Die nachtkritik.de-Redaktion empfiehlt


  Buch   Musik
         
behrens kleinJanis El-Bira   Thomas Medicus: Heinrich und Götz George: Zwei Leben (Rowohlt)
Medicus erzählt mit großem Atem von Vater und Sohn, Mannsbildern und "Deutschlandkörpern" zwischen Weimar, Nazireich und BRD. Deutsche Mentalitätsgeschichte in Doppelbiographie-Form.
  Fiona Apple: "Fetch the Bolt Cutters" & Riccardo Minasi, Ensemble Resonanz: Mozart-Symphonien Nr. 39, 40 & 41 (siehe Kollege Kasch: Allein schon für die brüllenden Hörner im Finale der Jupiter-Symphonie...!)
         
diesselhorst_kleinSophie Diesselhorst
 

Ruth Klüger: weiter leben 
Ruth Klüger ist im Oktober gestorben. In dieser autobiografischen Schrift kann man sie trotzdem, auch nach ihrem Tod noch entdecken.

  Zuvor unbeachtet Vogel-Sounds in der stilleren Stadt im Frühlings-Lockdown, Twitter-Konzerte von Igor Levit – dieses vermaledeite Jahr hat auch gute neue Musiken bzw. Konzertformen hervorgebracht.
         
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Simone Kaempf
 

Kate Kirkpatrick Simone de Beauvoir. Ein modernes Leben, Piper Verlag 2020. Ihr Leben und ihr Werk erzählt mit dem heutigen Wissen darüber, dass sich Beziehungszusammenhänge oft vor berufliche Leistungen schieben.

Reise um mein Zimmer von Xavier de Maistre, der 1800 in Quarantäne saß, vom Sessel aus die Wände und Gegenstände abzoomte und darüber wilde Geschichten aufschrieb. 

 

Immer wieder gerne: Maurizio Pollini, Chopin "Nocturnes", Van Morrisons Gesamtwerk oder eine Weihnachtsplaylist auf CD mit dem Best of aus Bachs Weihnachtsoratorium, Corellis Concerto Grosso, Vivaldis Gloria.

 

         

g.kasch klein

Georg Kasch

 

Gabriele Tergit: Effingers – ein Jahrhundertroman, klug, liebevoll, rasant geschrieben, endlich neu entdeckt

Ocean Vuong: Nachthimmel mit Austrittswunden – hinreißend schmerzhafte Lyrik, zweisprachig bei Hanser

 

Ensemble Resonanz, Riccardo Minasi: Mozart Sinfonien 39, 40, 41, Harmonia Mundi – so hab ich das noch nie gehört

         
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Nikolaus Merck
  Howard Eiland / Michael W. Jennings: Walter Benjamin. Eine Biographie
aus dem Englischen von Ulrich Fries und Irmgard Müller, Suhrkamp Verlag
   Bob Dylan: Rough and Rowdy Ways
         
apeterAnne Peter
 

Rachel Cusk: In Transit – Nüchterne Post-Trennungsprosa

Liv Strömquist: Der Ursprung der Welt – Comic-Aufklärung über die Kulturgeschichte der Vulva

 

Sandra Hüller: ihr Debütalbum Be your own prince oder die Hörversion ihrer Wolfgang-Herrndorf-Performance Bilder deiner großen Liebe

         
dirk_pilz5_kleinElena Philipp
 

WMDR (Working Mom, Doesn’t Read)!
Letztjahresfundstück: Lob der Meisterschaft von Tanizaki Jun’ichirō, der sich in seinem schmalen Band 1933 der Schauspielkunst widmete und, neben den japanischen Theatergrößen, auch im deutschen Film 'Meisterspieler' wie Emil Jannings, Werner Krauß oder Paul Wegener entdeckt (Manesse)

 

Marty O’Reilly & the Old Soul Orchestra Stereoscope – tröstlich-melancholische roots music mit "konzeptuell kryptischen" Texten, wie die Band schreibt (man könnte sie auch poetisch nennen)

         
rakow_kleinChristian Rakow
  Maja Göpel: Unsere Welt neu entdecken. Eine Einladung – State of the Art Überlegungen zur Postwachstumsökonomie populär vorgetragen

Scott McClanahan: Sarah – abgedrehter semi-autobiografischer Roman über eine zerbrochene Ehe
 

An den Gesamtwerken von Bob Dylan, Vic Chesnutt, Kate Bush und CocoRosie vorbei schafft es eigentlich nur der "Psycho-Hamlet" von Vinge/Müller auf meinen Plattenteller. "Ich will gehorchen" (Musik: Trond Olav Reinhodtsen)

 

         
rakow_kleinEsther Slevogt
 

Leo Perutz: Nachts unter der steinernen Brücke

Shoshana Zuboff: Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus 

 

Music is the most beautiful Language in the world – Yiddisher Jazz in London’s East End 1920s to 1950s. Compiled by Alan Dein et al.

