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Rostocks Intendant Sewan Latchinian fristlos entlassen

Das Ansehen des Theaters gefährdet

6. Juni 2016. Sewan Latchinian, Intendant des Volkstheaters Rostock, ist fristlos entlassen worden. Das geht aus einer Mitteilung auf der Internetseite des Senders 3sat hervor. Die Abstimmung zur Entlassung sei auf Antrag der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09 erfolgt, deren Fraktionschefin die derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende der Volktheater GmbH, Sybille Bachmann, ist, berichtet der NDR auf seiner Internetseite. Laut eines Gesprächs mit Latchinian auf Deutschlandradio Kultur musste der Intendant noch am selben Tag seine Schlüssel abgeben und darf das Haus nicht mehr betreten.

Zur Begründung habe es geheißen, Latchinian werde das Vertrauen entzogen, weil er unter anderem seine Verschwiegenheitspflicht verletzt haben soll, indem er Interna weitergab und somit das Ansehen des Theaters gefährdet habe, so der NDR. Die Zustimmung zur Abberufung Latchinians sei von den Ausschussmitgliedern mit der Forderung verbunden worden, schnellstmöglich einen neuen Intendanten zu bestimmen.

Nachfolger soll den Informationen von 3sat und NDR zufolge der scheidende Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin, Joachim Kümmritz, werden, der zugleich Intendant der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg / Neustrelitz ist. Mit ihm sollen nun Vertragsverhandlungen geführt werden. Er soll den Informationen zunächst für zwei Jahre angestellt werden.

(NDR / 3sat / sle)

Alles Wichtige zur Causa Rostocker Volkstheater erklärt der nachtkritik-Podcast mit Georg Kasch und Christian Rakow.

Alles zur Causa Rostocker Volkstheater seit der Berufung von Sewan Latchinian zum Intendanten in unserer Chronik der Ereignisse.

 

Presseschau

"Letztlich gab es nicht nur einen, konkreten Auslöser, sondern viele Gründe für das Scheitern der Verbindung Rostock-Latchinian, und längst nicht alle Fehler liegen bei Sewan Latchinian", kommentiert Silke Hasselmann Latchinians Entlassung im Deutschlandfunk (7.6.2016): "Doch einen wichtigen hat er begangen: Er hat seine Rolle missverstanden." "Es ist gut, wenn ein Theaterintendant auch politisch denken kann, gar Politik auf der Bühne verhandeln lässt", so Hasselmann. "Es funktioniert aber nicht, wenn ein Theaterintendant meint, er könne die Politiker ersetzen oder sei selber einer."

 

Mehr dazu:

Presseschau vom 8. Juni 2016 – Deutschlandradio spricht mit der Aufsichtsratsvorsitzenden des Volkstheater Rostock Sybille Bachmann

Presseschau vom 8. Juni 2016 – Der Norddeutsche Rundfunk spricht mit dem designierten Intendanten des Volkstheater Rostock Joachim Kümmritz

 

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Kommentare  
Latchinian entlassen: Bärendienst
...endlich... Allerdings geht es mir darum, dass Herr Latchinian dieses "endlich" nicht durch seinen Kampf für die Sache erwirkt hat, sondern bei mir, durch seine altmodische, eitle und autoritäre Art "Theater" vor der Politik zu vertreten. Ich bin wirklich zu 100% der Meinung, dass die Zeit solcher Personalführung und Theaterhaltung vorbei ist bzw. sein sollte und dass es uns gut zu Gesicht stehen würde, zeitgemäße und weniger ich-zentrierte Menschen für die Leitungspositionen an den deutschen Theatern zu gewinnen. Das fängt natürlich im Bühnenverein, bei der Intendantengruppe und vor allem den Findungskommisionen an. Trotzdem erkenne ich an, dass Herr Latchinian in seinem Sinne für die Erhaltung aller Sparten usw. aufopfernd gekämpft hat - auch ich habe bei verschiedenen "Petitionen" meine Unterstützung dafür öffentlich gemacht. Alles in Allem ist meiner Meinung nach aber aus oben genannten Gründen daraus ein Bärendienst am deutschen Theater entstanden. Und dies hat mit eben einer grundsätzlicheren Haltung zu tun. - Nur weil jemand die Kultur vor einer sparwütigen, teilweise ignoranten Politik verteidigt, ist er kein Held bzw. ein Opfer und mich persönlich hat sein Auftreten einfach nur noch genervt bzw. ich fühle mich insgesamt durch solches Auftreten nicht in meiner Haltung der enormen Wichtigkeit der Erhaltung bestimmter Strukturen und der Bedeutung des Theaters in unserer Kultur vertreten.
Für das Theater Rostock ist es bitter und in diesem Sinne trotzdem alles Gute.
Latchinian entlassen: nicht verdient
Kümmritz ist in dem kulturlosen Rostock die einzig logische Konsequenz. Er hat die beste Expertise im Theater-Zusammenstreichen (...)

