"Coriolan" am Düsseldorfer Schauspielhaus

9. April 2020. Weil die Theater nicht mehr spielen können, stellt nachtkritik.de einen digitalen Spielplan aus Mitschnitten von Inszenierungen zusammen: Vom 9. April 18 Uhr bis 10. April 18 Uhr zeigten wir "Coriolan" von William Shakespeare, Premiere der Inszenierung von Tilmann Köhler war am 18. April 2019 am Düsseldorfer Schauspielhaus. Andreas Wilink schrieb in seiner Nachtkritik: "Tilmann Köhler und sein reines Männerensemble trumpfen mit Shakespeares 'Coriolan'-Drama in Düsseldorf auf – und machen das Spiel."

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Zum Stück auf der Webseite des Düsseldorfer Schauspielhauses:

"Coriolan"– das selten gespielte Alterswerk Shakespeares – liest sich wie ein brandaktueller politischer Thriller um Krieg und Populismus, Macht und Intrige: In Rom hungert das Volk. Getreide ist genügend vorhanden, doch nur wenige können es noch bezahlen. Die Regierung muss die Kornspeicher vor Übergriffen schützen, denn man verlangt die sofortige Verteilung. Der Republik droht der Aufstand. Da meldet sich Caius Martius, verdienter Kriegsheld zahlreicher Schlachten, zu Wort. Er verteidigt die Haltung der Regierung – jedoch nicht mit diplomatischem Geschick, sondern mit deutlicher Verachtung des Volkswillens: "Wer sich verlässt auf eure Gunst, trägt Bleiflossen beim Schwimmen. Euch vertraun? Hängt euch! Minütlich wechselt ihr doch eure Meinung!" Angestachelt durch die Schmähung ist der Plebs umso mehr entschlossen, sich ein politisches Mitspracherecht zu erkämpfen – als plötzlich die verfeindeten Volsker die Unruhen nutzen, um einen blutigen Feldzug gegen Rom zu beginnen. Caius Martius, tapferer Soldat, der er ist, zieht in den Krieg und erhält für seinen überragenden Sieg – die Volsker werden bei Corioli geschlagen – den Ehrennamen Coriolan. Seiner Ernennung zum Konsul, dem höchsten Amt im Staat, steht bald nur noch eins im Wege: Coriolan muss beim Volk darum bitten und auf dem Forum Stimmen sammeln. Doch nichts verabscheut er so sehr wie sich gemein zu machen mit der "dummen Masse".

William Shakespeares Tragödie beleuchtet das komplexe Verhältnis zwischen einem aufstrebenden politischen Führer, der dem Volk nur zu gern die demokratischen Rechte verweigern würde, und einem Volk, dessen Interessen sich als von machthungrigen Populisten lenkbar erweisen. – Es inszeniert Tilmann Köhler, dessen Arbeiten sich durch die Klarheit ihrer Ideen und eine hohe politische Bewusstheit auszeichnen. In der Titelrolle sehen Sie den zweifach mit dem Publikumspreis Gustaf ausgezeichneten André Kaczmarczyk.

Hier gibt es die Nachtkritik zu Tilmann Köhlers Inszenierung mit Kritikenrundschau.


Coriolan
von William Shakespeare
In der Übersetzung von Rainer Iwersen
Regie: Tilmann Köhler, Bühne: Karoly Risz, Kostüm: Susanne Uhl, Musik: Jörg-Martin Wagner, Licht: Christian Schmidt, Dramaturgie: Janine Ortiz.
Mit: Markus Danzeisen, Glenn Goltz, André Kaczmarczyk, Thomas Kitsche, Thomas Lange, Jonas Friedrich Lenhardi, Rainer Philippi, Sebastian Tessenow.
Premiere am 18. April 2019
Dauer: 3 Stunden 30 Minuten, eine Pause

www.dhaus.de

 

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