Zwischen allen Fronten

28. Januar 2015. In der Welt porträtiert Hermann Weiß das Augsburger Brechtfestival, das seit 2010 als Nachfolgeprojekt des Literatur-Festivals "abc" (augsburg brecht connected) jährlich stattfindet. Der künstlerische Leiter Joachim Lang (von Hause aus Journalist, Regisseur und Drehbuchautor) habe dem Brechtfestival Glanz verliehen, Schauspielgrößen wie Thomas Thieme, Katharina Schüttler, Burghart Klaußner und Angela Winkler gastierten in Augsburg.

Brecht zu sehr popularisiert

Dennoch sei Lang in der Stadt umstritten; man werfe ihm vor, er habe "Brecht zu sehr popularisiert", so Weiß. "Kritik kommt dabei bizarrerweise aus konservativen wie aus linken Kreisen." Während die einen "den Kommunisten Brecht" aus "Prinzip nicht verknusen können", sprächen die Linken von "einer Art tödlichen Umarmung" und wollten sich "ihren" Brecht "nicht nehmen lassen".

Augsburgs neuer Kulturreferent Thomas Weitzel habe bereits lanciert, das Brechtfestival könne "in seinen Augen 'eine neue Handschrift' vertragen". Auch äußerte er den Wunsch, dass Brecht in Augsburg "das ganze Jahr über präsent ist". Welt-Autor Weiß versteht das als hintergründige Ansage: "Wenn der Fokus nicht mehr nur auf das Brechtfestival gerichtet ist, könnte der Stern des Mozartfests, dessen Chef Weitzel auch immer noch ist, womöglich heller strahlen." An einem weiteren Ende der Interessenkonflikte stehe die Intendantin des Theaters Augsburg Juliane Votteler. Sie beabsichtige eine "stärkere Anbindung" des Festivals "ans Theater und mehr künstlerische Mitsprache."

(Die Welt / chr)

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