Theater klimaneutral?

19. Januar 2021. Der Kampf gegen die Erderwärmung und die Erfüllung des Pariser Klimaschutzabkommens sind vordringliche Aufgaben dieses Jahrzehnts. Welchen Beitrag kann das Theater hierzu leisten? Gemeinsam mit der Körber-Stiftung führt nachtkritik.de die Diskussion um das Theater in der Klimakrise weiter. Am Dienstag, dem 19. Januar 2021, um 19 Uhr laden wir zur Livestream-Diskussion "Theater klimaneutral?" mit Nicola Bramkamp (Theatermacherin und Mitgründerin von "Save the World"), Jette Steckel (Regisseurin) und Sebastian Brünger (Kulturstiftung des Bundes). Es moderiert Christian Rakow (nachtkritik.de). Für interessierte Zuschauer*innen wird ein Chat zur Veranstaltung bereitgestellt, mit Gastgeberin Esther Slevogt  (nachtkritik.de). Fragen werden ins Gespräch eingebunden.

Die Veranstaltung wurde initiiert und kuratiert von Lynn Takeo Musiol und Christian Tschirner, die gemeinsam mit Yannik Böhmer die Fragestellungen der Diskussion in der Videoreihe "ECOSALOONtv" umreißen.

Musiol/Tschirner haben auf nachtkritik.de zuletzt die Klimareihe "Inside Endzeit" vorgelegt. Diese und weitere Beiträge zum Themenkomplex Theater und Klimakrise finden Sie in unserem Dossier.

 

Visual Theater klimaneutral nachtkritik 2

 

Ankündigungstext

Die Debatte zum Klimawandel wird auch in den Theatern künstlerisch reflektiert. Hier werden wichtige Impulse gesetzt, die im gesellschaftlichen Diskurs sensibilisieren. Aber wie steht es um die eigene Klimabilanz der Stadt- und Staatstheater? Mit Unterstützung des Staatsministeriums für Kultur wurde ein Aktionsnetzwerk für Nachhaltigkeit gegründet. Gleichzeitig fördert die Kulturstiftung des Bundes in einem Pilotprojekt die CO2-Bilanzierung ausgewählter Kultureinrichtungen. Wie weitreichend sind solche Initiativen? Fehlt es möglicherweise an Geld, Verantwortungsbewusstsein oder Expertise? Und wie steht das Konzept der Nachhaltigkeit zur Kunstfreiheit? Entstehen hier Widersprüche, oder verlangt es bloß einen Schub an Phantasie, um alte Routinen zu verabschieden?

Zu den Diskussionsteilnehmer*innen:

Nicola Bramkamp studierte Germanistik, Theaterwissenschaft und BWL. Sie war Dramaturgin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und von 2013 bis 2018 Schauspieldirektorin am Theater Bonn. Sie ist künstlerische Leiterin und Gründerin der Initiative "Save The World" und geht hier seit 2014 in jährlichen Tagungen dem Themenfeld Klimawandel und Zukunftsforschung in Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Politik und Künsten nach. 2017 in Bonn und 2018 in Katowice kuratierte sie im Auftrag der Vereinten Nationen das Kulturprogramm zur Weltklimakonferenz. Bramkamp ist auch Mit-Initiatorin der bundesweiten Konferenz für Geschlechtergerechigkeit "Burning Issues".

Sebastian Brünger studierte Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaft und promovierte an der HU Berlin über den Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit. Von 2005 bis 2006 arbeitete Brünger als Regieassistent zunächst am Nationaltheater Mannheim, dann am Düsseldorfer Schauspielhaus. Von 2007 bis 2015 war er Dramaturg im Regie-Autoren-Kollektiv Rimini Protokoll. Seit 2016 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kulturstiftung des Bundes und leitet das Förderprogramm "Doppelpass – Fonds für Kooperationen im Theater" sowie das Pilotprojekt "Klimabilanzen in Kulturinstitutionen". Brünger nahm an der Gruppengespräch über Katastrophenästhetik, Theater und Produktionsdruck im Rahmen der Klimaserie "Inside Endzeit" von Musiol/Tschirner teil.

