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archiv » Theaterbriefe aus England (13)
Theaterbriefe aus England

Art Is The Mission

by Natasha Tripney

May 29, 2021. Last week, after five months of live streams and digital theatre I got to be part of an audience once more at the Bush Theatre in west London. Though the numbers were greately reduced and everyone was masked, it didn’t dilute people’s excitement, their evident pleasure to be able to gather again. When the recorded pre-show announcement was played, people cheered.


Theaterbriefe aus England

Kunst ist die Mission

von Natasha Tripney

29. Mai 2021. Nach fünf Monaten Live-Streams und digitalem Theater durfte ich letzte Woche endlich wieder einmal Teil eines klassischen Publikums sein – im Bush Theatre in London. Obwohl die Zuschauerzahl stark reduziert war und alle Masken trugen, tat das der Begeisterung der Leute keinen Abbruch, ihrer offensichtlichen Freude, wieder zusammenkommen zu können. Als vor Beginn der Vorstellung die Telefon-bitte-ausschalten-Ansage abgespielt wurde, jubelten die Zuschauer*innen.


Theaterbriefe aus England

Keine Show ohne Publikum

von Alice Saville

August/Dezember 2020. Während des Lockdown boten Großbritanniens Theater dem krisengebeutelten Publikum Online-Theater in Not-Rationen: Aufzeichnungen alter Produktionen, Online-Monologe und Livestreams von Stücken, die vor leeren Sälen aufgeführt wurden. Bei den Künstler*innen hat dieser Ansturm von digitalem Gratis-Theater gemischte Gefühle hinterlassen. "Gleich zu Beginn des Lockdown las ich einen Artikel, in dem es hieß: 'Warum sollte ich mir eine Lesung von Hedda Gabler ansehen, statt Tiger King auf Netflix?'", sagt Emma Blackman. "Und es stimmt ja: Das Theater hat eine beschissene Ausstattung im Vergleich zu Netflix." Die Online-Aufführungen, mit denen sie sich hingegen wirklich beschäftigt habe, "waren diejenigen, die mir als Zuschauer*in eine gewisse Autorität verliehen haben".


Theaterbriefe aus England

No show without an audience

by Alice Saville

August/December 2020. As the UK's theatres closed, they offered emergency rations of online theatre to crisis-hit audiences; archive recordings, online monologues, and livestreams of works performed to empty auditoriums. But some people had mixed feelings about this onslaught of free digital theatre. As Emma Blackman told me, "Right at the beginning of lockdown, I read an article that said 'Why would I watch a reading of Hedda Gabler, instead of Tiger King on Netflix?' Theatre’s got crappy equipment compared to the monster that is Netflix. The performances that I engaged with online during lockdown were the ones that gave me agency as an audience member."


Theaterbriefe aus England

Nicht bloß schlechte Geschäfte

von Alice Saville

London, 14. Juni 2020. Theater ist gut im Geschichtenerzählen. Es erzählt sie, es wiederholt sie und findet frische Formen, damit Geschichten wieder neuen Biss kriegen. Da die Coronavirus-Pandemie jetzt Live-Theatervorstellungen beinahe unmöglich macht, müssen die britischen Theater all ihre Ressourcen einsetzen, um eine Geschichte zu erzählen, die sowohl schmerzhaft als auch von zentraler Bedeutung für ihr Überleben ist: eine Geschichte, die erklärt, warum Theaterkompanien und Gebäude in einer Zeit der Krise erhalten bleiben müssen.


Theaterbriefe aus England

Not Another Failing Business

by Alice Saville

London, 14 June 2020. Theatre is good at stories. Telling them, retelling them, and using novel forms to make them bite in new ways. And as the coronavirus pandemic makes live theatre performances all but impossible, the UK theatres must marshall all their resources to tell a story that's both painful, and central to their survival; the one which explains why theatre companies and buildings must be preserved in a time of crisis.


Theaterbriefe aus England

Die Geschichte, die niemals zu Ende erzählt ist

von Deborah Vietor-Engländer

London, im Februar 2020. Sir Tom Stoppard, einer der berühmtesten und begabtesten englischen Dramatiker hat mit 82 Jahren beschlossen, zu seinen Wurzeln zurückzukehren. Er hat bisher in seinen Stücken jüdische Themen nicht behandelt. Der als Tomáš Straussler 1937 in Zlin / Tschechoslowakei Geborene entkam als Zweijähriger mit seinen Eltern nach Singapur. Als die Japaner kamen, floh die Familie weiter nach Indien. Sein Vater, der Arzt war, starb dort. Seine Mutter heiratete wieder und Tom Stoppard wuchs mit dem Namen seines Stiefvaters als englisches Kind auf. Erst in den 1990er Jahren erfuhr er, dass die Geschwister seiner Mutter und seine vier Großeltern in Konzentrationslagern starben und das Ergebnis ist nun dieses Stück, soeben gedruckt und in London in der einfühlsamen Regie von Patrick Marber (selbst Dramatiker) uraufgeführt.


