"Rette Dein Theater!"

27./17. Oktober 2018. In Niedersachsen hat sich ein breites Aktionsbündnis von Theaterschaffenden aller Ensembles und öffentlichen Bühnen gegründet. Diese Koalition, die auch Musiker und die Deutsche Orchester Vereinigung miteinschließt, fordert von der Landesregierung "mehr Geld für die Theaterlandschaft bereits ab 2019 und ein grundsätzliches Umdenken der Kulturpolitik in Niedersachsen" und ruft für den 24. Oktober 2018 zu einer Kundgebung vor dem Landtag in Hannover auf.

Hintergrund des Zusammenschlusses ist eine zunächst von der Landesregierung gemachte Zusage über eine zusätzliche Förderung der Stadttheater und Landesbühnen von 6 Millionen Euro, die aber im vorliegenden Haushaltsentwurf nicht mehr auftaucht.

Niedersachsen liegt zurück

Dazu schreibt die Koalition der Theaterschaffenden: "Der aktuelle Haushaltsplanentwurf der niedersächsischen Landesregierung stellt eine akute Bedrohung für die Vielfalt der gesamten niedersächsischen Theater- und Orchesterlandschaft dar. Er entzieht den großen, den kleinen und den freien Theatern und den Orchestern die finanziellen Grundlagen für eine professionelle und zeitgenössische Aufrechterhaltung der Angebote." Ohnehin liege Niedersachsen jetzt schon an drittletzter Stelle im Ländervergleich bei den öffentlichen Ausgaben für Kultur je Einwohner. Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Hamburg, München und Berlin hätten die Mittel für ihre Theater und Orchester substantiell erhöht.

Aktionsbündnis Niedersachsen rettetdietheaterZuschauerin in Göttingen  © Deutsches Theater Göttingen

Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, ruft das Aktionsbündnis alle Theaterschaffenden, Zuschauer*innen und Unterstützer*innen zu einer großen Kundgebung am 24. Oktober 2018 vor dem Landtag in Hannover auf. Unter dem Motto "Keine Kulturwüste in Niedersachsen!" wollen sich Vertreter*innen aller Theaterberufe versammeln und "mit jeder Menge Sand im Gepäck" darauf verweisen, wie Niedersachsen ohne sie aussehen würde.

Das Aktionsbündnis

BüIn dem Bündnis zusammengeschlossen haben sich:
Die Ensembles und Mitarbeiter*innen des Deutschen Theater Göttingen, Theater Lüneburg, Theater Osnabrück, Schlosstheater Celle, Theater für Niedersachsen Hildesheim und der Landesbühne Niedersachsen Nord Wilhelmshaven.
Die freien Theater vertreten durch den LaFT Niedersachsen und den Bundesverband freie darstellende Künste.
Das Göttinger Symphonie Orchester, die Orchesterkonferenz Niedersachsen und die Deutsche Orchester Vereinigung (DOV).
Die Ensembles und Mitarbeiter*innen der Staatstheater Braunschweig, Oldenburg und Hannover. Die Studierenden und Mitarbeiter*innen der Schauspielschule Hannover.
Unterstützt wird das Bündnis von den Solidarpartnern schauspiel hannover, Junges Theater Göttingen, Deutsche Theatertechnische Gesellschaft (DTHG), Dramaturgische Gesellschaft, artbutfair, Bund der Szenografen, Ensemble-Netzwerk, regie-netzwerk, Bundesnetzwerk flausen+, Theapolis.

 

Update 22. Oktober 2018. Das Aktionsbündnis hat das Programm der Kundgebung bekannt gegeben, die übermorgen von 11.30 bis 13.30 Uhr vor dem Landtag in Hannover stattfinden wird. An dem Tag berät die Stadt noch einmal über das Thema. Ab 11.30 Uhr legen die "Golden Boys do Cry" auf. Um 12.00 Uhr Eröffnung der Kundgebung durch Orchester und Chor und das Aktionsteam #rettedeintheater mit verschiedenen RednerInnen. Um 13:00 Uhr soll eine Menschenkette gebildet werden samt Übergabe der Petition an die Fraktionsvorsitzenden und die Präsidentin des Niedersächsischen Landtags. Das genaue Programm gibts hier.

(Aktionsteam #rettedeintheater / jnm / sik)

 

Mehr dazu: Petition #rettedeintheater: www.openpetition.de/rettedeintheater

 

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