Zukunftssorgen bleiben

20. August 2020. Künstler*innen der Freien Szenen in Sachsen sehen sich durch die Covid-19-Pandemie existenziell gefährdet. Das ergibt eine Umfrage der Servicestelle Freie Szene des Landesverband Soziokultur Sachsen e.V. Die Umfrage, die bis Ende Juli stattfand, ergab, dass sich 70 Prozent der Befragten gefährdet fühlen. Die Hälfte der Befragten verzeichnet durch geringere Honorare und weniger Aufträge hohe finanzielle Einbußen. 42 Prozent erhält derzeit gar keine Honorare oder Aufträge.

Über Wasser halten

Die Hilfsmaßnahmen vom Bund und Freistaat Sachsen würden durchaus greifen: Die Hälfte der Befragten gab an, Soforthilfen des Bundes oder des Freistaates Sachsen beantragt oder in Anspruch genommen zu haben. Stipendien vom Bund, vom Freistaat Sachsen und der Kommunen beantragten oder erhielten 46 Prozent der Befragten, Soforthilfe-Programme der Kommunen beantragten oder nutzten 29 Prozent, während 3 Prozent Kredite aufnahmen. 28 Prozent beantragten staatliche Sozialleistungen. 25 Prozent nahmen finanzielle Hilfe aus dem Familienkreis in Anspruch.

Die Befürchtung, dass sehr viele freie Theatermacher*innen in Hartz IV abgedrängt würden, scheint sich zumindest bei den an der Umfrage Teilnehmenden nicht zu bestätigen. Die Zukunftsaussichten seien jedoch von Verunsicherung geprägt: Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, in nächster Zeit finanzielle Unterstützung beantragen zu wollen, da ihre Auftraggeber*innen aufgrund finanzieller Schwierigkeiten durch die Covid-19-Pandemie in ihrem Fortbestand gefährdet seien. 57 Prozent können derzeit Aufgaben ihrer Tätigkeiten nur sehr stark eingeschränkt ausführen. Bei 37 Prozent der Befragten ruht ihre berufliche Tätigkeit gegenwärtig sogar. 52 Prozent befürchtet, dass sie selber oder ihre Kolleg*innen in den freien darstellenden Künsten ihren derzeitigen Job verlieren werden. Beteiligt haben sich an der Umfrage 93 freie Theatermacher*innen aus allen Regionen des Freistaates Sachsen.

Hilfe ist weiter nötig

In der Pressemitteilung der Freien Szene heißt es: "Aus dieser Zwischenbilanz ergibt sich ein dringender Handlungsbedarf, den freien Theatermacher*innen die Ausübung ihres Berufes wieder zu ermöglichen – auch um die sächsische freie Theaterszene zu erhalten, die als jüngste Sparte sächsischer Theaterkunst ein Resultat des gesellschaftlichen Aufbruchs von 1989 ist."

(www.servicestellefreieszene.de / sik)

 

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