Jette Steckel studierte studierte von 2003 bis 2007 Schauspieltheaterregie an der Theaterakademie Hamburg und als Gasthörerin an der Russischen Theaterakademie GITIS in Moskau. Sie ist Hausregisseurin am Thalia Theater Hamburg und inszeniert regelmäßig am Deutschen Theater Berlin und am Wiener Burgtheater. Sie wurde mehrfach zum Festival für herausragende Nachwuchsregie "radikal jung" eingeladen, erhielt vom Fachblatt "Theater heute" 2009 die Auszeichnung "Nachwuchsregisseurin des Jahres" und wurde 2015 für ihre Hamburger "Romeo und Julia"-Inszenierung mit dem Theaterpreis "Faust" ausgezeichnet.

ECOSALOONtv

ECOSALOONtv 1: Moodboarding
mit Film- und Theaterregisseur Andres Veiel (u.a. Ökozid in der ARD), Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann (taz) und Theatermacher Tobias Rausch (der auf nachtkritik.de den Essay Staging Nature zum Thema veröffentlichte).

 

 
ECOSALOONtv 2: It's the Ecology, Stupid!

Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann (taz) spricht über die segensreichen Irrtümer des Neoliberalismus, Wachstumswirtschaft und die Zwickmühlen des grünen Wachstums.

 

 

ECOSALOONtv 3: Das Wort für Welt ist Wald

Theatermacher Tobias Rausch (Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden) spricht über die Erzählbarkeit von Natur, die Krise der Imagination und das ausbleibende Engagement für umweltpolitische Kunst.

 

 

ECOSALOONtv 4: Verbrechen und Strafe

Im vierten Teil von ECOSALOONtv spricht Theater- und Filmemacher Andres Veiel (zuletzt das Gerichtsdrama "Ökozid" in der ARD) über den Mord am Planeten Erde und die Rolle der Gerichte in der Klimakrise.

 

 

ECOSALOONtv 5: Love Letters To The Future

Ein Liebesbrief an die Zukunft, die wir wollen: Wie verändert sich der Möglichkeitsraum der Gegenwart, wenn wir ihn von der Zukunft her denken? Weshalb wird uns die britische Kriegswirtschaft in naher Zukunft wieder begegnen? Teil 5 der Serie ECOSALOONtv setzt Material der britischen Recherche- und Performance-Gruppe METIS um Zoë Svendsen in den Dialog mit Wirtschaftsthesen von Ulrike Herrmann (siehe auch Video 1 und 2).

 

 

ECOSALOONtv 6: Baron*in auf den Bäumen

Städte zu Schwämmen machen! In Folge 6 sprechen Landschaftsarchitektin Prof. Antje Stokman, Pastor Frank Engelbrecht und Thalia Theater-Dramaturg Matthias Günther über den Dächern von Hamburg darüber, wie Großstädte in besonderem Maße von der Klimakrise betroffen sind – Stichwort Hitzeinseleffekt.

 

 

ECOSALOONtv 7: Epilog

Mehr Arbeit, weniger Konsum! Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann (taz) spricht im Epilog der Klimareihe ECOSALOONtv über die klimaneutrale Postwachstumsgesellschaft und Architekt Benjamin Foerster-Baldenius zeigt das Theater der Zukunft.

 

 


Mehr zum Thema:

Unser Dossier Theater und Klimakrise

Dokumentation der Fachtagung Klima trifft Theater von der Heinrich Böll Stiftung mit nachtkritik.de als Medienpartner.

Theater und Nachhaltigkeit – Wie kann das Theater dazu beitragen, die Klimakatastrophe abzuwenden? Ein Bericht über das neue Aktionsbündnis Nachhaltigkeit

 

Theater klimaneutral?
Eine Diskussion
am 19. Januar 2021 um 19 Uhr, im Livestream
Mit: Nicola Bramkamp, Sebastian Brünger und Jette Steckel, moderiert von Christian Rakow
Initiiert von: Lynn Takeo Musiol und Christian Tschirner
Veranstaltet von der Körber-Stiftung in Kooperation mit nachtkritik.de

www.koerber-stiftung.de

 

 
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