. Dezember 2014

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Herbstsonate – Jan Bosses Version von Ingmar Bergmans Film am Stuttgarter Staatsschauspiel mit Corinna Harfouch und Fritzi Haberlandt

Musik im Geisterhaus

von Verena Großkreutz

Stuttgart, 20. Dezember 2014. Klar, berühmte Pianistin ist gleich Rabenmutter. Liegt in der Natur des Berufs. Wen wundert's? Häufige Abwesenheit, hartes Training, ständiger Erfolgsdruck, künstlerische Egomanie. Nur wenn's bei der Arbeit nicht mehr läuft, muss die Familie herhalten. Und dann Gnade ihr Gott.

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Community – Yael Ronen konstruiert in Graz eine (Theater-)Dystopie der nahen Zukunft

Auf dem Hamsterfahrrad

von Leopold Lippert

Graz, 20. Dezember 2014. Das Vorspiel beginnt schon im Foyer: Sebastian Klein und Michael Ronen treten mit Megaphon vors Publikum. Sie sind Hausbesetzer und haben das Schauspielhaus Graz in Beschlag genommen. "Sie werden heute Abend kein Stück sehen", verkünden die beiden. Stattdessen sollen die Zuschauer Teil der "Community" werden, und deshalb dürfen sie auch gleich mal auf die Bühne, um die famose Do-it-yourself-Recycling-Selbstversorger-Einrichtung (Bühnenbild von Sylvia Rieger) aus der Nähe zu bestaunen: eine fahrradbetriebene Waschmaschine, ein selbstgebautes Klo mit Gas-Wärme-Generator, ein überbordendes Gewächshaus, Dusche mit Trampelantrieb, Feldbetten auf Holzpaletten (mit Laken aus den Stoffbannern früherer Schauspielhaus-Produktionen), und dazwischen jede Menge Gerümpel aus dem Fundus.

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Requiem für Ernst Jandl – Im Akademietheater Wien begeht man den 90. Geburtstag der österreichischen Lyrikerin Friederike Mayröcker

Handynummer ins Jenseits

von Reinhard Kriechbaum

Wien, 20. Dezember 2014."Ich habe gesehen, habe gehört, wie die Stimme des Vogels untergeht." So Friederike Mayröcker bald nach dem Tod jenes Menschen, der für sie fast ein halbes Jahrhundert lang Lebensmensch war. Das "Requiem für Ernst Jandl" ist der Totengesang auf den Gefährten. "Wenn deine Seele blutet … wie solltest du da nicht Worte finden …"

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Fabian – Torsten Schillings Roman-Adaption am Landestheater Coburg verliert die Gegenwart aus dem Blick

Die Gewissheiten von gestern

von Christian Muggenthaler

Coburg, 20. Dezember 2014. Erich Kästners Roman "Der Gang vor die Hunde", im Jahr 1931 in leicht entschärfter Form unter dem Titel "Fabian" erschienen, ist das Portrait eines Intellektuellen im Berlin zur Zeit der sich dem Ende zuneigenden Weimarer Republik. Ein Ende, das sich zwar erst in der historischen Rückschau tatsächlich verifizieren lässt, in dem Buch aber Kapitel für Kapitel eigentümlich prophetisch durchscheint: Kästner gestattet den Blick auf eine ruinierte Gesellschaft, in der der Mensch auf seinen ökonomischen Wert reduziert, Liebe hübsch handlich in käufliche Quäntchen Libido verpackt und intellektueller Überbau auf seine sofortige Verwendbarkeit in Medien und Warenwelt oder zu ideologischem Zunder zurückgestutzt wird.

