Pro Quote

13. Januar 2018. Im Interview mit Stefan Stosch in den Kieler Nachrichten spricht Nina Hoss u.a. über #MeToo und fordert, dass mehr Frauen in Leitungsfunktionen kommen. Es gebe "einen täglichen Sexismus, der schon in scheinbar harmlosen Bemerkungen deutlich wird". Deshalb müssten sich die Strukturen verändern, etwa über eine Quote, auch bei Theaterintendanten: "Bislang herrscht in den Gremien eine Klüngelei von Männern, die sich gegenseitig die Jobs zuschieben. Frauen wollen die Männer da nicht wirklich haben. Es ist kein Zufall, dass über Intendantinnen oft negativ gesprochen wird."

Niemand behaupte, dass Frauen automatisch bessere Chefs seien. "Aber warum darf sich nicht auch eine Chefin als – Pardon – Arschloch entpuppen? Es gibt genügend männliche Pendants – so viele, dass es gar nicht weiter auffällt. Frauen müssen erst mal in den wichtigen Jobs vertreten sein, damit sie dort Mist oder etwas Tolles machen können. Sonst ändert sich ja nie etwas."

Angesprochen auf die politische Lage fordert Hoss Haltung ein, Einmischung. Und Europa? "Vertrauen wir der Kultur! Wir müssen mehr voneinander erfahren – in Büchern, auf dem Theater, im Kino. Wie sollen wir zusammenkommen, wenn wir nichts voneinander wissen? Dann erobern Lügengeschichten die Köpfe."

Falsch wäre es in jedem Fall, diejenigen als dumm zubezeichnen, die Trump wählten oder die AfD. "Das wäre reine Arroganz. Da ist vorher was schiefgelaufen. Man darf die Leute nicht hängen lassen. Wenn ich in den Osten Deutschlands gucke, sind da schöne Marktplätze, aber es gibt kaum Jugendclubs, kaum Möglichkeiten, sich zu treffen. Da müssen wir investieren, auch wenn finanziell nichts rauszuholen ist."

(geka)

Kommentar schreiben