Billie Eilish: Therefore I am

 

         

esther slevogt

Michael Wolf

 

Approximanten von Saskia Warzecha

 

 

Fontaines D. C.: A Hero's Death

         

  Film / Serie
  Für Kinder
         
behrens2_kleinJanis El-Bira
 

RaMell Ross' Meditation über Schwarzes Alltagsleben in Alabama Hale County This Morning, This Evening & Mong-hong Chungs taiwanesisches Familien-Schuld-und-Vergebungs-Epos A Sun (Netflix)

  Die schöne Buchreihe Little People, Big Dreams – in diesem Jahr zum Beispiel mit Hannah Arendt, Greta Thunberg und Alan Turing.
         
diesselhorst_kleinSophie Diesselhorst
 

The Crown (Netflix) – großes Repräsentationstheater, wie es sich mit viel Pomp und schauspielerischen Highlights selbst abschafft

 

 Je nach Temperament: Puzzle oder Trampolin

         
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Simone Kaempf
 

Berlin Babylon, 3. Staffel. Die dritte Staffel war wieder super. Komplex und leicht erzählt, und als DVD verschenkbar.


 

  Drachen zum draußen Steigen lassen, zum Beispiel diesen.
         

gkportraitschmal

Georg Kasch
 

The Crown, Staffel 1-4 – Shakespeare hätte sich das kaum schöner ausdenken können

Sex Education, Staffel 1-2 – die Serie, die ich mit 15 vermisst habe, mit einer diversen Besetzung, wie ich sie oft genug immer noch vermisse

 

Ulrike Schultheis (Hg.): Das große Büchergilde Vorlesebuch mit Illustrationen von Leonard Erlbruch und Texten von Cornelia Funke, Janosch, Ulrike Mebs, Christine Nöstlinger, Paul Maar...

         
merck_klein
Nikolaus Merck
 

The Marvelous Mrs. Maisel, Staffel 1 bis 3, nach Mad Men eine weitere Serie, die sich in den 1950er und frühen 1960er Jahren entspinnt. Wieder eine Ausstattungs-Herrlichkeit, wieder ein Opium für Auge und Gemüt. 

 

Der Maulwurf Grabowski von Luis Murschetz, eh klar, und Rico, Oskar und das Mistverständnis von Andreas Steinhöfel

 

         
apeterAnne Peter
 

Unorthodox nach Deborah Feldman, Regie: Maria Schrader

 

Drinnen-Fußball – Zerstörungskraft: gering, Spaß- und Auspowerfaktor: hoch

Kicker-Tisch, gibt's auch in hochklappbar

Annika Siems / Wolfgang Dreyer: Eine Reise in die geheimnisvolle Tiefsee (ab 8 Jahre) – wunderschönes Bilderbuch voll kuriosen Wissens

         
dirk_pilz5_kleinElena Philipp
  Unter Schnee von Ulrike Ottinger, Doku-Historien-Fiktion über das "Schneeland" Echigo, eine Provinz im historischen Japan – mit zwei Kabuki-Darsteller*innen und vielen Theaterbezügen  

Zum Vorlesen: Kalle und Elsa von Jenny Westin Verona und Jesús Verona (Bohem)

Für Selbstleser*innen: Pembo. Halb und halb macht doppelt glücklich! von Ayşe Bosse (Carlsen)

Motto: Verschieden sein ist ganz normal

         
rakow_kleinChristian Rakow
 

The Gentlemen, Film von Guy Ritchie mit feinstem britischen Drogenhumor

Hausen, Serie von Till Kleinert & Anna Stoeva, Regie: Thomas Stuber – Horrorserie aus dem ostdeutschen Plattenbau & Innenansicht der (L)Ost Generation zur deutsch-deutschen Einheit

  Eliot und Isabella und die Abenteuer am Fluss von Ingo Siegner, Hörbuch gesprochen von Stefan Kaminski – mit dem unschlagbaren Vers von Reimschmied Guido Giggelblatt: "Ein Reimer kramt im Wortgewühl, der Dichter aber hat Gefühl."
         
rakow_kleinEsther Slevogt
 

Dead to me (Netflix) Desperate Housewives 4.0. Schwarzhumorig, Aberwitzig. Toll.