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Exiles – Luk Perceval entdeckt James Joyces einziges Theaterstück an seinem Uraufführungsort wieder

Gruppenbild mit Hund

von Sabine Leucht

München, 19. Dezember 2014. Archie ist Richards und Berthas Sohn. In München heißt er Dine Doneff und lässt mit linkischen Bewegungen seinen Kontrabass fauchen und jaulen. Er reagiert nicht auf Ansprache und sinkt in Spielpausen schlaff in sich zusammen. Dass ihn die anderen seltsam finden, leuchtet ein. Wie sehr dieses Seltsamfinden sie entlastet, spürt man erst am Ende des Abends, wo Archie noch einmal kurz im Zentrum steht und sich die vier Erwachsenen endlich von ihrer eigenen Seltsamkeit erholen können. Die ist gewachsen, je harmonischer Archies Musik geworden ist. Doch der Reihe nach:

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Container Paris – Am Schauspiel Frankfurt inszeniert Christian Brey die Uraufführung der Aufsteigergeschichte von David Gieselmann

Ich weiß nicht, ob ich es weiß

von Shirin Sojitrawalla

Frankfurt, 19. Dezember 2014. Hans Peter Grothe, Mitarbeiter der Firma SWL (Sanddorn Worldwide Logistik), ist ein kleiner Angestellter, wie er im Buche steht: penibel, korrekt, spießig möchte er bloß keine Fehler machen und immer sein Bestes geben, ganz egal wofür. Sein neuester Auftrag führt ihn nach Paris, wo er einen Container finden soll, von dem er weder weiß, ob er in Paris ist noch, was sich darin befindet. Absurd? Und wie!

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Die lächerliche Finsternis – Robert Gerloff nimmt in Essen Wolfram Lotz beim Wort

Apokalypse Two

von Sascha Westphal

Essen, 18. Dezember 2014. Bevor es den Hindukusch hinaufgeht und sich wieder einmal eine westliche Erzählung die Welt nach ihrer Vorstellung zurechtbiegt, herrscht erst einmal Dunkelheit. Ein Vorhang, der auch ein militärisches Tarnnetz sein könnte, verbirgt große Teile von Maximilian Lindners Bühne. Die Vier, die vor ihn treten und sich gemeinsam als somalischer Pirat Ultimo Michael Pussi an das Publikum wenden, sind nur vage zu erkennen. Am deutlichsten zeichnen sich ihre phantastisch anmutenden roten Hüte und ihre Kalaschnikows ab. Das Sichtbare, das sind die Klischees, das Unsichtbare: eine Antwort auf sie.

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Der diskrete Charme der Bourgeoisie – Sebastian Nübling lässt am Schauspielhaus Zürich Luis Buñuels Filmklassiker nachtanzen

Zürich sucht den Super-Bourgeois

von Christian Rakow

Zürich, 18. Dezember 2014."Vorsichtig!" ist eines der ersten Worte in Luis Buñuels Filmklassiker "Der diskrete Charme der Bourgeoisie". Eine Warnung, vom Bourgeois François seiner Schwägerin Florence mit erhobenem Finger unter die Nase gerieben, bevor sie in kleiner Gruppe zum Dinner bei Bürgersfreunden eintreten. "Vorsichtig!", weil diese gute Florence bei solchen Essen gern mal zu viel trockenen Martini trinkt und dann ein wenig aus der Rolle fällt.

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Am Beispiel der Butter – Das Fett-Stück von Ferdinand Schmalz im Burgtheater-Vestibül in Wien

Alles in ... Margarine

von Martin Thomas Pesl

Wien, 18. Dezember 2014. Groß ist die Versuchung, weit auszuholen und ordentlich Bullshit-Butter-Bingo reinzubuttern: dass dieser Text sich nicht unterbuttern lässt, sonder runtergeht wie Butter, weil der Autor seine Buttersprache souverän beherrscht, et cetera. Und Ferdinand Schmalz hätte es verdient: Wer so ausgiebig die Wortwelt rund um besagtes Molkereiprodukt melkt, obwohl dieses ja, wie der Titel schon sagt, nur als Beispiel für, sagen wir, die Verhältnisse herhält, der darf schon mal sein Fett abkriegen. So, Schluss jetzt. Aber selber schuld! Die Butter wurde hier sogar ins Programmheft geschmiert, wo sie ein paar Technikernamen unkenntlich macht, und der Autor ist ein – freilich selbst ernannter – Schmalz.