Das Rostock all das nicht verdient hat (kein Theater, keine Stadt dieser Welt), mag in diesem Zynismus hoffentlich zu erkennen sein. Und überhaupt: wo auf dieser Welt gibt es Teilzeit-Intendanten? Wenn er es ernst meinen würde, müsste er die Priorität auf ein Haus setzen. Und, mit Verlaub, Kümmritz wird ja auch nicht jünger...
Latchinian entlassen: ausgedient?
@ Warum denn nur immer nur podcast? Wollt Ihr ein Radio werden? Hat das geschriebene Wort ausgedient? Habt Ihr keine Zeit? Bitte künftig wieder mehr Texte!
Latchinian entlassen: nur wenig falsch
Endlich ist es vorbei, dieses Theater-Verdun ! Ich wünsche Herrn Latchinian alles Gute, erholen Sie sich 1 Jahr und packen dann etwas Neues an, in einer offeneren, kulturfreundlicheren, selbstbewussteren Stadt, die Ihr Engagement verdient. Sie haben in Rostock sicher nicht alles richtig gemacht - wer kann das außerhalb des Rathauses/Landtags schon von sich behaupten- aber nur wenig falsch. Sie haben als Künstler mit Zähnen und Klauen für das gekämpft, was Ihnen wichtig war (und wofür Sie ja auch bezahlt wurden) - da darf man dann ruhig auch `mal über das Ziel hinausschießen. Brave Beamten-Intendanten gibt es ja in Deutschland genug.
Latchinian entlassen: Dank
Danke für zwei großartige Theaterjahre, Herr Latchinian, und alles, alles Gute für Ihre Zukunft woanders. Sie werden hier sehr fehlen.
Latchinian entlassen: Frage
#5 Was genau meinen Sie mit "großartig"?
Latchinian entlassen: muss zurück
Sewan muss zurück in die Hauptstadtregion, was ist mit dem Hans-Otto-Theater? Denn ursprünglich war Rostock ein beruflicher Aufstieg mit hohen (und berechtigten) Erwartungen. Gebt Sewan ein Haus, das eine Etaterhöhung erwartet!
Latchinian entlassen: Spart euch kaputt
Diese Stadt hat nur noch Stürme vo Nord Ost verdient. Dumm bis in die letzte Reihe. Ich stimme dem Rostocker zu, es gibt dankbarere Städte.
In Rostock hat man es nicht kapiert, aber das scheint der norddeutsche Sturkopf zu sein. In Rudolstadt, Gera und Chemnitz kämpft man um ganz andere Dinge. In manchen Regionen ist das Theater noch eine Bastion gegen Pegida, AfD u.a. In Rostock verstummt dann ein ganzes Theater.
DIE IDIOTEN! sollte man spielen. Mit Verlaub an die östliche Küste, Ihr habt kein Theater mehr verdient. Spart euch kaputt, der Rest ist dämonisches Schweigen.
Latchinian entlassen: Trump mag nicht jeder
...ich stimme einigen der Kommentare inhaltlich zu (z.B. der Nichtvereinbarkeit von Teilzeit-Intendanten oder die unsägliche Argumentation der Rostocker Lokalpolitik) - aber trotzdem ist es nicht mehr zeitgemäß und unsäglich, in der Verteidgung des deutschen, subventionierten Theaters, auf illustere (mir würden auch negativere Begriffe einfallen...) Führungsfiguren als Repräsentanten einer ernstzunehmenden Kulturpolitik zu befürworten.
Und von daher widerspreche ich zu 100%, dass Herr Latchinian ein weiteres Theater zu einem Aufmerksamkeitsort machen sollte, an dem es in erster Linie scheinbar nicht um Kunst und die Freiheit der Kunst geht, sondern eher um eine Person.
...und zu #4 - brave Intendanten gibt es genug... - stimmt...
aber brave Politiker gibt es auch genug und Donald Trump mag halt nicht jeder...
...und grundsätlich sollte es um geiles Theater gehen...
Latchinian entlassen: Frage
Ach Rostock ...
Noch eine Frage zum Absch(l)uss - falls in den kommenden Tagen nicht durch die "Neoliberale/Graue/Bündnis-09-Fraktion" die Schließung des VTR beschlossen wird: Wie sieht denn die kommende Spielzeit am VTR aus? Ich meine: Es ist Juni! Werden alle (künstlerischen) Planungen (inkl. der "Verhandlungsmasse" Schauspieler*innen/Regisseur*innen/...) nach derzeitigem Stand umgesetzt? Geht das überhaupt? Kann das gehen - zumal der GF zum Sommer auch die Segel streicht! (Vielleicht kann nachtkritik da ja mal nachhaken - danke.)
