Angeborene Bescheidenheit

31. Dezember 2015. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Schauspieler Roland Kenda, in der Nacht des 24. Dezembers nach langer Krankheit verstorben. Das teilte das Wiener Burgtheater mit, zu dessen Ensemble Kenda viele Jahre gehörte.

Kenda 280h burgtheater uRoland Kenda (1941-2015) © Reinhold WernerRoland Kenda, 1941 im polnischen Piła (Schneidemühl) geboren, wurde an der staatlichen Hochschule für Musik in Frankfurt  am Main ausgebildet. Nach Engagements in Dortmund, Marburg, Wuppertal und Mannheim wechselte er 1995 vom Hamburger Schauspielhaus ans Schauspielhaus Wien zu Hans Gratzer. 1998 kam Kenda an das Burgtheater, wo er u.a. mit Achim Benning, Karin Beier, Andreas Kriegenburg, Andrea Breth, Theu Boermans, Christiane Pohle, Christoph Schlingensief, Dimiter Gotscheff, Sebastian Hartmann, Thomas Langhoff, Friederike Heller und zuletzt mit Alvis Hermanis in Tracy Letts' Eine Familie und Anton Tschechows Platonov zusammengearbeitet hat.

Während der Proben habe der Schauspieler Kenda sich stets auch als "genialer Dramaturg" gezeigt, schrieb der Kritiker und Dramaturg Helmut Schödel einmal über Roland Kenda. "Seine offenbar angeborene Bescheidenheit und seine Zurückhaltung ließen im Marktgeschrei des Theaters manchen leisen, aber wesentlichen Hinweis seinerseits bisweilen untergehen. Künstlerpathos lag ihm immer fern, und wenn einer fragte, was Theater denn überhaupt sei, antwortete er: 'die Illusion des sinnvollen Dialogs'."

(Burgtheater / sle)

 

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