Tehran (Apple TV) Ein komplexer +  spannender israelischer Agent*innenthriller, der übliche Freund-Feind-Muster des Genres ignoriert.

 

Young Rebels. 25 Jugendliche die die Welt verändern von Benjamin Knödler & Christine Knödler, illustriert von Felicitas Horstschäfer. Porträts jugendlicher Aktivist*innen in Sachen Klima, Menschenrechte, Rassismus, LGTBQ, US-Waffenlobby and more. Gut als Einstiegsdroge ins Lesen + Weltverändern.

         

esther slevogt

Michael Wolf

 

The Vietnam War von Ken Burns & Lynn Novick

  Lego-Burg, zum Beispiel diese.
         

  Für Einsame im Lockdown
  Für begeistert Distanzierte
         
behrens2_kleinJanis El-Bira   Entweder eine gute Wander-App, weil die Natur immer Linderung weiß, oder 1 Playstation 5  

Social Distancing fürs Handgelenk mit sympathischer Alarmfunktion

         
diesselhorst_kleinSophie Diesselhorst
  Die At Home Edition" von Forced Entertainment's "Complete Works", in der Richard Lowdon, Claire Marshall & Co. alleine an ihren jeweiligen Küchentischen sitzend Shakespeare nach- und neu erzählen.   Die "Lockdown Photo Diaries" auf der Webseite von The Guardian – Poesie des Stillstands
         
kaempf_klein
Simone Kaempf
  Das kann nur ein Berliner Park-Spaziergang sein mit open-air-Milchkaffee auf der Straßenbank.   Rush Hour, das geniale Stauspiel. War ein Geschenk rechtzeitig zum Frühjahrs-Shutdown, das man sofort weiterempfehlen will. Allein-Denkspiel, das süchtig macht.
         

gkportraitschmal

Georg Kasch
  Joggen – die beste Lehre aus dem Lockdown  

Thermo-Unterwäsche – damit übersteht man auch im Winter Open-Air-Begegnungen (aber bitte fair, z.B. von Vaude)

         
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Nikolaus Merck
 

André Heller, Kritische Gesamtausgabe 1967–1991

 

Gert Westphal liest Joseph und seine Brüder von Thomas Mann, 30 CDs, Gesamtzeit 19 Stunden 18 Minuten 31 Sekunden, mit Thomas Manns erzählendem, singendem, raunendem, murrendem, säuselndem "obersten Mund" (Katja Mann) vergeht einem und einer das herkömmliche Hören sowie Stunden, Tage, Wochen im Lockdown.

         
apeterAnne Peter
  Yoga mit der unerschütterlich positiven Youtube-Anatmerin Mady Morrison ("Hallo, ihr Lieben!")   Shield-Pod, in Kürze womöglich unverzichtbares Distancing-Accessoire
         
dirk_pilz5_kleinElena Philipp
 

Among Us 2020: Whodunnit? als Multiplayer-Game, online spielbar mit bis zu 10 Personen – invite friends & have fun! (gibt’s bei Steam, läuft unter Android und IOS; crossplay zwischen den Plattformen möglich)

  Ghost of Tsushima – neben The Last of Us 2 Game of the Year 2020 und eine Einladung, sich endlose Stunden in ein semifiktionales, nach Kurosawa-Filmen modelliertes Japan des 13. Jahrhunderts zu versetzen (Voraussetzung ist eine Playstation 4)
         
rakow_kleinChristian Rakow
 

 Livechats zum nachtkritikstream.

zeitfuereinander.com von Anne Lenk und Camill Jammal – herrliche Web-Serie über die Tücken des Online-Datings

 

werther.live vom Cosmea Spelleken und Ensemble – vom Briefroman zur Social Media Performance auf dem Werther'schen Desktop

         
rakow_kleinEsther Slevogt
 

Die schwedische Netflix-Serie Liebe & Anarchie / Kärlek & Anarki. Ein Literaturverlag ringt mit den Tücken der Digialisierung und dazu gibt's eine ebenso schräg-romantische wie abgründig erzählte Liebesgeschichte.

Und / oder:

Ludovico Einaudis Meditation: Between us.

 

Gerd Dietrichs dreibändige (und rund 2500-seitige) Kulturgeschichte der DDR

Und / oder:

The Doors: Riders on the Storm ("Back in the days when America was a poem and Jim Morrison was one of the poets.") 

         

esther slevogt

Michael Wolf

  Patrik Svensson: Das Evangelium der Aale  

Dorothee Elmiger: Aus der Zuckerfabrik

 

 
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