Komödie voller Tiefsinn

5. Juni 2019. Nora Abdel-Maksoud erhält den mit 5.000 EUR dotierten Hermann-Sudermann-Preis für ihr Stück Café Populaire. Der Hermann-Sudermann-Preis für Dramatiker wird in Kooperation mit dem Deutschen Theater Berlin im Rahmen der Autorentheatertage verliehen, die Preisträgerin wurde aus dem Kreis der Autor*innen ausgewählt, die bei dem Festival mit Uraufführungen bzw. Gastspielen ihrer Stücke vertreten sind.

NoraAbdel Maksoud 560 KatjaKuhlNora Abdel-Maksoud © Katja Kuhl

Der Preis würdigt herausragende Leistungen im Bereich der deutschen Dramatik, ist mit 5.000 EUR dotiert und wird seit 2013 alle zwei Jahre vergeben (2017 ging er an Miroslava Svolikova). Der Jury gehörten die Dramaturgen des Deutschen Theaters Berlin Bernd Isele und John von Düffel sowie die Vorstandsmitglieder der Hermann Sudermann Stiftung Karen Bork und Dorothea Steffens an. "In ihrem Schauspiel 'Café Populaire' nimmt die Autorin die tradierten Überzeugungen unserer westlichen Zivilisation ins Visier und konfrontiert diese mit dem 'Klassismus', jenem verdeckten Wunsch privilegierter Schichten nach Selbstbehauptung gegenüber den Zumutungen einer offenen Gesellschaft", begründet die Jury ihre Wahl in der Pressemitteilung der Hermann Sudermann Stiftung. "Dies geschieht auf eine ebenso spielerische wie hintersinnige Weise. (…) 'Café Populaire' ist eine Komödie voller Tiefsinn, die die Lust am Schauspiel – am zu schauenden Spiel – auf meisterliche Art erfüllt."

Nora Abdel-Maksoud, in München geboren, studierte Schauspiel an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. Als Autorin und Regisseurin hat sie seit 2011 unter anderem am Ballhaus Naunynstraße, am Maxim Gorki Theater Berlin, am Neuen Theater Halle und am Volkstheater München gearbeitet. "Café Populaire" ist eine Produktion des Neumarkt Theaters Zürich. Nora Abdel-Maksoud wurde wiederholt zum Festival "radikal jung" nach München eingeladen und erhielt 2017 den Kurt-Hübner-Preis für Regie.

(Hermann Sudermann Stiftung / sd)

 
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