Montag, 22. September 2014

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1. Stapellauf. Neubeginn – Sewan Latchinian beginnt am Volkstheater Rostock mit drei Premieren im spartenübergreifenden Eröffnungsspektakel

Hier ist was los!

von Hartmut Krug

Rostock, 20. September 2014. Auf dem lange verwaisten, ungemütlichen Vorplatz des Rostocker Volkstheaters ist plötzlich was los. Ein Leuchtturm und große Eisbären aus Pappmaché empfangen den Besucher. Sewan Latchinian, neuer Intendant, versucht, sein Haus mit viel Phantasie und Aufwand in die öffentliche Aufmerksamkeit zu rücken. Mit Mitteln, die schon an seiner vorherigen Spielstätte, der Neuen Bühne Senftenberg, erfolgreich waren.

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Ein Sommernachtstraum – Alex Rigola inszeniert in Düsseldorf Shakespeare im Geist der Factory von Andy Warhol

Feen im Rausch

von Dorothea Marcus

Düsseldorf, 20. September 2014. Wie es eben so geht, wenn man erwachsen wird, auch in den höchsten, verklemmtesten Kreisen – da kann man schon mal ausbrechen wollen, wenn man einfach verheiratet werden soll. Die Jugend von Athen sieht aus, als sei sie gerade dem Internat entsprungen: ein schüchterner Haufen in Schuluniform, senfgelben Röcken und hochgeschlossenen weißen Blusen. Hermia (Sarah Hostettler) sitzt zwischen zwei streng gescheitelten, kaum unterscheidbaren Jünglingen vor schlammbrauner Sixties-Tapete und schmachtet Lysander an. Als sie mit Demetrius verheiratet werden soll, fliehen sie einfach – raus aus dem Drill, ins wilde New York. Mitten in einen White Cube bettet sich das junge, naive Paar zwischen akkurat aufgestellten Brillo-Boxen (derzeitiger Wert auf dem Kunstmarkt pro Stück: rund 200.000 bis 800.000 Euro) erschöpft zur Ruhe, unter einem Double-Elvis von Andy Warhol.

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Onkel Wanja – Stephan Kimmig reduziert Tschechow in Bochum auf ein Spiel banaler Äußerlichkeiten

Im Echoraum des Jürgen Gosch

von Sascha Westphal

Bochum, 20. September 2014. Gleich zweimal kurz hintereinander verkündet die gelangweilte und aus Unentschlossenheit grausame Elena Andrejewna: "Dieses Haus hat etwas Desolates". Damit spricht sie genau das aus, was das Publikum weiß, seit es den Saal betreten hat. Schließlich wird Oliver Helfs Bühnenbild von einem großen und recht weitläufigen Gerüst dominiert, auf dem nur ein paar Holzbalken liegen und eine Art Dach andeuten. Eine Pfütze, in der in einer Szene gleich drei Figuren auf einmal ausrutschen werden, komplettiert das traurige Bild des Verfalls. Dieses Haus hat wahrhaft etwas Desolates.

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Glaube Liebe Hoffnung – Andreas Kriegenburg schickt Ödön von Horváths Unglücksmenschlein in Frankfurt am Main durch seine Bildermaschinerie

Das Opfermädchen

von Esther Boldt

Frankfurt am Main, 20. September 2014. Da sind sie wieder, diese Kriegenburg'schen Bleichgesichter mit ihren dunklen Hohlaugen. Sie erklimmen ein Fenster in der Wand, das die Bühne abschließt, drängen sich zusammen und schauen auf die Unglücksgestalt, die auf einer langen Abstiegsrampe vor ihnen liegt: Ein blondes Opfermädchen in Embryonalstellung. Sie liegt auf der übergroßen Fotografie ihrer selbst, nackt und zusammengekauert, das Gesicht vom strähnigen, nassen Haar verhängt und so: gesichtslos.

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Pfeffersäcke im Zuckerland & Strahlende Verfolger. – Karin Beier sucht im Malersaal des Hamburger Schauspielhaus das Deutsche Wesen in Brasilien

Sieben zu eins

von Falk Schreiber

Hamburg, 20. September 2014. Ausstellungsstücke: Johannes Schütz hat 13 Vitrinen in den Malersaal des Hamburger Schauspielhauses gebaut, 13 Vitrinen, in denen zehn Schauspieler Biografien darstellen. Michael Weber in Vitrine 10: Raùl Hansen, Germanistikdozent in Florianópolis, verbindlich, ein wenig übereifrig. Oder Sasha Rau in Vitrine 6: die animistische Priesterin Olayinka, ehedem Anna von Hülsten, eine Auswandererin, die alle Brücken zu ihrer protestantischen, deutschen Vergangenheit abgebrochen hat. Großartige Bilder sieht man, während man zwischen den Vitrinen herumläuft: Ute Hannig vor einem dampfenden Kessel, der ihr gläsernes Gefängnis langsam einnebelt, Yorck Dippe, der fliegenumschwirrt auf eine altertümliche Schreibmaschine hämmert. Es schüttelt einen ein wenig, dann zieht man weiter, zur nächsten Lebensgeschichte.

