Beängstigende Spielwut

Mülheim an der Ruhr, 19. Februar 2009. Der Gordana-Kosanović-Schauspielerpreis geht in diesem Jahr an Herbert Fritsch, teilte das Mülheimer Theater an der Ruhr mit. Der Förderverein des Theaters vergibt den Preis alle zwei Jahre an Schauspieler, deren Arbeit sich durch besondere Kreativität und große innovative Qualität auszeichnet. Herbert Fritsch suche "mit einer zuweilen beängstigenden Spielwut" stets das Risiko, heißt es in der Begründung für die Preisvergabe.

 

Fritsch, der 1951 in Augsburg geboren und an der Münchner Otto Falckenberg Schule zum Schauspieler ausgebildet wurde, gehörte lange zu den prägenden Darstellern des Berliner Volksbühnen-Ensembles. Seit einigen Jahren ist er auch freier Regisseur. Außerdem arbeitet Fritsch als Medienkünstler an der Vernetzung der Künste im Internet. Sein bekanntestes Projekt ist der multimedial zersplitterte Shakespeare-Klassiker Hamlet_X.

Bisherige Preisträger sind, neben deutschsprachigen Schauspielern wie Ulrich Wildgruber, Kirsten Dene, Angela Winkler und Karin Neuhäuser, auch Schauspieler aus dem ehemaligen Jugoslawien, Russland, Iran und Tunesien.

Der Schauspieler-Preis wurde in Erinnerung an die Schauspielerin Gordana Kosanović (1953–1986) gestiftet, die ihren Werdegang in Belgrad begann, 1981 in die Bundesrepublik wechselte, und Gründungsmitglied des Ensembles des Theater an der Ruhr gewesen ist.

Die Preisverleihung findet am 22. März im Theater an der Ruhr statt. Die Laudatio hält der Theaterkritiker des Berliner Tagesspiegels Rüdiger Schaper. Im Anschluß wird Herbert Fritsch mit Sprachlöchersterne Texte aus der Sammlung des Psychiaters Hans Prinzhorn lesen, der zwischen 1919 und 1922 über 6000 Kunstwerke von Psychiatriepatienten gesammelt hat.

(sik/sle)

 

 

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