Gute Aussichten

Bern, 20. Juni 2018. Lena Rittmeyer schreibt in der Berner Zeitung Der Bund über die Zukunft des Berner Theaterfestivals "Auawirleben". Dabei zieht sie einige interessante Vergleiche zu anderen Schweizer Festivals.

Guter Ruf

"Auawirleben" hat in diesem Jahr zum 36. Mal statt¬gefunden. Gegründet worden sei es 1982 von Peter Borchardt, dem früheren Schauspieldirektor am Berner Stadttheater, "als Programmfenster für Gastspiele am Stadttheater". Ab 1988 habe Borchardt das Festival gemeinsam mit der Theatermacherin Beatrix Bühler als autonomes Festival weitergeführt, seit jeher geniesse es "innerhalb der Schweizer Kulturszene einen ausgezeichneten Ruf".

Mehr Geld

Von 2020 ab soll das Budget des Festivals um 270.000 auf 600.000 Franken anwachsen. Noch sei diese Erhöhung nicht endgültig beschlossen, aber die Stadtspitze um den grünen Stadtpräsidenten Alec von Graffenried wolle dezidiert ein gestärktes städtisches Theaterfestival.

Gehe man davon aus, dass "Auawirleben" mit dem Geld auch mehr Einnahmen generiere, schreibt Rittmeyer weiter, könnte das Festival auf ein Budget von rund 800.000 Franken kommen ab 2020. Das sei weniger Geld, als etwa das Festival Belluard Bollwerk International in Freiburg zur Verfügung habe (rund eine Mio CHF) oder das allerdings nur alle zwei Jahre stattfindende Theaterfestival Basel (fast 1,5 Mio CHF).

Auch die Zuschauerzahlen von "Auawirleben" seien im Vergleich mit anderen Festivals "ähnlicher Ausrichtung und Grösse" eher niedrig, 2.300 Besucher*innen in diesem Jahr, bei "hoher Auslastung", gegenüber 8.000 bei Belluard Bollwerk International und zuletzt 9.000 in Basel.

Familiäre Atmosphäre

Das Festival zeichne sich durch seine Familiarität aus, zitiert Rittmeyer die Festivalchefin Nicolette Kretz, zugleich sei aber bislang nicht einmal Geld für eine angemessene Plakatwerbung vorhanden gewesen oder für ordentliche Pressearbeit. Das von der Berner Kulturbeauftragen Veronica Schaller beklagte Ergebnis: "Auawirleben" sei eine Veranstaltung für eine geschlossene Szene, die weder in die Stadt noch gar überregional ausstrahle.

Das solle sich jetzt ändern. Die vorgesehene Subventionserhöhung sei die grösste in der Geschichte des Festivals.

(Der Bund / jnm)

 
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