Schenkt doch lieber Lars Tietje das VTR als Gimmick dazu. Und dann jedes Jahr eines der verbliebenen Spartentheater in MV - dann entstünde vielleicht das "Erste real exisiterende 12-Spartenhaus" im Norden! Die Volksbühne in Berlin wird es ja wohl leider nicht mehr schaffen ...
___
@2: "wo auf dieser Welt gibt es Teilzeit-Intendanten?" - z. B. unter gar nicht so wenigen anderen ab 2018 mit Johan Simons in Bochum, Gent und Rotterdam ... oder hatten Sie etwas anderes gemeint?
Latchinian entlassen: Premiere am Freitag
... und Latchinian erwähnt gerade im Radio, dass am Freitag eine Premiere mit HMT-Studierenden ansteht - unter (eigentlich) seiner Regie ...
Ach Rostock!
Latchinian entlassen: nichts
lieber olaf, ich stimme ihnen voll und ganz zu. so ein affentheater in den letzten jahren, meine güte. diese stadt und die region hats nicht anders verdient. der ostseenorddeutsche ist nicht stur, sondern eben "nichts". und genau das wirds geben. NICHTS! rostock wo?
Latchinian entlassen: vorbei, aber unvergessen
#6
Grossartig war beispielsweise der Grundkonsens, dass alle Sparten gleich kostbar und deshalb nicht schließbar sind. Dass ein vom Schauspiel geholter Intendant nicht das Tanztheater, den Chor und die Oper abschafft, sondern so lange verteidigt, bis die Gegner nur noch sein Schauspielensemble schließen können.
Großartig war auch, dass eine sture norddeutsche Theaterstadt ihren Intendanten nach dessen Rausschmiss zurückholt - nach nur einem halben Jahr des Begreifen, dass dieser Intendant was besonderes ist.
Großartig waren auch Inszenierungen im Schauspiel, wie, INGRID BABENDERERDE, GLÜCKSKIND, FEUERHERZ, DEUTSCHLAND, EIN WINTERMÄRCHEN, STELLA, EIN VOLKSFEIND, oder Opernsachen wie, MAOMETTO, ERMione, TITANIC, MAHAGONNY, oder Tanztheaterprojekte wie, SCHWARZWEISSSCHWAN, CAFE COLORE, SACRE, oder die vielen tollen Philharmonischen Konzerte, auch für Teens, die STAPELLÄUFE oder die stadtvernetzenden Formate in der Brauerei, der Straßenbahn, dem Weltkriegsbunker, oder das kulinarische Format: KULTUR TRIFFT GENUSS oder die Weihnachtsmärchen, das Figurentheater aus Hiddensee oder die BÜRGERBÜHNE - alles zwar vorbei, aber unvergessen.
Latchinian entlassen: Kunsthandwerk in Nordost
Autokratische Strukturen gibt es auch am Theater Anklam, wo in dann doch absehbarer Zeit die Stelle eines Alleinintendanten frei wird. Das hier nochmal in Großbuchstaben angeführte Qualitätstheater könnte wie es ist übernommen werden. Soll also keiner sagen, Kunsthandwerk hätte in Nordost keine Heimat mehr.
Latchinian entlassen: ein Trauerspiel
Ein Trauerspiel ohnegleichen! Ein toller und verdienter Theatermann wurde in den hohen Norden gelockt und dort vor unlösbare Aufgaben gestellt. Immerhin kann er nun das Schlachtfeld erhobenen Hauptes verlassen. Er wird nicht als der Intendant in die Geschichte eingehen, der den Kahlschlag am VT Rostock vollzogen hat. Er ist anständig geblieben. - Dafür meinen uneingeschränkten Respekt! Du bist die Bürde los, Sewan! Du kannst dich jetzt wieder mit Dingen beschäftigen, die in die Zukunft weisen. Alles Gute dafür!
Latchinian entlassen: abstruser Vorgang
