Massiver Abbau?

24. April 2021. In einer gemeinsamen Pressemitteilung protestieren vier Gewerkschaften gegen die Abwicklung der Musiktheater-Sparte am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau. Dieses Ergebnis eines Gutachten, das ein Görlitzer Landrat in Auftrag gegeben hatte, waren vor einigen Tagen durch einen Bericht der Sächsischen Zeitung bekannt geworden (Beitrag hinter der Paywall). 

Die Offenlegung des Gutachtens und einen Dialog fordern die vier Gewerkschaften Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA), Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO), Deutsche Orchester-Vereinigung (DOV) und ver.di. "Es kann nicht sein, dass wir aus der Zeitung von Überlegungen zur vollständigen Abwicklung des Musiktheaters in Görlitz erfahren", heißt es in der Pressemitteilung. "GDBA, VdO, ver.di und DOV haben den Umbauprozess jahrelang begleitet, und nun liegt uns noch nicht einmal das erneute Gutachten vor, das einen massiven Abbauprozess vorschlägt. Transparenz sieht anders aus", zitiert die Pressemitteilung Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung (DOV).

Vorschlagen soll die eingeschaltete Beratungsfirma "dem Vernehmen nach", die Orchester des Sorbischen Nationalensembles und der Neuen Lausitzer Philharmonie zusammenzulegen, ebenso wie die Schauspielsparten in Bautzen und Zittau, die mit zwei Ensembles an beiden Standorten betrieben würden. Aufgelöst werden könnten demnach das Musiktheater-Ensemble und das Ballett in Görlitz. "Das Görlitzer Theater gäbe es praktisch nicht mehr, es wäre eine reine Spielstätte des Bautzener Hauses. Das tragen wir Gewerkschaften auf keinen Fall mit", heißt es in der Pressemitteilung.

(GDBA / eph)

 
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