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Schuld und Sühne – Sebastian Baumgarten zeigt Dostojewskij in Zürich als Fernsehkrimi, organisiert dann aber doch noch einen Hilfskonvoi

Schuld and the City

von Christoph Fellmann

Zürich, 20. September 2014. Nur noch Zombies glauben an eine bessere Welt. In St. Petersburg, wo diese Geschichte spielt, wird gerade das Begräbnis des Titularrats Marmeladow abgehalten, als die Toten mit den Lebenden den Kontakt aufnehmen. "Schafft Frieden!", sprechen sie durch die zuckenden Münder der Trauergemeinde, "Liebt euch! Räumt alle ökonomischen Schranken beiseite! Überwindet die Grenzen der Rache und des Neids!"

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Frankenstein – Philipp Stölzl formt in Basel aus Mary Shelleys Grusel-Klassiker eine süffige Geschichte

Und edelmütig wimmert die Kreatur

von Claude Bühler

Basel, 19. September 2014. Nach den drei Stunden schien der Jubelsturm nicht aufhören zu wollen. Die Schreie, Pfiffe, das Fußgetrampel gingen erstens an die Seele des Abends: Cathrin Störmer hatte dem Monster eine Stimme verliehen, die selbst durch den Stimmverzerrer noch mütterlich und umfangend klingt. Wenn sie liebend fleht, hasserfüllt aufschreit, ängstlich wimmert, böse krächzt, kindlich weint, so erfüllt sie genau die Absicht von Regisseur Philipp Stölzl und Dramaturg Jan Dvorak: Wir sollen den ganzen Abend lang Mitleid haben mit der Kreatur, die uns abstößt.

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Antonius und Kleopatra – Patrick Schlösser treibt in Lübeck Shakespeare in Ironie und Klischees

Ist da noch Saft drin?

von Jens Fischer

Lübeck, 19. September 2014. Lässig-lümmelig sind die Darsteller gewandet, wie auf einer dezent tuntigen Motto-Party für Freunde von Shakespeares "Antonius und Kleopatra". Pitschepatschig kneippen, schreiten, rennen, fallen, sterben sie im knöcheltiefen Bühnenteich, liefern ihre Texte mit Vorliebe in Extremlagen ab, betont schrill oder unbetont melodramatisch, und verweisen mit bewusst albern inszenierten Zuspitzungen auf die hollywoodtösen Zurichtungen dieses Sujets.

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Im Westen nichts Neues – Zum Saisonstart erprobt sich Nico Dietrichs neues Team am Jungen Theater Göttingen am Jahrhundertstoff

Der Tod im Korkfeld

von Michael Laages

19. September 2014. Auch ganz ohne Jury und Kür in den Fachblättern ist Göttingen am Beginn der neuen Spielzeit eine der Theaterstädte der Saison. Wo sonst hätte eine derart überschaubar kleine Stadt im deutschsprachigen Raum noch zwei veritable und sehr unterschiedlich profilierte Stadttheater? Und wo starteten diese beiden Bühnen dann auch noch fast gleichzeitig mit neuen Intendanten, neuen Teams ins neue Theaterjahr …? Wer mag, wird womöglich ausgerechnet beim doppelten Göttinger Aufgalopp entdecken können, wie sich zeitgenössische Theatermacher heute positionieren wollen oder positionieren müssen, wenn sie eine Stadt und das Publikum vor Ort ganz neu für sich gewinnen wollen. Und müssen.

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Die Odyssee oder Lustig ist das Zigeunerleben – Am Theater Essen lässt Volker Lösch die Odyssee als Ausgrenzungsgeschichte spielen

Faria, faria – ho?

von Martin Krumbholz

Essen, 19. September 2014. So befremdend die Idee auf den ersten Blick wirkt, so bestechend wird sie von Volker Lösch und seinem Team am Essener Grillo-Theater entwickelt. Odysseus und seine Gefährten auf ihrer zehnjährigen Grand Tour durch die von bizarren mythologischen Gestalten, von Monstern besetzten Schauplätze der antiken Welt, den Hades eingeschlossen: Das sind wir, die Theaterbesucher, die zivilisierte Menschheit. Jene fremden, rätselhaften Wesen jedoch, mit ihrer dunklen Haut, ihren schwarzen krausen Haaren und ihrer rauen Stimme, denen man nachsagt, dass sie Menschen in Schweine verwandeln beziehungsweise Wäsche von der Leine und Kinder aus den Häusern ihrer Eltern stehlen: Das sind sie, die Sinti und Roma, die jahrhundertelang ausgegrenzt, verfolgt und im Holocaust vernichtet wurden.