Was für ein abstruser Vorgang. Latchinian entlassen und sofort sitzt Kümmritz auf dem Sessel. Warum wird so eine Stelle nicht wenigstens ausgeschrieben? Weil sich keiner bewerben würde? Es soll noch junge Idealisten geben, die Lust haben, zu entwickeln. Think big! Warum die ältesten "Wölfe", egal wie gut oder schlecht sie sind? Und warum dann ausgerechnet Kümmritz? Es wirkt alles so abgekartet. Ist es sicher auch. Warum sonst fragt keiner, wenn er schon einen Teilzeit-Intendanten haben will, in Berlin an, da gibt's doch ne ganz passable Zugverbindung nach HRO (Castorf hat doch bald Zeit...) Aber nein, für Rostock ist das schon alles folgerichtig.
Latchinian entlassen: Schicksal dieser alten Theaterstadt
Wie mit Latchinian am Schluß umgegangen worden ist, gefällt uns allen nicht. Aber es ist eine logische Konsequenz seines sinnlosen Verhaltens, seiner Sturheit, seiner Eitelkeit und Machtbesessenheit.
Zwei gute Theaterjahre waren es leider nicht, das Theater hat weitere Zehntausend Zuschauer verloren in dieser Zeit.
Ich würde Herrn L. wünschen, den Beruf zu wechseln, und ich wünsche keinem Theater in diesem Land, dass Herr L. mit seinen alten, starren Ansichten ein weiteres Theater wie ein Großmogul leitet.
Es ist leider das Schicksal dieser alten Theaterstadt den falschen Intendanten und den falschen Geschäftsführer zur falschen Zeit bekommen zu haben. Und so war es ein leichtes für die Politische Kaste, das Theater zusammenzustreichen.
Das Herr Kümmritz jetzt kommt, ist ein Desaster. Ein mit der Politik gleichgeschalteter Mann, der die Abwicklung der Sparten vorantreiben wird.
Es ist typisch für die Politische Kaste, die verbrauchten Intendanten immer wieder anzuheuern, damit sich das deutsche Theater nicht erneuern kann.
Latchinian entlassen: fair bleiben
Seit wann ist konsequenter Kampf für 4 Sparten sinnlos, stur, machtbesessen und eitel?
Warum können 2 Theaterjahre nicht gut oder sogar sehr gut gewesen sein, auch wenn zehntausend Zuschauer weniger gekommen sein sollten?
Wieso sollen Prinzipien, starre Ansichten sein - und sich schützend vor seine Belegschaft zu stellen, ein Handeln wie ein Großmogul?
Wer Latchinian wirklich erlebt hat, kennt ihn wirklich anders - Sie B. Franklin kennen den, den Sie so verurteilen offensichtlich nicht, dann lassen Sie es doch. Fair bleiben.
Latchinian entlassen: Verhalten als Angestellter
Latchinians Kündigung wird nicht mit dessen Handeln als Honigbiene der Kunst begründet, die er gerne sein möchte, sondern mit seinem Verhalten als Angestellter der Stadt Rostock seinem Dienstherrn gegenüber. Nach den Erfahrungen der Verwaltung mit Amtsvorgängern Latchinians und dessen erster Kündigung im April 2015, wird nun als letzter Akt ein Areopag zelebriert. Ankündigung der Verlesung einer Klageschrift im Funk durch den Meister selbst.
Latchinian entlassen: Bärendienst
...fair bleiben ja...und unbedingt.
...aber es können ja durchaus unterschiedliche Ansichten zu Stil, Haltung, inhaltlichem Interesse, Auftreten usw. möglich sein.
...ich z.bsp. sehe die Leitung eines Drogeriemarktes eher im Sinne von dm und verstehe nicht wie andere Menschen, die Führung im Sinne von z.bsp. Schlecker immer noch gut heißen können (außer aus rein autoritären Wirtschaftstheorien der alten Tage).
...gar nicht mehr verständlich für mich ist, wenn zwischen Drogeriemärkten und Theatern nicht unterschieden wird.
...und gar nicht mehr verständlich, wenn Theater scheinbar (weil die Politik so schrecklich ist - was stimmt)gar keine andere Chance hätten, als eher wie z.bsp. ein Schlecker-Imperium geführt bzw. vertreten zu werden.
...die Zeit für Selbstdarsteller sollte im Sinne des Theaters im Theater einfach außerhalb der Bühne vorbei sein.
...und der Fall Rostock belegt meiner Meinung nach, dass definitiv dem Theater durch die handelten Personen leider eher ein Bärendienst erwiesen wurde - weil es definitiv nie um die Wichtigkeit inhaltlicher Art ging - höchstens um Sparten (scheinbar egal was diese tun) - interessant wäre aber was Sparten tun könnten und wie Strukturen verändert werden könnten, dass sich die Menschen dafür interessieren, bzw. dass Kunst dort stattfinden kann.
