Strategiewechsel

Rostock, 19. Oktober 2016. Joachim Kümmritz, seit Spielzeitbeginn Intendant des Volkstheaters Rostock, will die Norddeutsche Philharmonie verkleinern und zugleich die Schauspielsparte des Hauses stärken. Wie ndr.de berichtet, hat Kümmritz unter dem Titel "Bewahrung und Erneuerung" ein neues Konzept für sein Haus vorgelegt, demzufolge die 73 Musikerstellen auf 63 reduziert werden sollen. Zugleich will er das  Schauspiel auf 14 Stellen ausbauen – das wäre ein Plus um zehn Stellen, wenn man vom aktuell von Stadt und Aufsichtsrat beschlossenen Konzept ausgeht. Wie die Pressestelle des Volkstheaters auf Nachfrage von nachtkritik.de mitteilt, handelt es sich bei dem Konzept um ein internes Papier von der Geschäftsführung an den heute tagenden Aufsichtsrat, das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war.

Kümmritz wolle dem Bericht zufolge "nicht bei den schlecht bezahlten Schauspielern und Tänzern" sparen, sondern beim Orchester, "dem Ensemble, dass trotz Haustarif am teuersten ist". "Ein Strategiewechsel" nennt es der NDR-Bericht – seit Februar 2016 wurde ein Modell favorisiert, dass die Opern- und Konzertsparte stärkt und vom Schauspiel nur noch ein vierköpfigfes Rumpfensemble bestehen lässt. Das Ballett spielt in beiden Konzepten keine Rolle und wird 2019 aufgelöst.

Offen ist, ob Kümmritz' neues Konzept den Rückhalt des Aufsichtsrates genießt und wie der Rechtsstreit um den Haustarifvertrag der Norddeutschen Philharmonie ausgeht. Die deutsche Orchestergewerkschaft hat dem NDR zufolge gegen das Volkstheater wegen Nichteinhaltung des Vertrages Klage eingereicht.

(ndr.de / geka)

 

Was insgesamt in der Causa Volkstheater geschah, ist in der Chronik der Ereignisse nachzulesen.

 
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