Weniger Programm, weniger Einnahmen

Wien, 2. September 2018. In Wien ist ein Streit um die Einnahmensituation der Wiener Festwochen ausgebrochen. Auf Anfrage der liberalen Neo-Fraktion veröffentlichte Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler die Bilanz der Festwochen, die der Wiener Kurier wiedergibt: Von 1,5 Millionen Euro Kartenerlösen im Jahr 2014 seien die Einnahmen schon unter Intendant Markus Hinterhäuser auf 887.840 Euro im Jahr 2016 abgesunken. Unter Tomas Zierhofer-Kin lagen die Zahlen 2017 bei 807.382 Euro, 2018 wurden 583.025 Euro erlöst. "Es ist unfassbar, wie die Wiener Festwochen in den letzten Jahren herabgewirtschaftet wurden“, kommentiert Neo-Cheffin Beate Meinl-Reisinger im Kurier.

Gegen diese Kritik verwahrt sich der kaufmännische Geschäftsführer Wolfgang Wais (im Amt seit 2000) im Standard. Man könne die Zahlen "nicht isoliert betrachten", sagt er. "In den vergangenen Jahren gab es jeweils einen jährlichen Bilanzgewinn." 2014 sei kein taugliches Vergleichsjahr, weil man hier mit Kraftwerk-Konzerten im Burgtheater außergewöhnliche Kartenerlöse von 433.000 Euro erzielt habe. Im Schnitt hätten die Einnahmen "seit Jahren" bei rund einer Million Euro gelegen.

2016 und 2017 habe man von der öffentlichen Hand 600.000 Euro weniger Förderung erhalten. "Je weniger Geld, desto weniger Produktionen, desto weniger Karteneinnahmen", heißt es im Standard. 2018 habe Tomas Zierhofer-Kin das Programm heruntergefahren, "teure Eigen- und Opernproduktionen fehlten ganz". Einnahmeausfälle erklärt Wais mit Verweis auf die Installation "micro/ macro" in der Halle E des Museumsquartiers: "Wenn ein Intendant beschließt, in der Halle E statt sechs Gastspielen oder Eigenproduktionen fünf Wochen lang eine Ausstellung zu zeigen, dann reduziert das die Einnahmen um 300.000 bis 400.000 Euro." Gleichwohl stehe mit einem künstlerischen Budget von 4,5 bis 5 Millionen Euro dem Neustart unter Intendant Christophe Slagmuylder "nichts im Wege".

(kurier.at / standard.at / chr)

Kommentar schreiben