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Die Moskauer Prozesse

25. Februar 2021. 2013 stellte Milo Rau im Sacharow-Zentrum Moskau in einer dreitägigen "Gerichtsschau" den Prozess gegen die "Pussy Riot"-Aktivist*innen nach, die nur ein knappes halbes Jahr vorher wegen ihrer Intervention "Punk-Gebet" in der Christ-Erlöser-Kathedrale Moskau nach einem Schauprozess zu Haftstrafen verurteilt worden waren. Die drei Tage wurden danach zu einem Dokumentarfilm zusammengeschnitten, der am 25.2. um 19 Uhr im Rahmen der Milo-Rau-Werkschau "School of Resistance" auf der Webseite der Akademie der Künste Berlin (AdK) läuft – sowie hier im Nachtkritikstream, wo er begleitet wird von einem Livechat mit Milo Rau. Außerdem gibt es im Anschluss noch ein Nachgespräch.

 

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Als Prozessbeobachter schrieb Stefan Bläske 2013 einen Theaterbrief aus Moskau.

Den Film "Moskauer Prozesse" besprach 2014 Dirk Pilz.

Im Rahmen der "School of Resistance" heißt es auf der AdK-Webseite über "Die Moskauer Prozesse":

Die Bilder des Schauprozesses gegen "Pussy Riot" gingen durch alle Medien. Wegen eines 5minütigen Auftritts in der Moskauer Erlöserkathedrale wurden drei der Aktivistinnen schließlich zu 2 Jahren Haft verurteilt. Als Inszenierung zeichneten "Die Moskauer Prozesse" (2013) die Geschichte einer staatlich und kirchlich inszenierten Kampagne gegen unbequeme Künstler*innen nach – mit den Mitteln des politischen Theaters. Im Sacharow-Zentrum Moskau, wo die im Jahr 2003 zerstörte Ausstellung "Vorsicht, Religion" stattfand, wird ein Gerichtssaal aufgebaut. In einem inszenierten Schauprozess mit den wichtigsten Exponenten des russischen Kulturkampfs tritt "die Kunst" gegen "die Religion" an, das "dissidente" gegen das "wahre" Russland. Im Stil eines Gerichtsdramas mit offenem Ausgang, in Kreuzverhören, Plädoyers und den Auseinandersetzungen am Rand des Prozesses entsteht so ein verstörendes und widersprüchliches Bild des heutigen Russland: Verletzt Putins Kulturpolitik die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte? Oder ist es doch die Kunst, die die Gefühle der Gläubigen verletzt? Wer ist Angreifer, wer Verteidiger?

Das Nachgespräch zur Filmvorführung erkundet das Potential künstlerischer Strategien als Akt der Revolte. Kurator und Dramaturg Florian Malzacher diskutiert mit der Künstlerin und Kuratorin Victoria Lomasko, der Kunsthistorikerin Sandra Frimmel sowie Akademiemitglied Thomas Ostermeier über Möglichkeiten und Grenzen widerständiger Kunst.

Die Moskauer Prozesse
Ein Film von Milo Rau, Deutschland 2013, 86 Minuten

"School of Resistance" – Eine Film- und Diskussionsreihe von IIPM in Zusammenarbeit mit dem
NTGent und der Akademie der Künste, Berlin
international-institute.de
ntgent.be

www.adk.de

 

Außer den "Moskauer Prozessen" streamen wir aus dem Programm der "School of Resistance" noch "Die letzten Tage der Ceaucescus" (am 24.2. um 19 Uhr)

Das volle Programm der "School of Resistance" steht in unserem Digitalen Spielplan.