Latchinian entlassen: anders
Werter Rostocker, das sehen viele Mitarbeiter anders.
Latchinian entlassen: Hinweis
Hier mal was Objektives:
http://www.deutschlandfunk.de/kuendigung-des-rostocker-volkstheater-intendanten.691.de.html?dram:article_id=356459
(...)
Latchinian entlassen: Sieg der puren Macht
#17 "Es ist leider das Schicksal dieser alten Theaterstadt den falschen Intendanten und den falschen Geschäftsführer zur falschen Zeit bekommen zu haben. Und so war es ein leichtes für die Politische Kaste, das Theater zusammenzustreichen." - Hier beginnt die Mythologiebildung, als ob es falsch oder richtig gäbe in der politischen Gemengelage! Sie ist kein Heizkörper, den man mal eben auf Wohlfühltemperatur dreht. Im Gegenteil: das Gelände ist zusehends unübersichtlich und im Vielkomponentenspiel lässt sich nur schwer kalkulieren. Dass der holzschnittartige Zuschnitt des Ex-Intendannten zu kurz griff, ist evident. Aber ehrlich: Welcher der Spieler in diesem tödlichen Poker um die Zukunft des Vomkstheaters hatte die Situation unter Kontrolle? Am Ende "siegte" die pure Macht: der Oberbürgermeister. Mit der Sache der Kultur hat das wenig zu tun, insofern, was soll's: "richtig oder falsch" sind keine Kategorien, wo's simpel eins auf die Fresse gibt.
Latchinian entlassen: Mehr Inhalt, weniger Personalpolitik!
Ja, ich bin genervt davon, dass in foren wie diesen Personalpolitik wichtiger erscheint als Inhalte. Der Kommentator "Olaf" schreibt zu Recht von den Bastionen, die Theater vor allem im Ostdeutschland oft leisten. Ich lese über Dispute in Trier und Rostock, bei denen es um Personalien geht - ich lese Artikel über frustrierte Solokünstler - ich bin davon genervt! Ich bin selbst Ensemblemitglied an einem Stadttheater und habe ehrlich gestanden keinen Bock mehr darauf, immer nur darüber zu lesen, wie Intendanten versagen oder Künstler sich schlecht behandelt fühlen.... wir leben in einer Zeit, in welcher Inhalte wichtiger denn je sind... worum geht es denn in der tatsächlichen Arbeit? dass wir nicht reich werden, wussten wir als wir den Beruf ergriffen haben - aber wir haben etwas zu sagen. und das will ich weiterhin. mich interessieren Intendanten, die abgesetzt werden, ziemlich wenig. Mein Gott, tauscht sie aus wie es euch beliebt. Aber lasst diese Selbstdarstellungen doch bitte nicht mehr Platz einnehmen als notwendig. Ist das wirklich das Wichtige? Eine Gesellschaft reißt mehr und mehr auseinander - das ist beängstigend für mich und ich sehe darin unsere Aufgabe (ja, vor allem für uns Stadttheaterschauspieler) - aber ich lese hauptsächlich leidenschaftliche Diskussionen über Intendantenwechsel und das Versagen einzelner Menschen. Ich finde sie nicht wichtig. Ich will in so einem Portal darüber diskutieren, welche Inhalte unsere Bühnen als "Lehranstalt" vermitteln und darüber diskutieren. (...) sorry, ich bin gerade echt genervt davon, dass das, worum es eigentlich beim Theater gehen sollte abhanden kommt, nämlich Inhalte, weil man einzelne Personalien loben oder verdammen will....
Latchinian entlassen: viel richtig gemacht
ach,wissen sie - nr. 19 - ihre begriffe wie areopag oder honigbiene oder meister, kommentieren sich selbst als, zumindest sehr unsympathisch.
latchinian hat gekämpft, viel richtig gemacht, nicht alles,aber es gibt immer noch die 4 sparten - und das war sein versprechen von anfang an,das hat latchiniann gehalten. respekt.


