Entscheidung am Krisenhaus

Dessau, 4. Dezember 2014. Johannes Weigand, Opernregisseur und ehemaliger Opernintendant in Wuppertal, soll ab Herbst 2015 offenbar neuer Generalintendant am Anhaltischen Theater in Dessau werden. Das schreibt die Mitteldeutsche Zeitung auf ihrer Website (online: 3.12.2014).

Weigand wird damit Nachfolger von André Bücker, der die Sparpolitik des Landes heftig kritisiert, Proteste angeführt und erfolgreich für den Erhalt aller vier Sparten gekämpft hatte. Als im Juli diesen Jahres die Intendantenstelle neu ausgeschrieben wurde, interpretierten viele dies als Votum gegen Bücker, der es aus eben diesem Grund ablehnte, sich selbst neu zu bewerben. Insgesamt hatten sich 34 Kandidat*innen um die Stelle beworben. Die zehnköpfige Findungskommission sprach sich für Weigand aus. Ihre Empfehlung muss am 17. Dezember 2014 noch vom Stadtrat bestätigt werden.

Johannes Weigand wurde 1966 in Heidelberg geboren, studierte Musiktheater-Regie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und war von 2009 bis 2014 – in einer Doppelspitze mit Schauspielleiter Christian von Treskow – als Opernintendant und Geschäftsführer der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH tätig. Zuvor war er seit 2001 Oberspielleiter der Opernsparte in Wuppertal. Bereits am 1. August 2015, mit Beginn der nächsten Spielzeit also, soll er seinen neuen Job in Dessau antreten.

(Mitteldeutsche Zeitung / ape)

 

Die Dessauer Verhältnisse spiegelte André Bücker u.a. in seiner Beggar's Opera.

Mehr zum Thema:

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