Die Top 8 der Neuen Dramatik

Mülheim, 20. Februar 2018. Die Nominierungen für den Mülheimer Dramatikerpreis und den Kinderstückepreis 2018 sind bekanntgegeben. Bei den Mülheimer Theatertage konkurrieren vom 12. Mai 2018 bis 2. Juni 2018 folgende Stücke um den Dramatikerpreis:

Ibrahim Amir
Homohalal
Staatsschauspiel Dresden
Regie: Laura Linnenbaum

Elfriede Jelinek
Am Königsweg
Deutsches Schauspielhaus Hamburg
Regie: Falk Richter

Thomas Köck
paradies spielen (abendland ein abgesang)
Nationaltheater Mannheim
Regie: Marie Bues

Rebekka Kricheldorf
Fräulein Agnes
Deutsches Theater Göttingen
Regie: Erich Sidler

Thomas Melle
Versetzung
Deutsches Theater Berlin
Regie: Brit Bartkowiak

Ewald Palmetshofer
Vor Sonnenaufgang
Theater Basel
Regie: Nora Schlocker

Maria Milisavljevic
Beben
Theater und Orchester Heidelberg
Regie: Erich Sidler

Simon Stone
Hotel Strindberg
Burgtheater Wien
Regie: Simon Stone

Von 150 Theatertexten standen am Ende 15 Stücke in der engeren Auswahl, sieben mussten ausscheiden, heißt es in der Pressemitteilung der Mülheimer Theatertage. Drei der Ausgeschiedenen erwähnt Auswahl-Sprecher Jürgern Berger noch einmal ausdrücklich in dem Statement, das der Pressemeldung angehängt ist, "weil sich das Auswahlgremium nur ungern davon getrennt hat", wie es heißt. Die Stücke sind:

1. Katja Brunners Den Schlächtern ist kalt oder Ohlalahelvetia
2. Nuran David Calis' Istanbul
3. Necati Öziris get deutsch or die tryin'

Dem Auswahlgremium gehörten in diesem Jahr die Kritiker*innen Cornelia Fiedler (freie Kritikerin, nachtkritik.de, Süddeutsche Zeitung), Christine Wahl (freie Kritikerin, Tagesspiegel, Theater heute, Spiegel online), Dagmar Walser (Redakteurin beim Schweizer Radio SRF2Kultur), Jürgen Berger (freier Kritiker, Süddeutsche Zeitung, Theater heute) und Franz Wille (Redakteur Theater heute) an. Die Mitglieder der Preisjury werden noch bekanntgegeben.

Um den mit 10.000 Euro dotierten KinderStückePreis 2018 konkurrieren:

Sigrid Behrens
Anfall und Ente
Junges Theater Konstanz
Regie: Ingo Putz

Christina Kettering
Weiß ist keine Farbe
Comedia Theater Köln
Regie: Markolf Naujoks

Thilo Reffert
Mr. Handicap
Junges Schauspiel Düsseldorf
Regie: Frank Panhans

Oliver Schmaering
In dir schläft ein Tier
Theater an der Parkaue, Berlin
Regie: Hanna Müller

Simon Windisch und Ensemble
Wie man die Zeit vertreibt
Theater an der Rott, Eggenfelden
Regie: Simon Windisch

 

Dem Auswahlgremium der "KinderStücke 2018" gehörten Oliver Bukowski, Thomas Irmer und Werner Mink an. Die Stücke 2018 finden vom 12. Mai bis zum 2. Juni statt, die KinderStücke 2018 vom 14. bis zum 18. Mai.

(Mülheimer Stücke / sle)

 

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Kommentare

Kommentare  
#1 Nominierungen Mülheim: eindrucksvolle ListeThomas Rothschild 2018-02-20 14:29
Eine eindrucksvolle Liste, die sich ohne Mühe verlängern ließe, die aber jedenfalls das Gerücht dementiert, dass es keine deutschsprachigen Autoren mehr gebe, die für das Theater schreiben. Da man nicht so ohne weiteres drei Wochen in Mülheim verbringen kann, bleibt der dringende Wunsch, dass die Stücke auch anderswo nachgespielt werden.
#2 Nominierungen Mülheim 2018: zweimal Sidler!Mülheimer 2018-02-20 20:34
Ich freue mich für Erich Sidler, der wieder mit zwei (!) tollen Inszenierungen in Mülheim dabei ist!
#3 Nominierungen Mülheim 2018: Sidler?Mülleimer 2018-02-21 13:52
@ #2 Echt jetzt? Wie viel von Herrn Sidler haben Sie denn gesehen? Glück für ihn, aber das hier ist doch ein Autorinnen- bzw. Autoren-Treffen, oder?
#4 Nominierungen Mülheim: Dramatiker?Berliner 2018-02-21 14:44
Die Ausweitung des Dramatiker-Begriffs in allen Ehren, aber eine Nominierung verwundert mich doppelt. Soweit ich weiß, spricht Simon Stone nicht besonders gut deutsch und "verfasst" seine Texte auch nicht auf Deutsch. Ist eine Nominierung im Rahmen eines Festivals für deutschsprachige Gegenwartsdramatik gerechtfertigt? Seine Bearbeitung basiert außerdem auf Texten von Strindberg. Bei früheren Arbeiten von Simon Stone wurde zumindest noch ein Übersetzer / eine Übersetzerin des (von ihm bearbeiteten) Textes genannt, bei "Hotel Strindberg" nicht. Hat das möglicherweise mit der Missachtung der Übersetzungsleistung zu tun? Oder spricht der Regisseur besser Deutsch und Schwedisch, als ich denke? Das würde mich freuen.

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