Es gibt ein Theater vor und seit Marthaler

Zürich, 13. April 2017. Der Musiker und Regisseur Christoph Marthaler erhält den mit 50.000 Franken dotierten Zürcher Kunstpreis 2017. Das meldet der Zürcher Stadtrat auf seiner Website. Marthaler habe mit "seinen komponierten Inszenierungen" dem Sprechtheater "einen immensen Anstoss gegeben und stilbildend gewirkt", schreibt der Stadtrat in seiner Begründung der Preisvergabe. "Es wird immer ein Theater vor Christoph Marthaler und eines seit Marthaler geben."

Marthaler, geboren 1951 in Erlenbach bei Zürich, arbeitet gemeinsam mit seiner langjährigen Bühnenbildnerin Anna Viebrock an den führenden Häusern im deutschsprachigen Raum, zuletzt vor allem an der Berliner Volksbühne, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Theater Basel, wo er 1989 unter Intendant Frank Baumbauer seinen Durchbruch feierte. Er ist auch als Opernregisseur u.a. in Zürich und Basel aktiv.

2000 übernahm Marthaler die Intendanz des Zürcher Schauspielhauses, die er nach politischen Auseinandersetzungen 2004 vorzeitig niederlegte. Im Sommer 2009 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Zürich, 2011 den Hans-Reinhart-Ring, die höchste Theaterauszeichnung der Schweiz, und 2015 den Goldenen Löwen der Theatersektion der Biennale Venedig für sein Lebenswerk.

Preisträger des Zürcher Kunstpreises der vergangenen Jahre sind die Schriftstellerin Ruth Schweikert (2016), der Filmregisseur und Drehbuchautor Markus Imhoof (2015), der Theaterregisseur Werner Düggelin (2014), der Operndirigent Nello Santi (2013), die Bildende Künstlerin Klaudia Schifferle (2012) und der Musiker und Theaterregisseur Ruedi Häusermann (2011).

(Stadtrat Zürich / chr)

 
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