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archiv » Theaterbriefe aus den USA (10)
Theaterbriefe aus den USA

Empowerment aus der Spielkonsole

von Sarah Fartuun Heinze

New York, 7. Mai 2021. "EVERYONE should be a feminist, not just women and girls!" So sagt es Audre Lorde einmal in dieser Inszenierung. Ja, DIE Audre Lorde: black, lesbian, feminist, mother, warrior. Dichterin, Theoretikerin und Aktivistin. Wir begegnen im "Black Feminist Video Game" der New Yorker Theatermacher*innen "The Civilians" einer 8-Bit-Version von ihr.


Theaterbriefe aus den USA

Antwort mit Furchtlosigkeit und Herz

von Verena Harzer

New York, 29. Januar 2021. Der junge Mann mit dem grünen Hoodie weiß nicht, wie ihm geschieht: Plötzlich sieht auch er offenbar nur noch sich selbst auf dem Bildschirm. Gerade war er noch einer von etwa 70 Zuschauern, die sich, zeitweise sichtbar, als kleine Zoom-Quadrate in der oberen Leiste des Split-Screens das virtuelle Theaterstück "Disclaimer" des Brooklyner Theaterkollektivs Piehole angesehen haben. Ein Stück, in dem die US-iranische Autorin Tara Ahmadinejad US-amerikanische Vorurteile gegenüber muslimischen Kulturen hinterfragt.


Theaterbriefe aus den USA

Im Ausnahmezustand

von Verena Harzer

New York, Juni 2020. Das war wohl kein einfacher Schritt für den Schwarzen Schauspieler und Autor Griffin Matthews. Und doch hat er ihn gemacht. Mit einer Video-Botschaft Anfang Juni, auf Twitter, Facebook und Instagram. Überschrieben ist sie mit "Broadway is racist". Dahinter steht der Hashtag #burnitdown, Brennt den Broadway nieder.


Theaterbriefe aus den USA

Wie in einer Petrischale

von Verena Harzer

New York, 13. März 2020. Bis zum Schluss haben alle gehofft, dass dies nicht passieren würde. Aber es war dann wohl unvermeidlich. Am Donnerstag hat der Gouverneur von New York State, Andrew Cuomo, entschieden, alle Versammlungen von mehr als 500 Menschen zu untersagen, um die Verbreitung des Corona-Virus zu bekämpfen. Das betrifft auch und vor allem den Broadway, die bedeutendste Theatermeile der Welt. Und zielt ins ökonomische Herz der US-amerikanischen Theaterlandschaft.


Theaterbriefe aus den USA

Wie Theater den Hass therapiert

von Verena Harzer

New York, 8. Oktober 2019. Ein Mann sitzt in sich zusammengesunken in der U-Bahn. Der Kopf ist tief gesenkt, die rechte Hand bedeckt die Augen. "Gerade habe ich 'Slave Play' mit meinem weißen Freund gesehen und jetzt geht es ihm beschissen. Mach etwas @jeremyoharris", schreibt @GrapefruitKING auf Twitter.


Theaterbriefe aus den USA

Noch hält die gläserne Decke

von Verena Harzer

2. August 2019. Die Originaltonaufnahme knistert und rauscht. Es ist eine Stimme, die an diesem Abend im New Yorker Helen Hayes Theater fast jeder Zuschauer erkennen dürfte, der sich den Überraschungserfolg "What the Constitution Means to Me" von Autorin und Schauspielerin Heidi Schreck am Broadway anschaut. Die Stimme vom Band gehört der 86jährigen Ruth Bader Ginsburg. Sie ist eine Ikone des liberalen Amerikas und der Frauenbewegung und ist seit ewigen Zeiten Richterin am Supreme Court, dem obersten Gericht der USA. Neun Richter richten am Supreme Court. Drei davon sind Frauen.


Theaterbriefe aus den USA

Frischer Wind am Broadway

von Verena Harzer 

27. Juni 2019. New York – Samstagabend, Booth Theatre am Broadway. Der Theaterraum ist gut gefüllt. Hier haben schon Bette Midler und Bradley Cooper Erfolge gefeiert. Jetzt steht Broadway-Star Nathan Lane auf der Bühne und prügelt Stoffleichen Fürze aus dem Leib. Minutenlang. Mal mit der Handkante, mal mit dem Ellbogen, mal mit groben Fußtritten. Und nochmal drauf und nochmal drauf. Furz, Furz, Fuuuuuuuuurz.


Theaterbriefe aus den USA

Right here, right now

von Jan Lazardzig

Chicago, 1. Mai 2011. Historische Reenactments waren die längste Zeit in den Händen von heißblütigen Freizeithistorikern, kriegsverliebten Kostümfetischisten und national gestimmten Memorabiliensammlern. Nun machen sich in Pittsburgh (Howling Mob Society) und Chicago (Pocket Guide to Hell) Akteure der Freien Szene daran, die vielleicht amerikanischste aller Theaterformen (neben American Football) für ihre Zwecke umzuwidmen.


Theaterbriefe aus den USA

Körperkunst nach den Katastrophen

von Sascha Just

September 2010. In diesem Sommer, als sich wie alljährlich der New Yorker Theaterbetrieb von Broadway bis Off-Broadway in der Sommerpause oder bei Freiluftshows wie "Shakespeare in the Park" erholte, wollte die politische Bühne nicht zur Ruhe kommen. Zwischen Teaparty und der aus Opposition gegründeten Coffeeparty, der Kontroverse um das Islam Kultur Zentrum nahe Ground Zero und den Immigrationsgesetzen in Arizona lag Amerika mit sich im Streit. Für konkrete Antworten von Theatermachern auf diese Themen ist es zu früh, doch ein Blick auf die Off-Off Theaterszene illustriert, wie weit kulturelle Welten in den USA auseinanderklaffen können.


Theaterbriefe aus den USA

Verpönt, anarchisch, spektakulär

von Sascha Just

New York, Juni 2010. Chaos zelebrieren, Selbstbilder hinterfragen – das ist es, was derzeit in der New Yorker Off-Szene betrieben wird. Passend für eine Zeit, in der Amerika von Ökologie bis Ökonomie mit Krisenbewältigung beschäftigt ist.


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