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archiv » Vorarlberger Landestheater Bregenz (4)
Vorarlberger Landestheater Bregenz

Früher war alles rosa

von Martin Thomas Pesl

Bregenz, 14. November 2019. Am Anfang geht alles schnell. Die schwere Geburt der Protagonistin wird von der Live-Band hinterm Bühnenportal getaktet, und kaum getauft – Mutter Kaiserin hat keine Zeit zu verlieren, gebar sie doch insgesamt 16 Kinder – geht es schon darum, wo all die Mädchen hinverheiratet werden. Aus Maria Antonia Josepha Johanna wird Marie-Antoinette, Gattin des Thronfolgers, später Königs von Frankreich. Über drei Stunden später landet sie 1793, von der Revolution entmachtet, schlicht als "Antoinette Capet" unter der Guillotine.


Vorarlberger Landestheater Bregenz

Zu Wien haben wir noch nie gehört!

von Thomas Rothschild

Bregenz, 8. März 2019. Vorarlberg ist Österreichs westlichstes Bundesland. Es hätte auch anders kommen können. Bei einer Volksabstimmung votierten 1919 rund 80 Prozent der Wahlberechtigten für einen Beitritt Vorarlbergs zur Schweiz. Es wäre der (nach heutiger Zählung) 27. Kanton der Eidgenossenschaft geworden, von den deutschnationalen Gegnern des Plans ironisch "Kanton Übrig" genannt. Die Angelegenheit hat sich im Sand verlaufen. Geblieben aber ist den Vorarlbergern eine nicht nur räumliche Distanz zu Wien, sondern auch das Bewusstsein einer besonderen Eigenart.


Vorarlberger Landestheater Bregenz

Wunden des digitalen Wandels

von Elisabeth Maier

Bregenz, 4. Oktober 2018. Nichts als eine Identitätseinheit bleibt von dem Wissenschaftler Fred Stiller übrig. Fasziniert vom technischen Fortschritt, leitet er das Projekt Simulacron. Virtuelle Welten zu erschaffen, das ist sein Traum. Doch zu spät merkt Stiller, dass er nie mehr als ein Spielball von Machtmenschen und Intriganten war. Die Fassungslosigkeit seiner Figur bringt Felix Defèr grandios auf den Punkt.


Vorarlberger Landestheater Bregenz

Die Hölle ist ein Auftragswerk

von Petra Nachbaur

Bregenz, 23. Februar 2017. "Eine Stadt ist eine heilige Schrift." Zur Untermauerung dieser Ansage dient den zwei schrulligen Damen, die den Ahnungslosen in Rafael Spregelburds Inferno heimsuchen, eine Tablet-Pantomime. Mit der digitalen Straßenkarte zoomen sie Santiago de Chile heran: "San Pablo, San Bernardo, Santo Domingo, Santa-Lucía, Avenida Salvador, Seminario, Santa Rosa, Compañía de Jesús, Providencia, Universidad Católica".


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