Geläuterte Miesmuffel?

16. Dezember 2014. In der Süddeutschen Zeitung bescheinigt Christine Dössel der Berliner Theaterkritik in einer kurzen Glosse "ein Weihnachtswunder". Der Berliner Theaterkritiker als solcher sei ein eher freudloser Geselle. "Im Gegensatz zu seinen Kollegen in anderen – wie er denkt: kulturell viel leichter zu schulternden – Städten hat der Berliner Kritiker die Last der ganzen Hauptstadtkultur zu tragen", so Dössel: "Uff! Das lässt ihn immer ein bisschen gebeugt erscheinen, gram und miesmuffelig." Besonders auf das Deutsche Theater Berlin habe sich die Schar der Freudlosen eingeschossen.

Nun aber habe ein Interview des Tagesspiegels mit dem DT-Intendanten Ulrich Khuon und dem "allseits geschätzten DT-Star Ulrich Matthes" (hier unsere Zusammenfassung) zu einer "großen Aussprache" geführt – und in der Folge zu deutlich milderen Kritiken. Wer die Berliner Rezensionen zu der jüngsten DT-Premiere Das weite Land lese, reibe sich die Augen ob so viel Sanftmut und Schauspielerbelobigung, so Dössel: "Als hätten sie alle Kreide gefressen."

(sd)

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