Das Gift der Zukunft

von Claude Bühler

Zürich, 10. September 2015. Zuerst eine gute Botschaft. Auch in naher Zukunft soll es noch Menschen wie den Kurarzt Tomas Stockmann geben. Wie schon in Henrik Ibsens Originalversion des Schauspiels von 1882 will er auch in der jetzt am Zürcher Schauspielhaus gezeigten Science Fiction-Version von Dietmar Dath noch allen Widerständen zum Trotz die Wahrheit unter die Leute bringen, dass das Kurbad der kleinen Kommune von Giftstoffen belastet ist. Und auch jetzt diffamiert man ihn als "Volksfeind" und schmeisst der Familie Steine in die Scheiben.

Wattierte Bühnenwelt

Aber mit Dath hat Regisseur Stefan Pucher einen Textlieferanten, dessen Schwerpunkte bei Zukunftsromanen und Essays zu elektronischen Lebensaspekten, Popkultur und gesellschaftlichen Theorien liegen. Das ist es auch, was wir zu sehen bekommen. Ibsens dramatische Vorlage dient lediglich dazu, eine hyperkapitalistische, hochtechnisierte Gesellschaft vorzustellen.

Volksfeind1 560 TanjaDorendorf TT uVolksfeind Smartphone?  (Tabea Bettin, Robert Hunger-Bühler) © Tanja Dorendorf | T&T Fotografie

Das geschieht mit reichlich Exkursen und Themendropping: Islamismus, Veganismus, Transparenz, Klickzahlen, Nachhaltigkeit, E-Government. Finanzkonzerne am Kurort haben nahezu alle öffentlichen und politischen Belange aufgesogen. Bei Dath würde das Gift im Kurbad nicht nur zum Ausbleiben der Touristen führen, sondern zum Erliegen sämtlicher öffentlicher Dienste. Der Ort wäre bankrott.

Die breit und hoch angelegte Bühnenwelt wirkt kalt und abweisend. Leise wird sie von Sounds wie aus dem Science Fiction-Film der Siebziger Jahre wattiert. Abgesehen von den Brüdern Stockmann haftet den Figuren etwas puppenhaft-skurriles an. Stockmanns Frau Katrine richtet öfters leere Blicke ins Publikum. Die Dorf-Blogger Hovstad und Billing des "Demokratie-Portals" DEMOnline, die den dörflichen Anzeiger ersetzen, sind Scharfmacher, die ihre Segel nach dem Wind richten. Die Musikerin Becky Lee Walters verpasst der Dorfkommune mit Roboter-Moves eine kollektive Trainingseinheit oder unterhält das Publikum mit Pop-Einlagen, deren steiftrockene Rhythmen an die deutsche Band Kraftwerk erinnern. Pucher treibt sein Spiel damit, Retro und Zukünftiges hin- und herzuwerfen. Dath ironisiert seine Figuren und seine Stückversion zugleich, indem er zwei Mal sagen lässt, wir seien nicht mehr im 19. Jahrhundert.

Öffentliche Ächtung

Die Aufführung besteht zu weiten Teilen aus der Darstellung virtueller Erlebnisse. Zahllose Handy- und Videoprojektionen vertauschen menschliche Nähe und Dialog mit Live-News-TV-Vibration, wenn Gesichter von Leuten, die sich in benachbarten Räumen befinden, in Überlebensgrösse projiziert werden. Zu Beginn rasen wir wie bei Google Earth auf eine (projizierte) Welt zu, um am Ende bei einer nicht näher bezeichneten Ortschaft nahe Zürich zu landen. Um das Beispielhafte zu unterstreichen, ist in der Bühnenmitte ein Modell des Kaffs aufgebaut, über das Kamerasensoren wie im Drohnenflug streichen: biedere Einfamilienhäuser, die Blöcke der Finanzgesellschaften und eine Frackinganlage, die das Unheil bringt, indem sie die Giftstoffe aus dem Boden treibt.

Einen inszenatorischen Coup landet Pucher mit der Versammlungsszene, in der Stockmann der Gemeinde, hier: dem Publikum, den Giftbefund vorlegen will. Seine Gegenspieler fordern das Publikum kurzerhand auf, ihnen ins Foyer zu folgen, wo die Information unter den Grundsätzen von "Dialog" und "Demokratie" stattfinden werde, und reissen so das Publikum des Pfauen auseinander: Rund die Hälfte geht mit, die andere bleibt sitzen. Via Kamera und Projektionen tragen die Parteien ihre Redeschlacht aus, an deren Ende die öffentliche Ächtung der Familie Stockmann steht.