Theaterbriefe aus England

Brave Festival "Staging a Revolution"

by Alice Saville

London, 11. November 2015. Minsk's gay bar is pretty unusual, as nightspots go. It's a workers' café by day, where factory labourers drink their soup in conditions that have hardly changed since the Soviet era. But by night, it turns into an illicit bacchanal, filled with the LGBT people that Belarus's repressive government tries its best to pretend don't exist. "Minsk 2011", one of the opening performances of Belarus Free Theatre's "Staging A Revolution"-Festival in London, brings this secret world to life, as well as telling the stories of the hordes of sex workers that fill Minsk's streets as darkness falls.


Theaterbriefe aus England

Alles nur für mich

von Michael Laages

Edinburgh, 16. August 2015. Ein Neuling schreibt hier. Der Hinweis ist wichtig, und auch gar nicht kokett, weil er ein paar Einschränkungen beinhaltet – was nämlich bewährte und gewiefte Festival-Routiniers im schottischen Edinburgh für selbstverständlich halten und nicht (mehr) der Rede wert, das ist für den Anfänger auch bei der Festival-Ausgabe Nummer 69 ziemlich neu und zum Staunen. Vor allem die Intensität macht schwindlig, mit der das Festival sich ausbreitet in der Stadt am Firth of Forth. Knapp 500.000 Einwohner hat Schottlands Hauptstadt, die Altstadt auf dem Hügel unterhalb des Schlosses ist voller schmaler, enger Gassen, die auch dann wie gesperrt wirken, wenn sie nicht tatsächlich geschlossen sind: wie die "Royal Mile", die in Teilen zur theatralisch-musikalischen Fußgängerzone wird und speziell dann überfüllt ist ab nachmittags, wenn wieder mal ein militärisch-blasmusika-lisches "Tattoo" ansteht.


Theaterbriefe aus England

A Small Sign of Hope

by Andrew Haydon

27 August 2014. The Edinburgh Festival Fringe is big. Very big. In theory it's the "Fringe" of the Edinburgh International Festival, but these days that's a complete misnomer. For almost the whole of August, Edinburgh is almost all Fringe and nothing else. (Well, not strictly true: incongruously the city also plays host to the Royal Military Tattoo selling out to the tune of 215,800 tickets.) This year, the Fringe reportedly broke the two-million mark for number-of-tickets sold for 49,497 performances of 3,193 shows.


Theaterbriefe aus England

Avantgarde food for a starving audience

by Andrew Haydon

26 March 2014. In May 2012 Sebastian Nübling's collaborative production of Simon Stephens's Three Kingdoms landed in London. The effect felt like a massive explosion within British theatre. The mainstream, and broadsheet critics, either hated it ("You'd have to be debauched beyond redemption in order to conclude that you were actually enjoying the spectacle while it happened" – Michael Coveney, WhatsOnStage.com) or politely dismissed it ("It's an unsettling piece that pulses with menace and demented humour yet slips at times into self-indulgence." – Henry Hitchings, Evening Standard). The Guardian's Michael Billington tried to bury it ("The plot is made harder to follow by Nübling's grossly self-advertising production, in which everything is overstated and overheated... his production is always trying to tell us how idiosyncratically clever it is.").


Theaterbriefe aus England

Theater über den Rand

von Elisabeth Wellershaus

London, März 2009. Der Hauptsitz von Cardboard Citizens liegt unter den Bahngleisen an der London Bridge, im Süden der Stadt. In fünfminütigen Abständen rattert es über den runden roten Backsteinbau hinweg. Schüler, Professoren und Hausfrauen stört es kaum. Regelmäßig pilgert ein buntes Publikum in das kleine Fringe Theatre – ins Southwark Playhouse. Vor allem die Inszenierungen und Workshops von Adrian Jackson sind dort mittlerweile legendär. Denn der Leiter von Cardboard Citizens ist dafür bekannt, sein Publikum mit ungewöhnlichen Mitteln aus der Reserve zu locken.


Theaterbriefe aus England

Operation Windrush

von Elisabeth Wellershaus

London, Dezember 2008. Die Empire Windrush erreichte 1948 die Küste Großbritanniens. Der britische Truppentransporter war auf dem Weg von Australien nach Großbritannien gewesen und hatte unterwegs in Kingston Halt gemacht. Eine Anzeige in einer jamaikanischen Zeitung hatte für günstigen Transport nach England geworben. Und so befanden sich 492 karibische Passagiere an Bord – Nachkommen von Sklaven, die in Europa ein neues Leben beginnen wollten. Diesen knapp 500 Migranten sollten viele weitere folgen, und sie sollten das demografische Bild Großbritanniens für immer verändern.


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