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Wer hat Angst vor Virginia Woolf? – Martin Kušej eröffnet die Spielzeit am Residenztheater München mit dem Doppelpaar-Klassiker von Edward Albee

Liebe Liebe!

von Petra Hallmayer

München, 18. September 2014.Sie ersparen einander nichts. In Edward Albees Ehegruselschocker von 1962 "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" benutzt ein älteres Paar ein jüngeres als Publikum für seine Schaukämpfe. Spätabends finden sich Nick und Honey zu einem Absacker im Haus des Geschichtsdozenten George und seiner Frau Martha, der Tochter des Collegerektors, ein, wo sie in deren garstige Rituale hineingezogen werden. Ungeniert verhöhnt und demütigt Martha ihren Mann, der ihre Ambitionen nicht realisiert hat und es ihr nicht minder brutal heimzahlt.

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Minority Report oder Mörder der Zukunft – Klaus Gehre stellt Steven Spielberg nach und unterwirft sich lustvoll dem Dortmunder Dogma

Der freie Wille im Apple-Zeitalter

von Dorothea Marcus

Dortmund, 14. September 2014. Washington D.C. im Jahr 2041. Morde sind abgeschafft. Dank dreier "Precogs", in Protonenmilch lagernden Drogenmütter-Abkömmlingen, gelingt es dem Projekt "Precrime" seit sechs Jahren, jede unrechtmäßige Tötung eines Menschen vorherzusehen – und mit Hilfe von Agenten in selbstfliegenden Anzügen sekundenschnell zu verhindern. Immer, wenn demnächst einer potentiell ermordet zu werden droht, kullert ein Ball, der aussieht wie bei der Lottoziehung – rote zeigen Verbrechen aus Leidenschaft. Bei denen rennt die Zeit, der Mord liegt nur eine halbe Stunde in der Zukunft.

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Leben Gundlings Friedrich von Preußen Lessings Schlaf Traum Schrei – Pedro Martins Beja verneigt sich in Osnabrück vor Heiner Müller

MüllerAssoziationsMaschine

von Kai Bremer

Osnabrück, 14. September 2014. Noch im Schlussapplaus wendet sich die Dame zu meiner Linken zu mir und fragt, ob das Stück bei Heiner Müller auch nur drei Schauspieler habe. Der letzte von ihnen, Stefan Haschke, ist just durch eine Klappe im Bühnenboden entschwunden, das Licht aus einer letzten noch leuchtenden Neonröhre unter der niedrigen Decke wird gerade gedimmt. Die Frage treibt die Dame um. Aber ich muss sie enttäuschen: "So ganz eindeutig hat Müller das nicht geregelt", sage ich knapp.

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Erotic Crisis – Yael Ronen und Ensemble beleuchten am Gorki Theater Berlin das Liebesleben in Zeiten von YouPorn

Diskurstheater XXX

von Wolfgang Behrens

Berlin, 13. September 2014. Nein, es bedarf keines besonderen Scharfsinns, um aus den Bildern, die von überall her auf uns eindringen – aus dem Film, dem Netz, der Werbung, den Modemagazinen –, den Schluss zu ziehen: Sex ist Erfolg! Hast Du Sex (und trinkst am Ende noch dieses spritzige Mineralwasser dazu), dann hast Du allen Grund fröhlich zu sein. Ist Dein Sexleben erfüllt (und siehst Du dabei auch noch so rasend geil aus wie dieses ranke und schlanke Paar hier), dann hast Du es zu etwas gebracht. Du kannst davon erzählen, ohne rot zu werden. Du wirst geachtet, Du bist wer!

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Traum eines lächerlichen Menschen – In Düsseldorf geht Subbotnik auf eigenwillige Weise Dostojewski nach

In der perfekten Welt

von Martin Krumbholz

Düsseldorf, 13. September 2014. Einerlei. Schade, dass es dieses Wort nicht mehr gibt, das so viel schöner klingt als "egal" oder "gleichgültig". Dostojewskis "Lächerlicher Mensch" benutzt es oft, ihm ist vieles einerlei, obwohl ihm gar nichts gleichgültig ist. Einerlei ist ihm, dass die anderen ihn lächerlich oder gar verrückt finden, was ja einer Beförderung gleichkäme. Mehr noch, ihm ist selbst am besten bewusst, dass er lächerlich ist. In Wahrheit ist er natürlich – wie sein Autor – ein Moralist. Er verzweifelt am Zustand der Welt und möchte sich erschießen. Den Revolver hat er bereits gekauft und auch schon geladen. Bevor er zur Tat schreitet, träumt er einen Traum, in dem die Frage untersucht wird, ob die Menschen schön und glücklich sein können, ohne die Fähigkeit einzubüßen, in dieser Welt zu existieren.

