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give me up – wie einen fisch auf dem trockenen

20./21. Februar 2021. Im Musik-Theater-Film "give me up – wie einen fisch auf dem trockenen" präsentiert sich der aktuelle Abschlussjahrgang Schauspiel der HfS "Ernst Busch" Berlin – der Film ist im Sommer 2020 als spontane Gemeinschaftsproduktion der Studierenden und des Regisseurs Marius Schötz entstanden, nachdem der Liederabend, auf dem er basiert, nicht zum Schauspielschultreffen reisen konnte, weil das Schauspielschultreffen natürlich wegen der Pandemie abgesagt worden war. "give me up – wie einen fisch auf dem trockenen" erzählt von einer ganz normalen Studierenden-WG in unnormalen Zeiten – in sommerlich eingefärbten Bildern, Szenen und (größtenteils) selbstgeschriebenen Songs. Der Nachtkritikstream machte den Film zum ersten Mal einer hochschulexternen Öffentlichkeit zugänglich.


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Regisseur Marius Schötz zur Entstehung des Films:

give me up. – wie einen fisch auf dem trockenen“ ist ursprünglich für die Bühne entstanden, im Rahmen eines "Musikworkshops" an der HfS "Ernst Busch". Das ist ein Format, in dem sechs bis acht Studierende mit zwei Lehrenden über zwei Wochen Lieder einstudieren und ihre Ergebnisse am Ende in einer Art Liederabend präsentieren. Ich wurde eingeladen im Oktober 2019 einen Musikworkshop zu übernehmen. Zu Beginn habe ich mich mit den sechs Studierenden (Rebecca Lindauer, Alida Stricker, Emma Lotta Wegner, Raphael Akeel, Hauke Petersen und Hugo Tiedje) einzeln getroffen. Wir haben gemeinsam entschieden, dass wir unsere Lieder selbst schreiben wollten. Die Studierenden haben dazu Situationen aus unseren ersten Gesprächen in Stellvertretersituationen übersetzt und dazu Texte geschrieben, die wir dann zusammen zu Songs machten. Nikolai Orloff begleitete den ganzen Prozess am Klavier. Manche Texte gab es auch schon vorher, so wie es auch Songs vorher gab, die wir nur anpassten ("Don’t give up" von Peter Gabriel zum Beispiel).

Generell haben wir versucht, alle Wünsche, die im Laufe der Arbeit aufgekommen sind, zu verwirklichen. So sind Entscheidungen gefallen wie, eine Choreographie einzustudieren und eine Musicalszene aufzunehmen, zu der die sechs Studierenden auf der Bühne dann nur noch die Lippen bewegten. Ich habe dann versucht die diffuse Ansammlung von Materialien und Formen mit einem Narrativ zu rahmen. Nach den zwei Wochen haben wir die Bühnenvariante präsentiert, und da es viel positive Resonanz gab, haben die Mentoren des Jahrgangs Antje Weber und Walter Prettenhofer zusammen mit den Studierenden entschieden, dass unser Musikworkshop zum Schauspielschultreffen fahren sollte.

Das Schauspielschultreffen fand aber wegen der Pandemie nicht statt, und wir haben uns überlegt, einen Film aus unserem Liederabend zu machen. Dabei war klar, dass wir keine gigantischen Möglichkeiten hatten, was Drehorte, Ausstattung und auch professionelle Filmarbeit anging (Kamera usw.) So haben wir beschlossen, einfach alles komplett in Eigenregie zu realisieren. Die Studierenden haben sich in Teams aufgeteilt und sämtliche Aufgaben der Filmproduktion selbst übernommen. Wichtig war uns allen, dass die gesamte Klasse am Film beteiligt sein sollte. So vergrößerte sich das Ensemble.

Wegen der aktuellen Situation haben wir das Narrativ des Abends umgeschrieben. Während es in der Bühnenversion noch um Studierende in einer WG ging, die nach den Ferien einfach überhaupt keine Lust auf studieren hatten, sollte es nun um Studierende in einer WG gehen, die nach dem Studium keine besonders gute Aussicht auf Arbeit haben würden, sich allerdings mittlerweile hoch verschuldet hatten.

Nach einer wahnsinnig anstrengenden Planungsphase haben wir in einer Woche sämtliche Songs in den Räumern der HfS aufgenommen. Hierbei hat uns Jürgen Beyer unterstützt. Es gab Pläne für Catering, Tonangeln, Kamera-Support, Kostümdesign und Maske, Setdesign, und die Choreographien wurden ausgebaut für weitere Szenen. Es wurden Wohnzimmer-Videos erstellt, damit die ganze Klasse die Choreographie lernen kann. Haukes Mutter wurde eingeladen, weil Hauke echten Trost in seiner Szene verdient hatte und Körperkontakt nicht möglich war. Szenenpat*innen übernahmen die Hauptverantwortung für einzelne Szenen und gestalteten mit mir zusammen den Inhalt.

Dann wurde in weiteren zehn Tagen der Film gedreht. Die Finanzierung der weiteren Materialien wurde durch die Hochschule übernommen. Inhaltliche Entscheidungen und Texte wurden spontan vor Ort gefällt und improvisiert. Oft war die Zeit knapp, weil wir uns an die verkürzten Öffnungszeiten der Hochschule halten mussten, was dazu geführt hat, dass wir wenige Takes pro Szene machen konnten. Am letzten Tag fuhren wir nach Brandenburg, um die Traumsequenz im letzten Drittel des Films zu realisieren. Danach haben wir den Film geschnitten und kam nach einer finalen Bearbeitung von Sound und Farbe am 4. September 2020 in der Hochschule zu einer internen Premiere. Das ganze war von Anfang bis Ende eine echte Gemeinschaftsproduktion.

give me up - wie einen fisch auf dem trockenen
EIne Gemeinschaftsproduktion von:
Raphael Akeel: Dewid, Video, Torben Appel: Jonathan, Set-Design, Yanina Cerón: Steevn, Video, Szenenpat*in, Produktionsleitung, Max Haase: Xcalibur, Catering, Cut, Lisette Holdack: Holy, Szenenpat*in, Set-Design, Alexandros Koutsoulis: Cologny, Choreographie, Rebecca Lindauer: Cherry-Cherry, Szenenpat*in, Cut, Janek Maudrich: Tim, Ton, Hauke Petersen: Barry, Szenenpat*in, Maria Petersen: Mama Marry, Johannes Scheidweiler: Gambert, Ton, Philine Schmölzer: Feeva, Szenenpat*in, Lotte Schubert: Cici, Szenenpat*in, Choreographie, Alida Stricker: Anastascha, Szenenpat*in, Choreographie, Produktionsleitung, Malaya Stern Takeda: Harmony, Szenenpat*in, Hugo Tiedje: Feel, Szenenpat*in, Kostüme, Luise Emilie Tschersich: Crystal, Szenenpat*in, Daniel Warland: Jilly-Hilly, Cut, Video FX, Emma Lotta Wegner: Stacey, Szenenpat*in, Kostüme, Alexander Wertmann:Prance, Catering, Jürgen Beyer: Studio Aufnahmen, Nikolai Orloff: Piano, Marius Schötz: Regie, Songs, Kamera, Post.

www.buschzwoeins.de