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"Existenzielle Auswirkungen"

11. März 2020. Zahlreiche Kulturveranstaltungen werden dieser Tage wegen der Ausbreitung des Corona-Virus abgesagt. In einer Presseaussendung fordert der Deutsche Kulturrat, dass die Einnahmeausfälle von Kommunen, Länder und dem Bund kompensiert werden sollen.

Große Sorgen mache sich der Branchenverband auch um die Situation freiberuflicher Künstlerinnen und Künstler und anderer Selbständiger aus dem Kultur- und Medienbereich. "Mit der Absage von Aufführungen, Tagungen, Veranstaltungen usw. droht ein erheblicher Teil von deren Einnahmen wegzubrechen. Das kann sehr schnell existentielle Auswirkungen haben." Geschäftsführer Olaf Zimmermann fordert vom Vorsitzenden der Kulturministerkonferenz Staatsminister Bernd Sibler und Kulturstaatsministerin Monika Grütters MdB die Einrichtung eines Notfallfonds zwecks Entschädigung der Künstler*innen.

Eine ähnliche Forderung erhoben am gestrigen Dienstag bereits IG Kultur Wien und IG Kultur Österreich. Man brauche ein Maßnahmenpaket für den Kunst- und Kulturbereich, das schnelle und unbürokratische Unterstützung und Ausfallszahlungen ermögliche. "Es muss sichergestellt sein, dass die Corona-Pandemie für Kunst- und Kulturakteur*innen nicht zur Existenzbedrohung wird!"

Update 11. März 2020 16:35 Uhr

Die deutsche Kulturstaatsaatsministerin Monika Grütters stellt von Einnahmeausfällen betroffenen Künstlern finanzielle Hilfen in Aussicht: "Künstler und Kultureinrichtungen können sich darauf verlassen, gerade mit Blick auf die Lebenssituationen und Produktionsbedingungen der Kultur-, Kreativ- und Medienbranche: Ich lasse sie nicht im Stich! Wir haben ihre Sorgen im Blick und werden uns dafür einsetzen, dass die speziellen Belange des Kulturbetriebs und der Kreativen miteinbezogen werden, wenn es um Unterstützungsmaßnahmen und Liquiditätshilfen geht", heißt es in einer Presseaussendung. "Wir müssen auf unverschuldete Härten und Notlagen reagieren und sie ausgleichen. Das muss uns nicht nur die Wirtschaft, sondern auch unsere durch die Absagen schwer gebeutelte Kulturlandschaft wert sein", so Grütters.

Update 13. März

Die Kulturminister der Länder unterstützen dem Deutschen Kulturrat zufolge die Einrichtung eines nationalen Notfallhilfefonds wie ihn der Verband vorgeschlagen hatte. Das ist dem Kulturrat zufolge ein Ergebnis der heutigen Sitzung der Kulturministerkonferenz der Länder. Der Fonds soll besonders für freie Kulturschaffende sowie private Kultureinrichtungen bzw. kulturelle Veranstaltungsbetriebe zur Verfügung gestellt werden, heißt es in der Pressemitteilung des Kulturrats. Einbezogen werden sollen in den Vorgang auch die Kulturstiftung des Bundes und die Kulturstiftung der Länder.

(IG Kultur Wien / Deutscher Kulturrat / miwo / eph)