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archiv » Theater RambaZamba (3)
Theater RambaZamba

Raus aus dem Käfig der Romantik!

von Georg Kasch

Berlin, 16. Februar 2017. Ellida geht. Am Ende öffnet Angela Winkler das Bild, das die ganze Zeit im Fluchtpunkt der Bühne hing und in Anlehnung an Caspar David Friedrichs "Mönch am Meer" eine junge Frau am Meer zeigt, steigt durch die vernebelte Öffnung, verschwindet. Ausgerechnet sie, die doch in Henrik Ibsens "Die Frau vom Meer" noch bei ihrem Langweilergatten Wangel geblieben ist. Jetzt ist sie weg, gegangen wie Undine, die auch eine Rolle spielt in Olga Bachs neuem Stück "Die Frauen vom Meer", das voller Bezüge steckt. Zu Ibsen, aber auch zu all den anderen Wasserfrauen-Werken von Friedrich de la Motte Fouqué bis Ingeborg Bachmann.


Theater RambaZamba

Alles außer Pathos

von Frauke Adrians

Berlin, 28. September 2017. "Schwimme, der schwimmen kann!", höhnt Franz Moor und weiß, in dieser Disziplin ist er allen über: Er trägt nämlich Neopren-Anzug. In dem flachen Wasserbecken, das die Bühne des Theaters RambaZamba bedeckt, ist das ein echter Vorteil. Überhaupt: In der "Räuber"-Inszenierung von Jacob Höhne, dem neuen RambaZamba-Intendanten, ist Franz in seinem Element. Auch wenn im Spielzeitheft anlässlich dieser Saisonauftakt-Premiere zeitaktuell korrekt vom Gegeneinander "der Irren, der Unvernünftigen" und "der pseudoliberalen, kapitalistischen Gesellschaft" die Rede ist: Im Grunde geht es hier um zwei Arten von Gewalt. Beim fischigen Franz im Becken ist sie kalt, zynisch, hochgeschlossen; bei seinem Bruder Karl und dessen Räuberbande brutal, maßlos, buchstäblich nackt.


Theater RambaZamba

Die Welt geht auseinander wie ein fauler Fisch 

von Christian Rakow

Berlin, 12. Februar 2016. Drei Jahre ist es her, dass das inklusive Theater so etwas wie seinen Ritterschlag erhielt, mit Jérôme Bels "Disabled Theater" auf dem Berliner Theatertreffen 2013. Getragen von einem Pionierpathos, das munter über zig Jahre Bühnenarbeit von Spieler*innen unterschiedlichster geistiger und körperlicher Eigenheiten hinwegwischte, traten dort Akteure (vom inklusiven Theater Hora) an die Rampe und proklamierten: "Ich bin… –  und ich bin Schauspieler." Wer da nicht verblüfft die Pausbacken plusterte – ich zum Beispiel –, dachte betreten bei sich: "Ja eh, spielt halt!"


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