Unerhörte Offenbarung?

Aber all die Gags und Gadgets können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aufführung dramatisch hohl ist. Der innere Konflikt Stockmanns, dass ihn der Eifer versteift, dass er der Gemeinde dienen will, aber die Leute verachtet, kommt kaum zum Tragen. Es liegt nicht am Schauspiel Markus Scheumanns sondern am ironisch-satirischen Gestus der Gesamtanlage, der den moralischen Konflikt als von vorneherein für abgehandelt erklärt: Der Mensch ist halt schwach, dumm und schlecht. Ibsens Drama ist aber keine Satire ("Ökosatire"), wie das Schauspielhaus schrieb. Pucher und Dath wollten diese dem Stoff überstülpen.

Auch Robert Hunger-Bühlers Subtilitäten, der als Bruder und Gegenspieler Peter Stockmann einen stets abwartend-lauernden Ton bewahrt, gehen unter. "Dass der Mensch in Fleisch und Blut auf der Bühne erscheint, wird irgendwann eine unerhörte Offenbarung sein, die kein virtuelles Ereignis bieten kann", sagte Hunger-Bühler heute in der NZZ, die den Schauspieler zum Saisonstart im Pfauen portraitierte. Nach der gut zweistündigen Aufführung wissen wir: auf dieses "irgendwann" müssen wir noch warten.

 

Ein Volksfeind
von Henrik Ibsen in einer Bearbeitung von Dietmar Dath
Regie: Stefan Pucher, Bühne: Barbara Ehnes, Video: Ute Schall, Kostüme: Annabelle Witt, Musikalische Leitung: Christopher Uhe, Dramaturgie: Andreas Karlaganis Live-Musik: Becky Lee Walters.
Mit: Tabea Bettin, Sinan und Timur Blum, Sofia Elena Borsani, Robert Hunger-Bühler, Isabelle Menke, Matthias Neukirch, Nicolas Rosat, Markus Scheumann, Siggi Schwientek.
Dauer: 2 Stunden 10 Minuten, keine Pause

www.schauspielhaus.ch

 

 

Kritikenrundschau

Ein "Digital-Spektakel" sah Charlotte Theile in der Süddeutschen Zeitung (17.9.2015), Ibsens "Volksfeind" in die digitale Gegenwart übertragen. Regisseur Stefan Pucher inszeniere ein "poppiges Hipster-Spektakel: weiße Rennräder, Sechzigerjahre-Frisuren, schicke Laptops, Smartphones, gut gebügelte Bundfaltenhosen". Jede Bewegung auf der Bühne finde gleichzeitig auf mindestens einem Bildschirm statt. Der Plot unterscheide sich nicht wesentlich von Ibsens Original. "Aus einer Wahrheit, die niemand hören will, entwickeln sich immer neue Wahrheiten (...) Hier trifft die Inszenierung als Internet-Drama ins Schwarze."

"Willkommen in der Gegenwart", fällt Barbara Villiger-Heilig von der Neuen Zürcher Zeitung (12.9.2015) angesichts der Smartphones, Notebooks und Selfies auf der Bühne ein. Sie weiß nicht nur, dass es vorab ein Tweetup gegeben hat, sondern auch, dass Bühnenbildnerin Ehnes sich von Dave Eggers' "The Circle" hat inspirieren lassen. Erst trete die Inszenierung "mit dem Nachbuchstabieren von ökonomisch-technologischen Begriffen (wissen Sie, was Cross-Border-Leasing ist?) mehr oder weniger witzig" auf der Stelle, erst mit der Brandrede im letzten Drittel gewinne sie "an Drive". Wie sich am Ende die Fäden "um Stockmanns hocherhobenes Haupt zusammenziehen, das muss man gesehen haben. Sonst plätschert die Inszenierung über längliche Strecken als wortreiche Demonstration dahin, dass Ibsen 2.0 das Original vor allem dank der Zwischenaktmusik übertrifft: Becky Lee Walters als singende Mechanical Woman an der Gitarre, wow, die hat es in sich."