(Hinweis der Redaktion:
Dieser Kommentar von "cat" stammt von derselben IP-Adresse wie die Kommentare Nr. 5 und Nr. 13 von "Rostocker".)
Latchinian entlassen: Intendant als Politiker
Der oben verlinkte Beitrag vom Deutschlandfunk ist sehr hilfreich, um die Personalie Latchinian in diesem Geflecht zu begreifen. Tatsache ist, er hat sich als Politiker aufgeführt und die Haltungen der anderen Poltiker, ob in der Sache richtig oder falsch, teils arrogant und draufgängerisch öffentlich infrage gestellt. Dass diese sich damit nicht unbedingt abfinden können, ist aus meiner Sicht verständlich. (...)
Latchinian entlassen: Rostocker Theaterferne
Es ist in der Tat traurig, was sich da an Kuriositäten ereignet hat im Rostock der beiden "Stapellauf"-Spielzeiten (siehe die Chronik(en) dazu ua. auf Nachtkritik, immer wieder auch aber in "Theater der Zeit"), auch wenn das ja keineswegs erst mit diesen begann, daß Rostock eine hochgradig schwierige Stadt für ein Stadttheater (noch dazu mit 4 Sparten) ist. Es hat andere Intendanzen gegeben, nicht wenige, und auch diese taten sich letztendlich mit den Verhältnissen mehr als schwer. Ohne die spezifischen Rostocker Gegebenheiten und Hemmnisse zu analysieren, zu benennen, sachlich zu diskutieren wird es fernerhin auch kaum Fortschritte geben, erst recht nicht für den Erhalt der 4 Sparten ! Ich sage das aus zweierlei Gründen: 1.Der Kampf für ein 4-Sparten-Haus , den viele in HRO gekämpft haben an der Seite Sewan Latchinians, muß nicht mit dieser Personalentscheidung vom 6.6.2016 als ausgekämpft betrachtet werden; wenn diese zwei Jahre Kampf Substanz hatten, so muß auch der kommende Intendant von Aug zu Aug damit konfrontiert werden, und wichtig ist dabei durchaus leibliche Präsenz, am besten natürlich von den und durch die SchauspielerInnen , SängerInnen, TänzerInnen selbst:"Ich habe für ein 4-Spartenhaus gekämpft, weil ..., und ich sehe noch nicht, warum ich nicht weiterkämpfen sollte."
2. Weil Rostock sich mir immer und immer wieder als eine Stadt der Extreme gezeigt hat, leider auch, was die Diskrepanz von dem angeht, was allenthalben mit viel Insiderwissen im Foyer verhandelt und diskutiert wird (ich schlackerte verschiedentlich mit den Ohren...) und was davon in der öffentlichen Debatte wirklich ankommt.Lausche ich den Foyergesprächen, dann geht es oftmals nicht mehr um (Schauspiel-) Kunst, sondern um das Wer-baut-wo-die-neue-Supertummeloper und um "Doppelinteressen" (politische und wirtschaftliche), sprich: Interessenkollisionen bei einigen der (politischen) Hauptakteure. Ich habe noch keine Stadt erlebt, in der ich einerseits zu große "Theaternähe" sehe (eine Art Theater-als-Lebensform-Besitzstandsclique aus offenbar