Neun mal jung

München, 10. März 2008. Zum vierten Mal findet in diesem Jahr das Festival radikal jung am Volkstheater München statt. Neun Inszenierungen - ausgewählt von den Juroren Annette Paulmann, C. Bernd Sucher, Kilian Engels - werden vom 27. April bis  zum 4. Mai 2008 zu sehen sein.

Die Pressestelle des Münchner Volkstheaters teilte mit, dass Jette Steckel das Festival mit ihrer Inszenierung von Edward Bonds "Gerettet" vom Thalia Theater Hamburg eröffnen wird. Die Theaterzeitschrift Theater heute kürte die 25-jährige Regisseurin im letzten Jahr zur Nachwuchsregisseurin des Jahres 2007. Mit der israelischen Regisseurin Yael Ronen und dem ungarischen Regisseur Viktor Bodó sind erstmalig auch zwei Regisseure dabei, deren Arbeiten normalerweise außerhalb des deutschen Sprachraums entstehen.

 

Und das ist die Auswahl 2008:

Jette Steckel
Gerettet von Edward Bond (nachtkritik vom 6. November 2007)
Thalia Theater Hamburg

Tomas Schweigen
Second life von Tomas Schweigen & Ensemble (UA) (nachtkritik vom 11. Oktober 2007)
Theaterhaus Jena

Bettina Bruinier
Schilf nach dem Roman von Juli Zeh (UA)
Münchner Volkstheater

Sereina Maria Sievi
the kids are alright von Juliane Kann (UA) (nachtkritik vom 8. Februar 2008)
Schauspiel Stuttgart

Yael Ronen
Antigone nach Sophokles (UA) (nachtkritik vom 12. Dezember 2007)
Staatsschauspiel Dresden

Robert Lehniger
Robinson Crusoe oder Friday, I’m in love nach dem Roman von Daniel Defoe.
Schauspiel Frankfurt

Simon Solberg
Don Quijote n. d. Roman von Cervantes (nachtkritik vom 20. Dezember 2007)
Schauspiel Frankfurt

Jakob Fedler
Roberto Zucco von Bernard-Marie Koltès
Deutsches Theater Berlin

Viktor Bodó
Alice frei nach Lewis Carroll
Schauspielhaus Graz


Alle Arbeiten zeichnen sich durch einen starken Zugriff der Regie aus, heißt es in der Begründung. Das Ergebnis sei in jeder Inszenierung ästhetisch entschiedenes Theater am Puls der Zeit. Neben drei Stücktexten im strengen Sinn dienen auch Romane als Ausgangsbasis.

Simon Solberg, Robert Lehniger und Viktor Bodó arbeiten in ihren Inszenierungen mit Motiven aus der Weltliteratur von Cervantes über Defoe bis Lewis Carroll. Bettina Bruinier adaptiert Juli Zehs neuesten Roman "Schilf" für die Bühne. Yael Ronen, neben ihrer Tätigkeit als Regisseurin selbst als Autorin hervorgetreten, adaptiert Sophokles' "Antigone". Tomas Schweigen erarbeitet sein Projekt "Second Life" ohne literarische Vorlage gemeinsam mit den Schauspielern auf der Probe. Jette Steckel gelingt es auf behutsame Weise, ein über vierzig Jahre altes Stück der klassischen Moderne ("Gerettet") ganz aktuell erscheinen zu lassen.

Ziel des Festivals sei es, eine junge Generation von Theatermachern zu fördern, ihre Interessen, Handschriften und Ästhetiken einem breiten Publikum vorzustellen, um bereits heute einen Blick auf ein mögliches Theater von morgen zu erlangen.

(sik)

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