Auch Alexandra Kedves vom Tages-Anzeiger (12.9.2015) zeigt sich vom "Tohuwabohu auf der Bühne" im vierten Akt gefesselt. Puchers Variante des hierfür beliebten Publikumsmitmach-Tricks ("Abstimmung mit den Füssen") sei "nicht bloss ein interaktiver Ibsen-Standard, sondern machte uns Feuer unterm Hintern und knallte uns tatsächlich Selbstbefragungen ins Hirn." Wäre allerdings "Scheumann nicht ein derart toller Akteur, der sein reiches Applausbouquet hundertmal verdient hat, dann würde dieses postdramatische, demokratiekritische Rasen in digitaler Zeit als trockenes Thesentheater vor sich hin langweilen" wie im ersten Teil. Dabei sei "alles irre intelligent hergerichtet und versucht gar nicht erst, das Stück mit Leben zu füllen", sondern mit "Virtualität. Da wird Künstlichkeit pur postuliert." Die Kritikerin kann hier durchaus Züge des von Peter Kümmel diagnostizierten "Zombie-Theaters" erkennen.

Hier nachhören kann man die Radiokritik von Andreas Klaeui auf srf.ch (11.9.2015): Das Stück sei ungebrochen aktuell. Die Fassung von Dietmar Dath, die danach frage, wie demokratisch eigentlich unsere Gesellschaften verfasst seien, ginge da auf, wo sie satirisch werde, oft verstelle diese Aktualisierung allerdings auch den Blick auf den Konflikt. Pucher schaffe tolle, vor allem: musikalische Stimmungen. "Richtig Theater" werde der Abend aber nur in der Szene, in der Pucher eine "demokratische Vehandlung mit dem Publikum" inszeniere. Über weite Strecken handele es sich allerdings um ein etwas "zähes Stehtheater".

Stimmen zum Gastspiel der Inszenierung beim Berliner Theatertreffen 2016:

"Das abendfüllende Online-Medienbashing und Doktor Stockmanns Demokratie-Ressentiments" klingen in den Ohren von Christine Wahl vom Tagesspiegel (13.5.2016) "hier seltsam vorgestrig, älter fast als in Ibsens Original", wobei die Kritikerin der Verdacht befällt, "dass dem Abend ein Großteil seiner ältlichen Wirkung eher unfreiwillig unterläuft". Der "Konservatismus unter der hippen Inszenierungsoberfläche" fängt "beim Schauspielstil der Akteure an und hört beim Text nicht auf, der statt Dialogen häufig eher Sprechblöcke aneinanderreiht, die mehr oder weniger frontal ins Publikum deklamiert werden".

Puchers "satirisch überhöhtem Wohlstandsutopia" kann Ulrich Seidler in der Berliner Zeitung (13.5.2016) nicht allzu viel abgewinnen. Die Figuren bzw. "abwischbaren Menschmaschinen" luden nicht zur Identifikation ein. "Auch das Drama selbst präsentiert unschamhaft seinen eher simplen inneren Aufbau: Stockmann ist im Besitz der Wahrheit, schafft es aber im turbodemokratischen Gewirr nicht, sie zu veröffentlichen. Mehr passiert nicht, dies aber in Varianten, bei denen kühl und clever gesellschaftskritische Thesen, bildgebende Verfahren und Pseudo-Interaktionen mit dem Publikum abgearbeitet werden. Mit empathischem Erleben hat dieses Theater nichts zu tun, viel aber mit konsumtivem Schaugenuss sowie angst- und mitleidlosem Denken."

Hans-Dieter Schütt vom Neuen Deutschland (13.5.2016) ist nicht "nach dem virtuosem Spott der Softwaresportgruppe Pucher". Er sagt: "In dessen Theater glitsche ich umgehend in den Durchblick. Keine Zerrissenheiten. Bevor ich sehe, habe ich bereits durchschaut. Die Regieeinfälle sind das Leck, aus dem ätzend das kalte Wasser der Abschreckung tropft." Zur abfallenden Spannungskurve: "Es schnurrt da eine elend hochtechnische Mechanik, die zunächst wirklich etwas Beängstigendes, skandalös Entlarvendes, ja Beschämendes hat. Dann langweilt sie etwas. Dann fast nur noch."