ältester Zeit), andererseits eine vollkommene Theaterferne, die auch Latchinian nicht durchbrechen konnte. Diese Theaterferne vieler Rostocker hat das Thema öffentlich schon längst zum Reizthema gemacht:"Schon wieder die ! Immernoch die !! Wann warst Du das letzte Mal im Theater ??? Sollen die Bude schließen !" Für diesen Tenor gibt es in HRO eine Mehrheit, todsicher, und auch wenn der sich AFD-like anhört, bedient wird er ähnlich wie von der AFD (was gefährlich und bequem zugleich ist) von ganz anderen Parteien und zwar ganz gezielt auf die kommende Landtagswahl berechnet, die demnächst ansteht. Ich sehe fast schon den Aktendeckel der finalen Intendanten-Abschußstrategie "Akte: AFD-Intendant" (Aus-für-Dich, Intendant) ...
Latchinian erneut entlassen: stürmische See
es ist also so gekommen, der passionierte Theatermann entlassen + folglich wird das kleine restliche Schauspielensemble (bis auf die Unkündbaren, die als einzige alle Stürme letzter Jahrzehnte überstanden), werden die Tänzer entlassen. Die Lücke wird spürbar sein + Rostock begreift das vielleicht irgendwann. Allen betroffenen KünstlerInnen + dem Intendanten wünsche ich beste Gesundheit, etwas Erholung + dann weiteres engagiertes Durchstarten zu anderen Ufern wo Theaterinteresse wirklich besteht, zum Glück ist Rostock in unserer hervorragenden Theaterlandschaft eher eine peinliche Ausnahme.
Latchinian entlassen: Erstarrung
In Rostock ist für KUNST Hopfen und Malz verloren...wars schon immer und hat sich aufs neue so bewiesen...Rostock ist das Synonym für ERSTARRUNG: in der Politik, im Denken und im Fühlen...ToiToiToi für alle Waghalsigen, die sich zukünftig dieser Herausforderung stellen!
Latchinian entlassen: Charakter
#28
Auch ich wünsche Latchinian und all seinen Getreuen ein neues Ufer. Danke für 2einhalb spannende und ereignis-und erfolgreiche Jahre.
Schön, dass es noch Latchinian entlassen:und Charisma gibt - und ein Versprechen gehalten wurde: Entlassungen wegen der Strukturreform wird es mit mir nicht geben, nur ohne mich (S. Latchinian)
Mal sehen, was Insolvenzgefahr - Kümmritz in Rostock wuppen kann.
Latchinian entlassen: U-Boot-Theater
Ich bin froh, dass den Eitelkeiten von Herrn Latchinian ein Ende gesetzt wurde. War das Schauspiel in Rostock jemals relevant? Nein. Vor ihm nicht, mit ihm schon gar nicht. Rostock ist eben nicht Senftenberg & der Theater-des-Jahres-Kritikerbus kommt eben nicht jedes Jahr in ostdeutsche Provinzen.
Schwerin war schon immer spannender, hatte Schroth, gut: die Dehler-Jahre waren eindeutig zu lang (auch wenn es immer wieder Gastregie-Lichter hatte, wie Fritsch), aber Rostock?
Crampfholz, Johanna Schall, Latchinian... U-Boot-Theater.
Latchinian entlassen: oft unterhaltsam
