Geschichtsvergessen

9. März 2020. Gegen den Abriss der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main wendet sich eine Petition, die Theaterwissenschaftler*innen, Historiker*innen und Architekt*innen auf Initiative des Publizisten und Architekten Philipp Oswalt unterschrieben haben. Der jüngst beschlossene Komplettabriss zeuge von Geschichtsvergessenheit, heißt es darin.

Die Stadt betreibe eine Baupolitik, "die identitätsstiftende Bauten der Stadtgeschichte auslöscht und neue Surrogate schafft, welche vornehmlich der Vermarktungslogik eines globalisierten Standortwettbewerbs folgen", kritisieren die Unterzeichner*innen weiter. Die Petition richtet sich an den Oberbürgermeister Peter Feldmann, die Kulturdezernentin Ina Hartwig, den Baudezernenten Jan Schneider und ihre Kolleg*innen im Magistrat der Stadt Frankfurt am Main und ist seit heute online auf change.org.

(change.org / sik)

Mehr dazu: Frankfurt beschließt Theaterneubau - Meldung vom 31. Januar 2020

 

 

 

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#1 Petition Bühnenerhalt FFM: Geschichtsvergessenheit?Thomas Heskia 2020-03-10 06:57
Frankfurt ist die Stadt des Geldes ist und hält damit nicht hinter dem Berg: Sie hat sich das charakteristischste Stadtbild geschaffen, das sich laufend erneuert und ist auch deswegen eine Stadt der Kultur (nebst vielem andern, was sich dort von T.W. Adorno bis H. Hofmann so getan hat).

Ich bin auch ein Freund der Nachkriegsmoderne und weiß die offene Architektur der Frankfurter Bühnen zu schätzen. Ich weiß aber auch genau wie katastrophal die Arbeitsbedingungen in diesen Nachkriegsbunkern hinter den Kulissen sind und wie dadurch überkommene Strukturen im wahrsten Sinne des Wortes einzementiert sind. Die Offenheit richtet sich nämlich nur zur Straße.

Lasst also das (nicht mal so) Alte sein und vertraut den Architekten. Der Aufbruch zu neuen Strukturen braucht nämlich auch neue Architektur (die allerdings auch etwas sparsamer sein könnte).
#2 Petition Bühnenerhalt FFM: TeilerhaltPhilipp Oswalt 2020-03-13 11:15
#1 Wofür Thomas Heskia plädiert, steht nicht im Widerspruch zur Petition. Dieser geht es ja darum, das Theater neu zu denken, und plädiert für einen Teilerhalt, vor allem des Foyers. Auch wir als Initatoren der Petition gehen davon aus, dass die nicht öffentlichen Arbeitsbereiche neu zu bauen sind.

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