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Die Dreigroschenoper – Thorleifur Örn Arnarsson gibt mit Brecht, Bilderkraft und Bühnenkritik seinen Einstand als Hausregisseur in Wiesbaden

Die neue Kraft

von Shirin Sojitrawalla

Wiesbaden, 13. September 2014. Dass Thorleifur Örn Arnarsson in Wiesbaden ein paar kräftige Buhs kassieren würde, konnten sich all jene leicht ausrechnen, die seine Inszenierungen kennen und Wiesbaden auch. Dabei hatte seine "Dreigroschenoper" gar kein Buh nötig, auch nicht die zwanglos hingeworfenen Verfremdungseffekte; der mittelmäßige Klang und die damit einhergehende Unverständlichkeit des Gesagten und Gesungenen schon eher.

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Hamlet – Kay Voges verpixelt und parodiert Shakespeare am Theater Dortmund und lässt sich den Applaus per SMS schicken

Geisterbilder aus dem Internet

von Friederike Felbeck

Dortmund, 12. September 2014." Es ist ein Kreuz mit den Bits and Bytes: Stunde um Stunde verdaddelt man mit neuen Betriebssystemen, Software-Updates, vertrackten Spielen, unfertigen Avataren oder wartet einfach nur auf eine Antwort (texting anxiety), bis die Wanne übergelaufen ist! Der Aufmerksamkeit entgeht das Wesentliche, das, was es rechtzeitig abzustellen oder zu kanalisieren gilt, denn der Pixel-Rausch und die Zeitfressmaschine Virtualität haben ihre Klauen nach dem echten Leben ihres Warmblüter-Users ausgestreckt und ihn in die kalten Logarithmen einer cloud entführt.

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Fallen – Sebastian Nübling lässt vor dem Gorki Theater Berlin die Gewalt tanzen

Fight Club light

von Anne Peter

Berlin, 12. September 2014. Die Latte liegt hoch. Gerade freudentaumelt das Gorki über den Titel "Theater des Jahres", der sich als Label auf Programmzetteln tatsächlich hübsch ausnimmt. Und der für die Spielzeiteröffnung zuständige Regisseur Sebastian Nübling hat mit der Uraufführung von Sibylle Bergs Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen – übrigens "Stück des Jahres" – eine der tollsten Inszenierungen der wirklich tollen ersten Gorki-Saison unter dem Duo Langhoff / Hillje hingelegt.

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Schöne neue Welt – Roger Vontobel entwirft in Dresden ein hedonistisches Gesellschaftsbild frei nach Aldous Huxleys Roman

Sex, Drogen und Konsum

von Tobias Prüwer

Dresden, 12. September 2014. Was für eine Welt, die schöne neue. Zwischen Kollektivnorm und Konsumrausch lässt sie den Individuen nur die Möglichkeit, sich zu fügen. Roger Vontobel inszeniert die Theaterfassung von Aldous Huxleys "Schöne neue Welt" als Uraufführung, mit der das Staatsschauspiel Dresden technisch spektakulär, aber nicht in Gänze überzeugend in die neue Spielzeit startet.

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Die 54. Stadt. Das Ende der Zukunft – Große Theatertour durch Mülheim und Oberhausen mit kainkollektiv, LIGNA, Invisible Playground, copy & waste

Unterwegs in Metropolis

von Sascha Westphal

Mülheim/Oberhausen, 12. September 2014. Eine Reise in eine Zukunft, die wir vielleicht noch verhindern können: In dem Augenblick, in dem man den Ringlokschuppen durch eine Hintertür betritt und in einem düsteren Club landet, verwandelt sich das Jahr 2014 ins Jahr 2044. Ein einziger Schritt wird zum Sprung durch die Zeit. Noch einmal tritt hier die Riot Grrrl-Band "Die Planung" auf und beschwört in ihren treibenden Songs die Stimmung des frühen 21. Jahrhunderts. Lärm und Wut pur. Ein erster Angriff auf die Sinne, der einen einstimmt auf die nächsten sechseinhalb Stunden, in denen die Grenzen zwischen Gegenwart und Zukunft, Wirklichkeit und Spiel, Ordnung und Anarchie immer wieder neu gezogen werden.

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