Anarchie und Formvollendung

Berlin, 27. Januar 2017. Für "seine außerordentlichen Verdienste um das deutschsprachige Theater" zeichnet die Stiftung Preußische Seehandlung Herbert Fritsch mit dem mit 20.000 Euro dotierten Theaterpreis Berlin 2017 aus. Das melden die Berliner Festspiele. Die Preisjury bestand aus der die Intendantin des Schauspielhauses Zürich, Barbara Frey, der Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, Wilfried Schulz und die Theaterkritikerin Eva Behrendt, sowie mit beratender Stimme der Intendant der Berliner Festspiele, Dr. Thomas Oberender.

In der Jurybegründung heißt es: "Was Fritsch und seine tollen Truppen aus diesen Körpern herausholen, hat weit mehr mit Choreografie, Physik und deren Überwindung zu tun als mit Narration und Psychologie. (...) Ein Paradox und das seltene Glück der Spieler*innen und Bespielten bei Fritsch ist die Erfahrung, wie nahe Anarchie und Formvollendung, Verweigerung und Relevanz, Scheitern und Hoffnung beieinander liegen, ja, dass sie ohne einander nicht zu haben sind.“

Der Theaterpreis Berlin wird im Rahmen des 54. Theatertreffens (5. bis 21. Mai 2017) im Haus der Berliner Festspiele vom Regierenden Bürgermeister und Vorsitzenden des Rates der Stiftung Preußische Seehandlung, Michael Müller, verliehen. Die Laudatio hält Frank Castorf.

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#1 Theaterpreis Berlin 2017: GehaltszugabeMoritz 2017-01-27 12:34
Es ist wirklich ein bisschen schade, dass dieser hochdotierte Preis quasi ausschließlich an Künstler vergeben wird, die dieses Preisgeld nun wirklich nicht mehr brauchen (H. Fritsch, C. Harfouch, J. Simons usw.). Wie schön wäre eine Förderung, die zugleich neue Kunst ermöglicht! Und die nicht nur eine Zugabe zu den Gehältern von Burgtheater, Hamburger Schauspielhaus, Volksbühne, Ruhtriennale etc. ist.

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