"Wie immer bei Pucher ist der Schauwert groß. Bühnenbildnerin Barbara Ehnes hat eine Art futuristisches Retrodesign entworfen. Kommuniziert wird auch per Bildübertragung via Handy, Laptops stehen auf Designertischen, für die eine Firma im Programmheft Reklame macht, passend zum Stück ein Beispiel für public private partnership." Hiervon wie vom herzlichen Schlussapplaus berichtet Stefan Kirschner für die Berliner Morgenpost (13.5.2016).

 

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Kommentare

Kommentare  
#1 Volksfeind, Zürich: betriebsame Stagnation bei Ibsen und in der WeltClaus Günther 2015-09-11 23:11
Völker und Volksfeinde
Ich habe den Züricher „Volksfeind“ noch nicht gesehen und leider auch keine absehbare Möglichkeit dazu. In der Vergangenheit hatte ich mich an den 3 Inszenierungen in Berlin und Potsdam abgearbeitet und den diesjährigen Sommerurlaub unter anderem dazu genutzt, alle Dramen in Heiner Gimmlers Band zu lesen. Ich war erschrocken von der Gefangenheit der Ibsen-Figuren, ihrer Unfähigkeit zur (Selbst-)Veränderung: John Gabriel Borkmann als der gescheiterte Karsten Bernick aus den „Stützen der Gesellschaft“, Nora aus dem Puppenheim wird zur coolen und destruktiven Hedda Gabler, die außer Pferden und Pistolen keine Interessen hat und schließlich erkennen muss, dass ihr – ziemlich perfides - Spiel aus ist. Die Hilde Wangel, die in der „Frau vom Meer“ den kränklichen, aber ignoranten Lyngstrand nur etwas kitzelt, den „Baumeister Solness“ dann aber bis zur Spitze, in den Tod treibt.
Ich gestehe, ich habe bis in diesen Sommer unsere derzeitige Situation in Deutschland als eben solche betriebsame Stagnation wahrgenommen, wenngleich sich seit spätestens einem Jahr die von außen kommende radikale Veränderung ankündigte. Erst seit diesem Sommer wird mir klar, dass wir nicht mehr bleiben, was wir waren.
Ich glaube, dass Angela Merkel in dem LKW mit 71 Flüchtlingsleichen im österreichischen Parndorf – während sie noch blind war in der Ukraine-Krise seit letztem Jahr - das Menetekel eines Rückfalls Europas erkannt hat. Ob dieser Rückfall gebannt werden kann, ist nicht sicher, sicherer ist allerdings, dass Deutschland in diesem Drama erst einmal nicht die Rolle des Treibers zum Schlimmeren übernimmt.
Man kann sicher Vieles zitieren, ich versuche es mit Max Frisch, der in seinem Tagebuch 1946- 1949 meinte: „Es ist wichtig, dass man vieles zusammensieht“: Den Massenmord in Theresienstadt („Unweit von dem Galgen, dessen einfache Machart fast lächerlich ist, befindet sich der Platz für die reihenweisen Erschießungen;… In einer Deckung, …, befand sich der sogenannte Leichentrupp, ein Grüpplein von Juden, welche die Erschossenen abräumen, nötigenfalls für ihren gänzlichen Tod sorgen mußten“), die Flüchtlinge in Frankfurt („Am Bahnhof: Flüchtlinge liegen auf allen Treppen, und man hat den Eindruck, sie würden nicht aufschauen, wenn mitten auf dem Platz ein Wunder geschähe, … Ihr Leben ist scheinbar, ein Warten ohne Erwartung, sie hangen nicht mehr daran; nur das Leben hangt noch an ihnen, gespensterhaft, ein unsichtbares Tier, das hungert und sie durch zerschossene Bahnhöfe schleppt, Tage und Nächte, Sonne und Regen; es atmet aus schlafenden Kindern, die auf dem Schutte liegen, ihren Kopf zwischen den knöchernen Armen, zusammengebückt wie die Frucht im Mutterleibe, so, als wollten sie dahin zurück.“) oder den Waggon mit Sudetendeutschen in München, „der bei der Ankunft als man ihn öffnete, einfach voll Tod war,…
Gerade heute muss man daran erinnern, dass sich die USA nach der Tragödie des 11.09.2001 nicht trotzdem wie ein „Responsible Global Leader“ verhalten haben, sondern wie ein verletztes gefährliches Raubtier. Dieses verletzte Raubtier hat in seiner Stärke und mit Untertstützung auch europäischer Vasallen staatliche Strukturen in Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien zerstört und damit eine Völkerwanderung ausgelöst, deren Anfang uns nun überspült. Diese Völkerwanderung wird uns verändern. Wir sollten achtsam sein, in welche Richtung wir uns verändern lassen.
Ich glaube, in der nächsten Zeit wird die Dramatik des Lebens das Theater als Kunsterfindung erblassen lassen.
#2 Volksfeind, Zürich: konkret hilfreichStritter 2015-09-12 11:43
Danke für diesen klaren Kommentar, der viel zeitraubendes "Geschwätz" und mühseliges Suchen nach Übersicht erspart. Und danke auch nk: mir scheint, dass solche Kommentare, die einem in der Tat hilfreich sind für die Arbeit, konkret hilfreich, häufiger vorkommen als früher.
#3 Volksfeind, Zürich beim TT 16: ohne RealitätsbezugSascha Krieger 2016-05-12 10:37
Über weite Strecken begnügt sich der Abend damit, seiner schlichten Weltsicht zu frönen, mit Internet-Buzzwords auf einem Reflexionsniveau um sich zu werfen, wie man sie sich in einem oberbayerischen CSU-Ortsverband in den Nullerjahren hätte vorstellen können. Warum Stockmann seine Erkenntnisse nicht einfach auf Facebook oder Twitter postet oder selbst mit der Handykamera ein YouTube-Video aufnimmt, erschließt sich nicht. Dass auch im Netz die Macht der globalen Player zunimmt, ist bekannt, nur ist diese eben von komplett anderer Natur, als das, was Dath und Pucher darstellen. Die Informationsunterdrückung funktioniert eben nicht mehr – statt dessen lässt sich Unliebsames in der Flut des Informationsüberschusses wegspülen. Hier jedoch ist alles noch schön hierarchisch – das Web 2.0 in der Welt von 1882.
(...)
Oft wird dem Theater vorgeworfen, es hätte jeden Bezug zur Realität verloren. Will man diesem Narrativ – das gern auch als Argument bei Budgetkürzungen eingesetzt wird – entgegentreten, sollte man einen solchen Abend vielleicht nicht zum Theatertreffen einladen. nachtkritik.de und Heinrich-Böll-Stiftung, übernehmen Sie!

