Zur Dramatik der Klimakrise

Berlin, 12. September 2019. In der Heinrich Böll Stiftung Berlin findet am 30. Oktober 2019 eine Fachtagung zur theatralen Erzählbarkeit der Klimakrise statt: Klima trifft Theater. Die Veranstaltung adressiert Theaterschaffende, Kulturinstitutionen und Vertreter der Klimawissenschaft und der Klimapolitik. nachtkritik.de beteiligt sich als Medienpartner. Auf der Homepage der Heinrich Böll Stiftung kann man sich für die geschlossene Veranstaltung anmelden.

Im Ankündigungstext zur Veranstaltung heißt es: "Das Theater ist seit Aristoteles mit menschlichem Handeln befasst und mit den Auswirkungen dieses Handelns – auf Mitmenschen. Tun, Leiden, Lernen, so geht der Kreislauf zwischen Mensch und Mensch. Aber genügt diese anthropozentrische Sichtweise auf handelnde Menschen heute noch? Wie umgehen mit den weiterreichenden, externen Effekten dieses Tuns und Leidens? Im Anthropozän sind der Mensch und seine Hervorbringungen zum bestimmenden und hochriskanten Umweltfaktor geworden. Die menschgemachte Klimakrise bedroht die Ökosphäre und das Leben künftiger Generationen von Pflanzen, Tieren, Menschen. Dürren, Fluten, Stürme ziehen herauf, Regionen werden unbewohnbar, Verteilungskämpfe nehmen zu. Gibt es Erzählweisen, die solche Prozesse für das Theater aufschließen? Lässt sich eine Dramatik für die Klimakrise finden? Wie können mathematisch beschreibbare globale Vorgänge mit den Mitteln des Theaters konkret sinnlich erfahrbar gemacht werden? Diesen Fragen geht die Veranstaltung 'Klima trifft Theater' nach. In der Begegnung von Wissenschaft, Politik und Theater sollen die Herausforderungen der Klimakrise für die Bühnenkunst diskutiert und einzelne Pilotprojekte vorgestellt werden."

Mit dabei: Prof. Antje Boetius (Direktorin Alfred-Wegener-Institut), Tobias Rausch (Regisseur & Leiter Bürger:Bühne, Staatsschauspiel Dresden), Nike Mahlhaus (Pressesprecherin, Ende Gelände), Natalie Driemeyer (Dramaturgin, Hans Otto Theater Potsdam und Welt-Klima-Theater)

Moderation des Panels: Christian Rakow (Redakteur, nachtkritik.de)

Moderation der Fishbowl, in der Theaterprojekte vorgestellt werden: Kerstin Gruebmeyer (Vorstand Dramaturgische Gesellschaft)

Die Veranstaltung wird auf nachtkritik.de und über die Website der Böll Stiftung im Livestream übertragen.

"Klima trifft Theater – Zur theatralen Erzählbarkeit der Klimakrise" ist eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) Potsdam, nachtkritik.de, Theaterdiscounter und der Dramaturgischen Gesellschaft.

(chr)


Mehr zum Thema:

Der Theaterpodcast (16) – Theater und die Klimakrise diskutiert die Klimakosten von Theaterproduktionsweisen.

In seinem Essay für nachtkritik.de "Wachstum oder Zukunft" befragt der Hamburger Dramaturg Christian Tschirner den Zusammenhang von schlechter Klimapolitik und rechter Demagogie.

 
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