"Interne Diffamierungen"

Halle, 25. Juni 2020. Der Geschäftsführer der Bühnen Halle, Stefan Rosinski, ist auf Beschluss des Aufsichtsrates der Theater Oper und Orchester GmbH Halle (TOOH) vom Dienstag mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Das meldet heute unter anderem der MDR. Regulär wäre Rosinskis Vertrag, der im Februar dieses Jahres nicht verlängert worden war, 2021 ausgelaufen. Neue Geschäftsführerin wird nun die am 12. Juni vom Aufsichtsrat zur zweiten Geschäftsführerin bestellte Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Uta van den Broek. Teile des Aufsichtsrats wollen sich gegen die Benennung van den Broeks jedoch juristisch zur Wehr setzen: "Dadurch wird das noch nicht abgeschlossene Auswahlverfahren für einen neuen Geschäftsführer unterlaufen und der Entscheidung des Gesellschafters über die künftige Leitungsstruktur der GmbH vorgegriffen", heißt es laut MDR in einer gemeinsamen Stellungnahme der Aufsichtsräte Ulrike Wünscher (CDU), Katja Müller (Linke) und Detlef Wend (Mitbürger). 

Entscheidung für einen Neuanfang

Der Freistellung Rosinskis markiert unterdessen das vorläufige Ende eines seit Jahren offen ausgetragenen Konfikts zwischen dem Geschäftsführer und den Intendanten von Schauspiel (Matthias Brenner) und Oper (Florian Lutz), in dessen Zentrum u.a. mehrere Betriebsskandale und arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen standen. Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand kommentierte die Absetzung Rosinskis laut MDR so: "Der Aufsichtsrat hat sich mit Mehrheit zu einem personellen Neuanfang bekannt. Zu heftig standen interne Diffamierungen im Mittelpunkt des öffentlichen Geschehens. Mit der Bestellung der halleschen Wirtschaftsprüferin Uta van den Broek als Geschäftsführerin hat der Aufsichtsrat diesen Neuanfang eingeleitet." 

Neben Uta van den Broek soll der ebenfalls bereits am 12. Juni als stellvertretender Geschäftsführer bestätigte Oliver Wusterhausen die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft sicherstellen. 

(MDR / jeb)

 
Kommentar schreiben