Die unsichtbare Mauer

Berlin, 16.3.2016. Die Intendant*innen mehrerer Berliner Theaterhäuser haben in einem offenen Brief an die Bevölkerung Berlins gegen die bestehende rechtliche Lage Geflüchteter protestiert.

Sie unterstützen in dem Schreiben das Bündnis "MY RIGHT IS YOUR RIGHT!", das ein Recht auf Freizügigkeit, sowie Privatsphäre, Bildung und Kulturelle Teilhabe für Geflüchtete einfordert.
"Wir treten daher gemeinsam ein für die Abschaffung der Residenzpflicht, protestieren gegen Massenunterbringung in 'Lagern' und die Einschränkung von Sozialleistungen." Ferner ruft der offene Brief zur Unterstützung und Teilnahme am "Carnival Al-Lajiìn_Al-Lajiàat / Karneval der Geflüchteten", der anlässlich des globalen Aktionstags gegen Rassismus am Sonntag den 20.3.2016 in Berlin stattfindet. Der Brief ist auch als Online-Petition veröffentlicht worden.

Über 25 Jahre nach dem Fall der Mauer sei Berlin immer noch und wieder geteilt, heißt es darin. Die Mauer verlaufe mitten durch "unsere Bezirke und Straßen: eine unsichtbare Mauer zwischen jenen, die volle Rechte genießen und jenen, die aufgrund ihrer Herkunft und ihres Aufenthaltsstatus von grundlegenden Rechten ausgeschlossen werden."

Das deutsche Aufenthaltsrecht grenze systematisch Menschen aus, sei auf eine Strategie der Abwehr und der Bevormundung ausgerichtet. Dies gelte insbesondere für die jüngsten Verschärfungen, die in der zynischen Sprache der Politik als 'Asylpakete' bezeichnet worden seien, "als handelte es sich um zu verteilende Geschenke".

Unterzeichnet wurde der Brief von Shermin Langhoff (Maxim Gorki Theater) Ulrich Khuon (Deutsches Theater), Thomas Ostermeier (Schaubühne)  Stefan Fischer-Fels (Grips Theater), Wagner Cavalho (Ballhaus Naunynstraße), Kay Wuschek (Theater an der Parkaue) und Ahmed Shah (Refugee Club Impulse und Jugendtheaterbüro Berlin).

(miwo)

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