"The Vacuum Cleaner" von Toshiki Okada

8. Mai 2020. Auch das Berliner Theatertreffen, wie wir es kennen, fällt in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. Theateraufführungen in geschlossenen Häusern sind verboten. Die Berliner Festspiele verlegen deshalb ihr Theatertreffen ins Netz. Sechs der zehn ausgewählten Inszenierungen werden auf der Website der Festspiele, der jeweiligen Theater sowie auf nachtkritik.de gestreamt – jeweils für 24 Stunden. Auf nachtkritik.de gibt's einen Livechat zum Stream ab 20 Uhr. Toshiki Okadas "The Vacuum Cleaner" hatte am 12. Dezember 2019 Premiere an den Münchner Kammerspielen (hier unsere Nachtkritik).

20 NAC Stream Vacuum Instagram


Gemeinsam Gucken mit Livechat ab 20 Uhr

Wer das Theatertreffen-Gastspiel "The Vacuum Cleaner" in virtueller Gemeinschaft schauen möchte, ist herzlich eingeladen, sich am 8. Mai hier im Livechat zu versammeln und zusammen mit uns um kurz nach 20 Uhr auf Play zu drücken. Gegen 19:30 Uhr öffnen wir das Foyer des nachtkritik-Chatrooms. Gastgeber des Abends ist nachtkritik-Redakteur Christian Rakow. Um 20 Uhr streamen wir die Inszenierung. Der Online-Talk der Berliner Festspiele mit Künstler*innen der Produktion wird im Anschluss an diesen ersten Durchlauf stattfinden. Alles ist hier auf dieser Seite erreichbar.

19:30 Öffnung Chatroom (zeitgleich mitchatten können maximal 300 Personen)

20:00 Start des Streams
und gemeinsames Gucken von "The Vacuum Cleaner" im Livechat (Startsignal gibt es per Countdown im Chat)

Im Anschluss gegen 21:45: Online-Talk der Berliner Festspiele mit Künstler*innen der Produktion. Erwartet werden Regisseur Toshiki Okada, Schauspielerin Julia Windischbauer, Bühnenbildner Dominic Huber, der Dramaturg Tarun Kade, die Dramaturgin Makiko Yamaguchi sowie Andreas Klaeui als Vertreter der Theatertreffen-Jury. Moderatorin ist Christine Wahl.

Unter #TT_Vacuum sammeln die Berliner Feststspiele auf Twitter den ganzen Tag über Fragen, die im Talk heute Abend berücksichtigt werden sollen.


Über die Inszenierung

Auf der Webseite der Münchner Kammerspiele heißt es:

"No Future? Schätzungen zufolge haben sich etwa eine Million Japaner*innen aus der Gesellschaft zurückgezogen und verlassen ihr Zimmer kaum oder gar nicht. Man nennt sie Hikikomori. Viele von ihnen wohnen bei ihren Eltern, so lange sie leben. Viele von ihnen können den auf sie ausgeübten Druck, doch endlich zum funktionierenden Mitglied der Gesellschaft zu werden, nicht mehr ertragen. Viele von ihnen sehen ihren Rückzug als Reaktion auf den Zustand der Verhältnisse: 'Nicht ich bin sonderbar, die Welt ist es.'

Nach 'No Sex', 'Nō Theater' und 'Hot Pepper, Air Conditioner and The Farewell Speech' inszeniert Toshiki Okada, einer der wichtigsten Theatermacher Asiens und Spezialist im unter-die-Lupe-Nehmen zeitgenössischer japanischer Lebens- und Arbeitswelten, zum vierten Mal an den Münchner Kammerspielen. Sein neues Stück 'The Vacuum Cleaner' spielt am Ort des Rückzugs, im Zuhause. Im Zentrum eine eher ungewöhnliche Familie. In einem engen Haus mit dünnen Wänden, in dem nur das Geräusch des Staubsaugers immer wieder ein wenig Privatsphäre behauptet. Wie lässt sich hier zusammen leben? Oder ist das eigentlich auch egal, irgendwie?"

Link zum Programmheft der Münchner Kammerspiele

In ihrer Nachtkritik zur Premiere im Dezember 2019 schrieb Anna Landefeld: "Okadas vierte Inszenierung an den Münchner Kammerspielen ist die fast beiläufig erzählte Geschichte einer Familie, die sich zu entziehen versucht, aber schon längst auf dem neoliberalen Altar des "Höher, Schneller, Weiter" geopfert wurde. Okada ist dabei kein selbstgefälliger Agitprop-Phrasendrescher. Gemächlich-zurückhaltend, ganz in der Tradition des Nō-Theaters, konzentriert er sich auf Alltagsbanalitäten. Das Große wird aus dem Kleinen heraus angesprochen."

Link zur Nachtkritik mit Kritikenrundschau

Im Statement der TT-Jury zur Einladung zum Theatertreffen heißt es: "Die Gesten laufen immer etwas neben der Spur und folgen vergrößernd dem Gesagten und Gefühlten: Blüten des Verfalls im Irgendwo zwischen sozialer Fremdsteuerung und den Resten eigener Handlungsfähigkeit."

 

The Vacuum Cleaner
von Toshiki Okada, aus dem Japanischen von Andreas Regelsberger
Inszenierung: Toshiki Okada, Bühne: Dominic Huber, Kostüme: Tutia Schaad, Musik: Kazuhisa Uchihashi, Licht: Pit Schultheiss, Dramaturgie: Tarun Kade, Makiko Yamaguchi.
Mit: Thomas Hauser, Walter Hess, Anette Paulmann, Damian Rebgetz, Julia Windischbauer.
Premiere am 12. Dezember 2019
Dauer: 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

www.muechnerkammerspiele.de

 

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