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Farbenblinde Arbeit (UA) – Robert Teufel setzt Dietmar Daths neuestes Stück am Nationaltheater Mannheim in Szene

Beim Zeus, wie schwer ist doch die Kunst

von Martina Senghas

Mannheim, 17. Dezember 2014. Dietmar Dath ist Mitte 40, Autor von dreizehn Romanen, Feuilletonist und Filmkritiker, Übersetzer und Verfasser von Hörspielen, Sachbüchern und Theaterstücken – er schreibt also viel und er schreibt gerne über das große Ganze: über Herrschaft und Befreiung, Produktionsbedingungen und Erkenntnistheorie, technischen Fortschritt und Kunst. Dath ist bekennender Marxist, entsprechend geht es auch in seinem neuen Theaterstück "Farbenblinde Arbeit" von Anfang an politisch zur Sache. Also rein ins Milieu der kulturell und gesellschaftlich Engagierten, in dem das Stück angesiedelt ist.

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2071 – Katie Mitchell inszeniert eine Lecture Performance des britischen Klimaforschers Chris Rapley am Hamburger Schauspielhaus

Es wird warm

von Falk Schreiber

Hamburg, 17. Dezember 2014. Für morgen Mittag werden für die Hamburger Innenstadt bis zu elf Grad vorhergesagt. Wenige Tage vor Heiligabend. Überhaupt wird 2014 als ein Jahr in die Geschichte eingehen, in dem es deutlich zu warm war, was den Inhalt von "2071" ein Stück weit bestätigt: Der britische Klimaforscher Chris Rapley erzählt in der Koproduktion zwischen Londoner Royal Court Theatre und Deutschem Schauspielhaus Hamburg, wie er zur Klimawissenschaft kam, er referiert, wie sich das Klima im Laufe der Zeiten veränderte, und er wagt einen Ausblick, wie die Welt im Jahre 2071 aussehen mag. Dann nämlich wird die älteste Enkelin Rapleys so alt sein wie er heute, 67 Jahre, und sie wird in einer Welt leben, die wahrscheinlich nicht allzu lebenswert sein dürfte. In einer Welt, deren Infrastruktur auf heutige Temperaturen eingestellt ist, während die Durchschnittstemperatur des Planeten um mindestens zwei Grad gestiegen sein wird, mit den dazugehörigen sozialen Verwerfungen, Dürren, Überschwemmungen. (Zumindest, wenn alles gut geht: Eine 40-prozentige Chance besteht auch auf eine Temperaturerhöhung von über vier Grad. Als Klimaforscher sollte man nicht allzu sentimental auf die Menschheit blicken.)

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die unverheiratete – Uraufführung eines (Nach-)Kriegsfrauenstücks von Ewald Palmetshofer im Wiener Akademietheater

Viel Pinsel, viel Keule, viel Vorschlag

von Reinhard Kriechbaum

Wien, 14. Dezember 2014. Bedeutungsvoll hat sich "die Mittlere" an die Bühnenrampe gekauert, bereit, Großes hinauszurufen. Um noch Farbe draufzusetzen, ist "die Junge" herbeigeeilt und hat ihrer zum Antiken-Lamento anhebenden Mutter einen halben Eimer Blut über den Kopf geleert. Und da geht es auch schon los: "Ich bin Elektra", orgelt Christiane von Poelnitz. Diese Facette hat zu dem Zeitpunkt gerade noch gefehlt in der großen Abrechnung mit der Genealogie. Aber ach: "Der Apfel fällt man sagt nicht weit / das ist ein Pech / verfaul nicht weit von ihrem Stamm gefallen ich..." Derweil versucht im Bühnenhintergrund "die Alte" (vorerst) vergeblich, auf einen Sessel zu klettern und sich am Telefonkabel aufzuhängen.