Komplette Rezension: stagescreen.wordpress.com/2016/05/12/internet-im-csu-ortsverein/
#4 Volksfeind, Zürich beim TT 16: Buzzword-BingoKonrad Kögler 2016-05-12 16:05
Wenn man nach den zwei Stunden im Theater auf dem Heimweg das Programmheft durchblättert, geht es hier im selben Stil wie auf der Bühne weiter: Das Glossar reiht einen trendigen Begriff an den nächsten.

Regisseur Stefan Pucher und Dietmar Dath, der sich als FAZ-Journalist und Autor einen Namen gemacht hat, landen bei ihrem Versuch, Henrik Ibsens Klassiker „Volksfeind“ mit aktuellen Themen zu verknüpfen, beim „Buzzword-Bingo“.

Die Schwächen des Abends werden besonders deutlich, wenn man den direkten Vergleich zieht: Bei Thomas Ostermeiers "Volksfeind" an der Schaubühne (seit 2012) oder auf den internationalen Gastspielen kommt es regelmäßig zu hitzigen Diskussionen, wie ich sie hier beschrieben habe. Bei Puchers und Daths Züricher Gastspiel im Berliner Festspielhaus bleiben die meisten Zuschauer in reservierter Haltung einfach sitzen, während ein kleineres Häuflein unschlüssig zwischen den Schauspielern im Foyer herumsteht, die eine Volksversammlung mimen.

Komplette Kritik: daskulturblog.com/2016/05/12/buzzword-bingo-ibsens-volksfeind-aus-zuerich-zu-gast-beim-theatertreffen/
#5 Volksfeind, Zürich beim TT 16: bescheidenGeorg 2016-05-12 17:09
Was für ein bescheidener Abend.Viel bunter Bühnenbild-und Kostüm-Aufwand, Stadttheatergespiele auf Provinzniveau und am Ende eine "Videokonferenz".
Ja, ja die neuen Medien und die Demokratie! Verrückte Sache!
Wenn das Beste aus der Schweiz war, na dann gute Nacht am sächsi!
Wie der Schweizer doch sagt.

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