"Ich bin eine Zumutung"

Berlin, 20. April 2018. Die langjährige Volksbühnenschauspielerin und Eysoldt-Ring-Trägerin Sophie Rois wechselt ins Ensemble des Deutschen Theaters. Dies erklärte sie in einem Interview mit der Berliner Zeitung (21.4.2018). Das Theater hat den Wechsel bestätigt. Ihren Einstand an der Reinhardtstraße gibt sie im Herbst in einer Inszenierung von René Pollesch.

sophie rois 2 280 Thomas Aurin u© Thomas Aurin Zu ihren Vertragsverhandlungen mit dem DT-Intendanten sagte Rois: "Ulrich Khuon hat mir das Angebot gemacht, ins Ensemble zu kommen. Und ich habe gesagt, dass das keine gute Idee ist, weil ich für einen Intendanten eine ziemliche Zumutung bin". Eigentlich habe Rois frei als Schauspielerin arbeiten wollen, aber nach einigen Gesprächen hätten sie das Geschäft mit Handschlag besiegelt. "Er war extrem cool." Die 57-jährige Österreicherin, die seit 1992 fest an der Volksbühne engagiert war und die Frank-Castorf-Ära prägte, hatte im vergangenen Dezember ihre Kündigung eingereicht. Sie kritisiert in dem Interview die kulturpolitische Entscheidung, den belgischen Museumsmann Chris Dercon zum Volksbühnenintendanten ernannt zu haben, als "reinen Dilettantismus". Der eigentliche Volksbühnenzusammenhang sei für sie allerdings schon mit dem Tod Volksbühnen-Chefbühnenbildners Bert Neumann im Sommer 2015 zerrissen. "Sein Tod hat dieser Volksbühne richtig die Eingeweide rausgerissen", so Rois im Rückblick, "nichts war mehr wie vorher. Als dann auch noch Frank Castorf gehen musste, war es zu Ende für mich." Zum überraschenden Rücktritt von Chris Dercon sagt sie: "Gott sei Dank ist der Drops gelutscht".

(Berliner Zeitung / jnm)

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