Wachgerüttelt, durchgeschüttelt

21. Dezember 2018. Was bleibt, im Rückblick auf die Debatten des Theaterjahres 2018? #MeToo, ganz klar. Über Gleichstellung in den Leitungsetagen der Theater sprechen Susanne Burkhardt und Elena Philipp mit France-Elena Damian vom Verein Pro Quote Bühne. Um neue Informationen zu den Querelen am Wuppertaler Tanztheater hat das Theaterpodcast-Duo die Redakteurin der Wuppertaler Rundschau, Nicole Bolz, gebeten. Außerdem diskutieren Burkhardt, Damian und Philipp, ob Theater mit rechten Ideologen reden sollten.

Der Theaterpodcast, Folge 10 – die Themen:

Wachgerüttelt wurde der Theaterbetrieb 2018 in Folge von #MeToo von einer Machtmissbrauchsdebatte, die rasch zur Diskussion über Arbeitsbedingungen und Fragen der Gleichstellung wurde. Wie sehr diese Debatte zu einem Bewusstseinswandel beigetragen hat, erzählt im Theaterpodcast #10 France-Elena Damian von Pro Quote Bühne. Seit einem Jahr ist der Verein aktiv in der Lobbyarbeit für die Frauenquote. Auch wenn die angestrebten 50 Prozent Frauen in allen Theaterberufen noch lange nicht erreicht sind, sind doch Veränderungen spürbar – offene Intendanzen wurden im vergangenen Jahr nicht selten mit Kollektiven oder Leitungsteams besetzt. Vielleicht ist das ja auch ein Modell für die Berliner Volksbühne? Um deren Zukunft ist es, nach einem letzten lauten Knall bei Chris Dercons Demission, recht still geworden.

Übererfüllt hat die Frauenquote das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch – wenn auch nicht freiwillig, sondern qua Gerichtsbeschluss. Die Intendantin Adolphe Binder, im Juli fristlos gekündigt, hat ihren Prozess vor dem Wuppertaler Arbeitsgericht gewonnen. Gegen ihren rechtmäßigen Wiedereintritt verwehrt sich nun die Geschäftsleitung des Tanztheaters mit einem Hausverbot und der Ankündigung, in Berufung zu gehen. Eine Nachfolgerin ist auch schon am Start. Was ist da los in Wuppertal? Darüber hat das Theaterpodcast-Duo mit Nicole Bolz gesprochen, die als Redakteurin der Wuppertaler Rundschau zur Aufklärung der Affäre beiträgt.

Wer sagt, was ist? Um Deutungshoheit über die Vorgänge geht es in Wuppertal. Aber auch bei den zunehmenden Angriffen rechtsorientierter Gruppen und Organisationen auf die Kultur geht es – den Rechten zufolge – um die Frage, wer das gesellschaftliche Narrativ bestimmt. Anlässlich der "Erklärung der Vielen", mit der sich im November über 140 Kulturinstitutionen für Demokratie und Vielfalt aussprachen, diskutieren Susanne Burkhardt und Elena Philipp mit ihrem Studiogast France-Elena Damian darüber, inwieweit Theater sich öffnen sollten und wo der Dialog vielleicht auch enden muss.

Kommentar schreiben