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archiv » Volksbühne Berlin (7)
Volksbühne Berlin

Madame, President Twittler ist am Telefon!

von Frauke Adrians

Berlin, 12. April 2018. Was wäre, wenn Frauen die Welt regierten? Das ist die Frage des Abends, und um der Antwort nachzugehen, sitzt hier ein Fünf-Frauen-Kabinett, das Autorin und Regisseurin Yael Bartana um einen runden Tisch im "War Room" versammelt, der hier zum "Peace Room" umgetauft ist, denn es handelt sich um eine ihrem Anspruch nach pazifistische Regierung. Der Tisch ist dem aus Stanley Kubricks Filmsatire "Dr. Seltsam" nachempfunden.


Volksbühne Berlin

Das Schaukeln der Sänften

von Esther Slevogt

Berlin, 22. Februar 2018. Die Preußen sollen missioniert werden und Anne Tismer trägt als Comtesse de Weinsbach das missionarische Anliegen folgendermaßen vor: "Wenn wir den Preußen etwas zu kosten geben, was sie noch nie probiert haben, etwas dessen Geschmack sie hoffnungslos betört, könnten wir sie für unsere Sache gewinnen. Wir können nur versuchen, ihre Sinne zu wecken." Das weckt natürlich allerfreudigste Erwartungen.


Volksbühne Berlin

Porno auf Distanz

von Elisabeth Nehring

Berlin, 13. Dezember 2017. Allein steht sie im großen Saal der Volksbühne. Die strenge schwarze Hose und das weiße Hemd hat Mette Ingvartsen längst abgelegt; ihre Stimme, eine Weile im abgedunkelten Bühnenraum das einzige Präsente, hat nun einen Körper bekommen. Nur durch ihre Erzählungen lässt die Performerin in unseren Köpfen Bilder und Geschichten erstehen: Es geht eine marmorne Treppe hinauf, hinein in ein prächtiges Herrenhaus, in dem sich eben jene Szenen abspielen, mit denen dieses Solo als Teil der Serie "Red Pieces" betitelt ist: "21 pornographies".


Volksbühne Berlin

Den Himmel gibt es auch ohne Gott

von Michael Wolf

Berlin, 30. November 2017. Langsam und stockend, wie Avatare, schleichen sie über die Bühne. Eine Erzählstimme kündigt an, wenn sie gleich lachen. Mit Verzögerung folgen die Figuren ihren Anweisungen. Sprechen sie selbst, bewegen die Menschmaschinen nur die Lippen und imitieren die Tonaufnahmen aus dem Off. Die Wände ihrer Welt: pink, grün, gelb, Tropfenmuster, klinisch sauber, in jedem Raum mindestens ein großer Flachbildschirm. Nicht nur die Bühne in Susanne Kennedys Inszenierung "Women in Trouble" ist radikal künstlich.


Volksbühne Berlin

Zurück in die Zukunft

von Georg Kasch

Berlin, 10. November 2017. Los geht's! Schon im Foyer brausen die E-Gitarren, flackert das Licht über dem neuen, türkisfarbenen Teppichboden – 45 Minuten lang. Drinnen dann, im großen Saal, dröhnt der Hardrock ohrenbetäubend weiter, während abstrakte Lichtstreifen über die Wände blitzen, auf der leeren Bühne die Hubpodien rauf- und runterfahren und sich am Ende der große Glaslüster ins Parkett senkt.


Volksbühne Berlin

I feel you

von Christian Rakow

Berlin, 30. September 2017. Schöner, als Alaa Naser es an diesem Abend formuliert, lässt sich der Charakter dieser Theaterarbeit gar nicht fassen: "Ich weiß: ich bin keine gute Schauspielerin. Aber, ich will ehrlich mit euch sein, ich hab das Gefühl, dass dieses Projekt mir sehr wichtig ist gerade." Denn das Projekt biete ihr die Gelegenheit, "mich mit den Menschen zu verbinden".


Volksbühne Berlin

Auf der Suche nach dem historischen Moment

von Elena Philipp

Berlin, 10. September 2017. Verrückt vor Volksbühne. So fühlt man sich in Berlin seit mehr als zwei Jahren. Castorf raus, Dercon rein. Altes zerschlagen, Neues wagen (frei nach Kulturstaatssekretär a.D. Tim Renner). Daraufhin Theaterstreit bis -kampf: Pro. Kontra. Kontra. Pro. Zwei Fronten, unversöhnlich. Verrückt. Wenn dann doch die Kunst in diesen Kontext kommt – wie soll man sie bitte schön noch lesen? "Objektiv" womöglich? Ein hoffnungsloser Selbstversuch: Boris Charmatz eröffnet mit seinem Tanzfest "Fous de danse. Ganz Berlin tanzt auf Tempelhof" die Spielzeit der "neuen" Volksbühne Berlin unter Chris Dercon und Marietta Piekenbrock.


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