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Die lächerliche Finsternis – Daniela Löffner vertraut am Deutschen Theater Berlin ganz auf Wolfram Lotz' Oberflächenschabernack

Eine Flussfahrt, die ist lustig

von André Mumot

Berlin, 14 Dezember 2014. "Ups", sagt Kathleen Morgeneyer. Beinahe wäre sie nämlich auf einer der Bananenschalen ausgerutscht, die am Bühnenrand liegen. Ach – aber selbst wenn! Gestört hätte das gewiss keinen. Gut, Kathleen Morgeneyer vielleicht, aber womöglich nicht mal die. Lachen muss sie bloß, so wie die Darsteller oft an diesem Abend kaum das Prusten unterdrücken können. Nachdem sie angekaute Pizzareste in die ersten Reihen geschmissen haben zum Beispiel. Oder nachdem sich Alexander Khuon versprochen hat. Da grinst er dann sehr schelmisch und lacht noch ein bisschen, und im Publikum stimmen alle froh und glücklich mit ein. Überhaupt herrscht 'ne Bombenstimmung in den Kammerspielen des Deutschen Theaters.

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Seymour – Am Theater Bern inszeniert Dominic Friedel Anne Leppers absurdes Kindersanatoriums-Stück

Fett und federleicht

von Geneva Moser

Bern, 14. Dezember 2014. Dünn werden um endlich gesehen zu werden, das sollen die kugligen Kinder in "Seymour oder Ich bin nur aus Versehen hier". Von ihren Eltern in ein Kurhaus in den Bergen verfrachtet, kämpfen sie um den Weg zurück ins Zentrum der Gesellschaft: Optimierungswahn und Zwangsformierung machen auch vor Kindern keinen Halt. Der Neuankömmling Leo glaubt zu Beginn noch, mit ihm sei alles völlig in Ordnung, die Eltern würden ihn bald holen und der englische Cousin Seymour, der nun das Zimmer zuhause bewohnt, sei auch nur vorübergehend da.

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Antigone – Wojtek Klemm zeigt einen ruppig-klugen Sophokles in einem Flüchtlingsbunker am Theater Luzern

Kriegszitterer ohne Krieg

von Christoph Fellmann

Luzern, 13. Dezember 2014. Wir befinden uns in einem jener Bunker, welche die Schweiz ab den Sechzigerjahren gebaut hat, damit ihre Bevölkerung darin einen Atomunfall oder den Dritten Weltkrieg überleben kann. Betonwände, Metallrohre, Maschendraht. Heute werden diese Bunker zwar gelegentlich noch beübt, vor allem aber bringt die Schweiz hier, metertief unter der Erde, die Asylsuchenden unter. Neun von ihnen, alle aus Afrika und derzeit wohnhaft in einer Unterkunft im Kanton Zug, stehen hier nun auf der Bühne des Luzerner Theaters im Nachbau eines solchen Bunkers. Man versteht nicht, was sie reden, nur einmal eine Frage: "Das ist ein Bunker?" – Und die Antwort: "Nein, das ist ein Theater."

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André & Dorine – Das Theaterkollektiv Kulunka Teatro macht aus einer Alzheimer-Biographie ein Maskentheaterstück voller ergreifender Miniaturen

Geschichte einer vergessenen Liebe

von Tim Slagman

München, 13. Dezember 2014. Sie streicht, er tippt, und das Cello gewinnt dabei jedes Mal über die Schreibmaschine. Was einfach ein kleines, zur Routine gewordenes Gekabbel unter alten Eheleuten darstellen könnte, wird auf der Theaterbühne des Münchner Winterfestivals Tollwood zu einem wortlosen Austausch voller Witz, voller gemeinsamer Lebenserfahrung und, auch das, voller Sinnlichkeit.