Mit seiner tragisch komischen Inszenierung einer Intendantenfigur ist Latchinian in Rostock durchaus etwas gelungen, für das es im Theaterland MV, das wahrlich beschenkt ist an eigenwilligen Figuren, keinen Vergleich gibt. Seine Idee einer über mehrere Spielzeiten immer wieder fortgeschriebenen Inszenierung dürfte als seine stärkste Arbeit am Volkstheater in Erinnerung bleiben. Auch wenn Latchinians Spiel nicht immer überzeugend gewirkt hat, Begründungen als Kultur der Ausrede, so waren gerade die performativen Elemente des Spiels oft unterhaltsam und lustig.
Latchinian entlassen: Kopf hingehalten
zu 31 und 32
Welche arroganten Äußerungen, welch unkollegialer Zynismus! Wer spielt hier das eigentliche Spiel? Latchinian hat seinen Kopf hingehalten, er hat nicht nur so getan.
Also bitte mal etwas runter kommen, auch wenn man sich selbst so auf dem hohen Ross für den Moment sehr gut fühlt. Diese traurige Häme verrät einiges über Sie.
Latchinian ist und bleibt eine der spannendsten Theaterpersönlichkeiten, auch wenn Sie das hier gern anders drehen wollen. Aber das wird nicht gelingen, denn ihre Kommentare werden seine Arbeit nicht im Nachhinein beschädigen können.
Latchinian entlassen: symbolischer Akt
Folgen einer Verwechslung. Latchinian hat das Volkstheater geführt, als sei das Haus sein Privateigentum. Umso schwerer wiegt nun das gegen ihn ausgesprochene Verbot, den als ureigen betrachteten Raum überhaupt betreten zu dürfen. ... Die von der Gesellschaftervertretung verlangte sofortige Herausgabe von Fahrzeugpapieren und Schlüsseln des Intendantenwagens ist ein symbolischer Akt. Er soll zeigen, dass es zur vollständigen Entmachtung Latchinians keine Alternative gab.
Latchinian entlassen: U-Boot-Theater?
Was ist bitte U-Boot Theater?
Latchinian entlassen: fünfte Schwierigkeit
Johanna Schall: Ich weiß auch nicht. Vielleicht eines, das sich der fünften Schwierigkeit beim Schreiben der Wahrheit erinnert - ein listiges?
Latchinian entlassen: Freie Volksbühne Rostock gründen
Wenn Latchinian seine Rostocker Schauspieler so sehr liebt, wenn er sich wirklich so sehr vor sie stellen und ihnen die Zukunft geben will, die er ihnen durch seine Verweigerungs- und Protesthaltung vermasselt hat, dann soll er dort oben eine alte Turnhalle anmieten und eine Freie Volksbühne Rostock gründen. Ein bisschen Startkapital bringt er mit. Die weiteren finanziellen Mittel soll er sich von Stiftungen oder Privatiers holen.
Nicht schon wieder nach der nächsten Intendanz schielen, Sewan.
Latchinian entlassen: Link-Hinweis
11:44 "Ich muss hier niemanden unterdrücken"

http://www.mv1.tv/sendungen/3/867/Sewan%20Latchinian.html
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