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Frühling der Barbaren – Am Staatstheater Wiesbaden versucht Ulrike Arnold die Adaption Jonas Lüschers Novelle mit Humor

Launige Luxusgeschöpfe

von Shirin Sojitrawalla

Wiesbaden, 13. Dezember 2014. Jonas Lüschers Novelle "Frühling der Barbaren" ragte aus den deutschsprachigen Neuerscheinungen des Frühjahrs 2013 wundersam heraus. Dabei ist es nur eine kurze Geschichte, nicht einmal 120 Seiten, die aber gleich mit mehreren unerhörten Begebenheiten aufwartet und dabei ins Herz der gegenwärtigen Finsternis zielt. Es ist eine moralische Geschichte, in der das Menschsein zur Mutprobe gerät. Im Zentrum steht Preising, ein wohlsituierter Schweizer Fabrikerbe, der sich gewählt und immer ein bisschen altmodisch auszudrücken versteht. Dieser Preising unterhält sich mit einem anderen Mann und Lüscher deutet an, dass die beiden sich in einer psychiatrischen Anstalt befinden. Doch beim Lesen vergisst man das und denkt, sie könnten ebenso gut im Gefängnis oder vor Gericht auf und ab gehen. Ein dritter Erzähler erweist sich bei Lüscher dann als allwissend und weiß naturgemäß alles besser.

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Hamlet – Bühnen-Veteran Gralf-Edzard Habben trotzt in Kassel mit Shakespeare den Lockungen der Moderne

Kein Anschluss unter dieser Handy-Nummer

von Alexander Kohlmann

Kassel, 13. Dezember 2014. Nur kurz fahren die schwarzen Schiebetüren auseinander wie elektrische Türen in einem Krankenhaus. Dahinter ein Gang mit Kacheln und ein Mann mit Krone und grünem Klinik-Leibchen. Dann gehen die Türen wieder zu und der Geist ist verschwunden, als sei er nie dagewesen. Vieles in Gralf-Edzard Habbens Inszenierung deutet darauf hin, dass wir hier drei Stunden lang nur einen Traum von einem Hamlet erleben, der längst in einer geschlossenen Einrichtung sein Dasein fristet.

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Das weite Land – Am Deutschen Theater seziert Jette Steckel das Schnitzler-Personal mit einem All-Star-Team

Auf der Mitte-Couch

von Wolfgang Behrens

Berlin, 12. Dezember 2014. Ein Gesprächsfetzen vom Ende der Pause, aus der Reihe hinter mir: "Es würde mich schon interessieren, wie viel Prozent des Publikums erkennen, dass das da alles Sofas sind auf der Bühne. Und, ja, auch wie viele sich wohl darüber Gedanken machen, was das bedeuten könnte." Hm, denke ich, also ehrlich gesagt: Dass diese kubistische Skulptur von Florian Lösche, die da turmhoch in der Mitte der Drehbühne emporragt, nur aus schwarzen Ledersofas besteht, das haben, glaube ich, alle, wirklich alle mitgekriegt. Aber sollte man sich darüber allzu viele Gedanken machen?

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Der Menschenfeind – Moritz Sostmann zeigt Molière in Köln mit Puppen und Menschen

Aus dem Renaissance-Zirkus in die Stephen-King-Arena

von Stefan Schmidt

Köln, 12. Dezember 2014. Ja, sie ist etwas angestaubt, diese Komödie von Molière aus dem 17. Jahrhundert. Auch wenn sie nach wie vor gerne mal auf die deutschsprachigen Spielpläne gehievt wird, sei es zur allgemeinen Volksbelustigung oder zur gutmenschlichen Erbauung angesichts der Verlogenheit der Welt. Und so ist es nur konsequent, dass es in dieser Kölner Inszenierung vom "Menschenfeind" ab und zu von der Decke rieselt auf Mobiliar und Personal. Das kann passieren, wenn man so wenig zimperlich mit dergleichen Antiquitäten umgeht wie Regisseur Moritz Sostmann. Am Ende dieses Abends liegt der ganze Altbau in Trümmern, und nur ein paar dummen Augusten ist das blöde Lachen noch nicht vergangen.

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